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Lidl steigt bei eSIM-Anbieter ein – welche Pläne der Discounter verfolgt

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Der Discounter der Schwarz-Gruppe beteiligt sich an einem Anbieter von eSim-Technologie und will sein Angebot auf alle europäischen Länder ausweiten, in denen es Lidl-Filialen gibt. Das steckt dahinter.


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Auf den ersten Blick liest es sich wie eine übliche Investition in ein Start-up: Lidl erwirbt 9,9 Prozent an 1global, einem Anbieter von eSim-Technologie für den Mobilfunk. Das Unternehmen mit Sitz in den Niederlanden wurde 2022 von Hakan Koc, Gründer der Gebrauchtwagenplattform Auto1, und einem Partner gegründet, kommt inzwischen auf 203 Millionen Euro Umsatz, hat 500 Mitarbeiter in 15 Ländern.

Doch hinter dem Einstieg steckt weit mehr, wie beide Unternehmen jetzt bekanntgaben: Gemeinsam soll ein Lidl-Mobilfunkangebot in allen 30 europäischen Ländern aufgebaut werden, in denen der Discounter Filialen betreibt. Ein wichtige Rolle soll dabei die Lidl-App spielen.

Lidl steigt bei eSIM-Anbieter 1global ein und verfolgt ambitionierte Ausbaupläne im Mobilfunkmarkt

„Wir demokratisieren die Mobilkommunikation“, sagt Julian Beer, Leiter Einkauf bei Lidl International. „Diese Partnerschaft versetzt uns in die Lage, selbst als Mobilfunkanbieter tätig zu werden.“ Lidl kann dann eigene Mobilfunktarife anbieten, ohne ein eigenes Netz betreiben zu müssen. Der Discounter werde stattdessen gemeinsam mit 1global Partnerschaften mit lokalen Mobilfunkbetreibern eingehen.

Diese profitierten als Partner von Lidls Reichweite, Wachstum und höherer Netzauslastung, während Lidl die Kundenakquise und den Kundenservice übernimmt, heißt es in der Mitteilung. 1global stelle die technische Plattform sowie Lizenzen und Partnerschaften mit Mobilfunknetzbetreibern in bereits zwölf Ländern bereit.

Mehr als 100 Millionen nutzen bereits die Lidl-App

Bislang bietet Lidl nur Prepaid-Mobilfunktarife über Lidl Connect an, und das schon seit 2015. Künftig soll es auch einen Mobilfunkvertrag ohne langfristige Bindung sowie die Möglichkeit umfassen, die Dienste über die Lidl Plus-App zu verwalten. Beer verweist dazu auf 12.000 Filialen in ganz Europa sowie mehr als 100 Millionen Nutzer der App. „Dies werden wir nahtlos in unser Kerngeschäft integrieren“, kündigt er an.

„Wir wollen die mobile Kommunikation so intuitiv, flexibel und digital wie möglich gestalten“, ergänzt Hakan Koc. „Unsere Technologie konzentriert sich auf digitale Angebote, die auf die Bedürfnisse von Nutzern und ihre Geräte zugeschnitten sind.“

Was der Schritt für Lidl strategisch bedeutet

Die App des Neckarsulmer Handelsunternehmens wird damit deutlich erweitert – vom reinen Kundenbindungs-Programm zur Verwaltung verschiedener digitaler Dienste. Lidl erweitert sein Geschäftsmodell nochmals über den klassischen Einzelhandel hinaus.

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