Renommierter Löhn-Preis geht nach Heilbronn
Zum ersten mal in seiner Geschichte hat ein Forschungsinstitut den Löhn-Preis erhalten. Zusammen mit Partnern aus der Wirtschaft hat das Ferdinand-Steinbeis-Institut aus Heilbronn innovative Lösungen für die Intralogistik entwickelt – und ist damit am Markt schon erfolgreich.

Der Löhn-Preis 2025 geht nach Heilbronn. Für das Projekt „New Mittelstand: Digitale Plattform Transport (DPT)“ ist das Ferdinand-Steinbeis-Institut (FSTI) mit den Partnerunternehmen Leadec, Liebherr-Hydraulikbagger und Sick mit dem renommierten Löhn-Preis der Steinbeis-Stiftung ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung würdigt innovative Projekte im Bereich Wissens- und Technologietransfer.
Begonnen hat das Projekt 2021 mit der Fragestellung, wie sich Logistikprozesse in Unternehmen durch digitale Zwillinge optimieren lassen. Die ersten Ansätze waren so vielversprechend, dass das FSTI 2023 die LLS GmbH mit den Partnern Leadec (Stuttgart), Liebherr-Hydraulikbagger GmbH (Kirchdorf an der Iller) und Sick AG (Waldkirch) gründete, heißt es in einer Mitteilung. Das Unternehmen bringt bereits erste Lösungen auf den Markt. Und auch die Skalierung funktioniert.
Nach zweijähriger Pilotphase den Schritt in die Praxis gewagt
Das Besondere an dem Ansatz: Forschung und Anwendung liefen nicht nacheinander ab, sondern als integrierter Prozess. In zahlreichen Workshops entwickelten Entscheidungsträger und Technologieexperten der beteiligten Unternehmen mit den Wissenschaftlern des FSTI neue Geschäftsmodelle für die Intralogistik. Nach zweijähriger Pilotphase war der Erfolg so überzeugend, dass die Partner den Schritt in die Praxis wagten.
Mit dem FSTI wird erstmals ein Forschungsinstitut mit dem Löhn-Preis ausgezeichnet – ein Paradigmenwechsel, der die besondere Arbeitsweise des Instituts würdigt. „Wir sehen uns als Brückenbauer zwischen Forschung und Unternehmenspraxis – das Projekt ist ein Beweis dafür, dass echte Wertschöpfung durch Zusammenarbeit und gemeinsames Lernen entstehen kann”, sagt FSTI-Geschäftsführer Michael Köhnlein. „Dass aus der intensiven Zusammenarbeit die Projektgesellschaft LLS GmbH entstand, die bereits erste Umsätze am Markt erzielt, ist großartig.“
Durchbruch dank der Arbeit über Unternehmensgrenzen hinweg
Ein Alleinstellungsmerkmal des Projekts liegt im konsequenten „dualen Wissenschaftsverständnis“ des FSTI. Statt erst zu forschen und dann zu übertragen, entwickeln Wissenschaftler und Unternehmen von Anfang an Forschung für eine zukunftsfähige Wertschöpfung gemeinsam. „Das Projekt hat gezeigt, wie wir durch gemeinsame Arbeit über Unternehmensgrenzen hinweg Vertrauen schaffen und so den schnellen Durchbruch von der Idee zur Umsetzung meistern können“, sagt Dr. Patrick Weber, Projektverantwortlicher am FSTI.
Mit inzwischen 17 Workshops, mehr als 20 beteiligten Experten aus Wissenschaft und Industrie und dem Sitz der LLS GmbH in Heilbronn ist das Projekt ein Paradebeispiel für funktionierenden Know-how-Aufbau im Ökosystem. Das betonte auch die Jury bei der Preisverleihung vor rund 200 geladenen Gästen in Stuttgart. Die Reallabor-Struktur – ermöglicht durch eine Förderung der Dieter-Schwarz-Stiftung – schaffe einen Innovationsraum für neue unternehmerische Ansätze.
„Die Auszeichnung mit dem Löhn-Preis ist für uns Bestätigung und Ansporn zugleich“, sagt Heiner Lasi, Akademischer Leiter des Instituts. „Wir glauben an die Kraft kooperativer Ökosysteme – und wir sehen, dass der Mittelstand bereit ist, diesen Weg mit uns zu gehen.“
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