Zelthersteller Losberger De Boer vor Übernahme – Luxemburger interessiert
Der Zelthersteller aus Bad Rappenau steht schon seit längerem zum Verkauf. Nun bahnt sich die Übernahme an.

Die luxemburgische Investmentgesellschaft Robus möchte den Zelthersteller Losberger De Boer übernehmen. Das Bundeskartellamt hat bereits seine Freigabe erteilt, wie aus einem entsprechenden Eintrag der Behörde auf ihrer Internetseite hervorgeht. Auch ein Unternehmenssprecher der Bad Rappenauer bestätigte die Verhandlungen.
"Nach dem positiven Bescheid des Bundeskartellamts haben Verhandlungen zwischen Robus und Losberger De Boer begonnen mit dem Ziel, in den kommenden Monaten eine Einigung zu erzielen", teilte der Sprecher mit. "Wir gehen davon aus, dass wir den Prozess im Januar nächsten Jahres abschließen können." Danach würden Losberger De Boer und Robus auch mehr Details verkünden und eine gemeinsame Stellungnahme abgeben können – bis dahin werde es keine weiteren Auskünfte geben.
Zelthersteller Losberger De Boer steht schon länger zum Verkauf
Für die Fachwelt kommt die anbahnende Übernahme nicht überraschend. Bereits im Juli vorigen Jahres gab es Berichte, dass Banken, die 2019 die Anteile des Investors Gilde an Losberger De Boer über eine Treuhandgesellschaft übernommen hatten, diese wieder verkaufen wollten. Das Unternehmen habe sich beim Einstieg der Banken in einer Krise befunden. Entstanden war die Gruppe mit etwa 800 Mitarbeitern, davon mehr als 200 am Konzernsitz in Bad Rappenau, 2017 aus der Fusion des Zeltherstellers Losberger und des niederländischen Zeltvermieters De Boer. Nach der im Unternehmensregister veröffentlichten Bilanz kam die Gruppe 2022 auf etwa 262,9 Millionen Euro Umsatz.
Friedrich Losberger gründet Unternehmen 1919 in Heilbronn – als Sackhandlung
Friedrich Losberger hatte das Unternehmen 1919 als Sackhandlung in Heilbronn gegründet. 1925 verkaufte er sein erstes Zelt – an einen Wanderzirkus. Das wachsende Unternehmen, das zeitweilig auch Markisen und Brettschichtholz herstellte sowie mit Autos handelte, zog 1993 nach Bad Rappenau-Fürfeld und konzentrierte sich auf die Herstellung von Zelten und Hallen. 2016 trennte sich die Familie Losberger von dem Unternehmen und verkaufte es an den Investor Gilde.
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