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Steht Lidl-Reisen vor dem Aus?  Neckarsulmer Discounter zieht wohl Reißleine

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Lidl will offenbar sein Reise-Angebot zum Jahresende einstellen. Grund könnte die Insolvenz eines Unternehmenspartners sein.


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Der Discounter Lidl will sich offenbar aus dem Reisegeschäft zurückziehen. Das melden mehrere Reiseblogs und -portale unter Berufung auf entsprechende Schreiben, die Lidl seinen Partnern geschickt haben soll. Das Neckarsulmer Unternehmen will dazu keinen Kommentar abgeben. Es wäre aber nicht der erste Handelskonzern, der die Reißleine zieht.

lidl-reisen.de: Verschiedene Veranstalter als Partner – auch FTI

Wie der Blog "Kreuzfahrt News" als erstes meldete, habe Lidl angekündigt, seine Reisevermittlung zum Ende des Jahres einzustellen. Die Angebote, die Lidl Reisen vermittelte – darunter Pauschalreisen, Wellnessurlaube, Flüge, Last-Minute-Urlaube sowie Städte- und Fernreisen – stammten von Veranstaltern wie Dertour, Alltours und Tui sowie der seit Juni insolventen FTI Touristik aus München. Das Branchenportal FVW Traveltalk berichtete, dass den Geschäftspartnern in einem Schreiben mitgeteilt worden sei, dass die Geschäftsbeziehung beendet werde – und zwar ohne Angaben von Gründen. 

Stellt Lidl sein Reiseportal ein, wie manche Medien berichten? Das Neckarsulmer Unternehmen hält sich bedeckt.
Stellt Lidl sein Reiseportal ein, wie manche Medien berichten? Das Neckarsulmer Unternehmen hält sich bedeckt.  Foto: dpa (groß) Montage: HSt/ (kleines Foto), Montage: stimme.de

Kein Kommentar von Lidl zu Berichten über Rückzug

In der Zentrale der Lidl Stiftung in Neckarsulm gibt man sich auf Anfrage zugeknöpft. "Wir bitten um Verständnis, dass wir nicht kommentieren", heißt es dort nur. Damit wird die Meldung weder bestätigt noch dementiert. Auf der Internetseite lidl-reisen.de fand sich auch am Mittwochnachmittag noch kein Hinweis, dass der Geschäftsbetrieb womöglich bis Jahresende eingestellt wird. Buchungen waren auch für 2025 möglich.

Tchibo hat sich bereits zurückgezogen

Die Signale, dass das Geschäft mit Reisen für Handelsunternehmen nicht mehr so einfach ist, häufen sich allerdings. 1997 hatte zunächst Tchibo dieses Angebot eingeführt, 2006 folgten nacheinander Plus, Penny, Extra, Rewe, Lidl und Aldi. Während Extra als Handelskette nicht mehr existiert, gab Tchibo Ende vergangenen Jahres seine Reisesparte auf.

"Das Geschäft hat sich im Laufe der Jahre gut entwickelt, zeigte zuletzt aber ein zu geringes Wachstumspotenzial", erklärte Tchibo damals das Aus. Rewe-Chef Lionel Souque bezeichnete in einem Interview am Wochenende die Pauschaltouristik als ein "schwieriges Feld".

Lidl stellte bereits zwei Reise-Angebote ein

Die Schwarz-Gruppe hatte sich bereits 2020 von ihren Reiseanbietern Lidl Holidays und JT Touristik getrennt, wobei sie JT erst Ende 2017 übernommen hatte. Die Entscheidung fiel im Mai, wenige Wochen nach Beginn der Corona-Einschränkungen mit kompletten Reisebeschränkungen.

Beide Anbieter wurden damals zum Jahresende eingestellt, betroffen waren etwa 120 Mitarbeiter. Damals teilte ein Sprecher mit, Lidl wolle sich anschließend im Reisegeschäft ausschließlich auf die Vermittlung und Vermarktung von Angeboten von Partner-Reiseveranstaltern konzentrieren. Dies könnte bald auch Geschichte sein.

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