Südzucker
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Krankheiten setzten der Zuckerrübe zu

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Die Kampagne im Werk Offenau endete kurz vor Weihnachten. In diesem Jahr hofft Südzucker darauf, die Zikadenplage in den Griff zu bekommen, und will eine große Investition in Betrieb nehmen.

Von Mitte September bis kurz vor Weihnachten wurden die Zuckerrüben im Südzucker-Werk Offenau angeliefert und verarbeitet. Jetzt steigt kein Wasserdampf mehr aus dem Schornstein.
Von Mitte September bis kurz vor Weihnachten wurden die Zuckerrüben im Südzucker-Werk Offenau angeliefert und verarbeitet. Jetzt steigt kein Wasserdampf mehr aus dem Schornstein.  Foto: MARIO BERGER

Der Schornstein dampft nicht mehr: Am 21. Dezember kam der letzte Rübenlaster im Südzucker-Werk in Offenau an, einen Tag vor Heiligabend ist die letzte Zuckerrübe der jüngsten Kampagne verarbeitet worden. Damit ist alles gemäß den Planungen verlaufen, berichtet Werkleiter Hendrik Reimann: 95 bis 100 Tage waren vorgesehen, und so viele sind es nun auch geworden. Von längeren Stillständen, wie sie im Südzucker-Werk Plattling oder bei Nordzucker im Werk Schladen auftraten, blieb Offenau verschont. „Die Anlagenverfügbarkeit war sehr gut.“

Zikadenbefall verursachte Gummirüben und Fäulnis

Mit der Qualität sind der Werkleiter und Veit Nübel, Rohstoff-Leiter Baden-Württemberg beim SDax-Konzern, aber nur bedingt zufrieden. Erneut setzte Zikadenbefall den Pflanzen zu, es kam zur erstmals im Vorjahr aufgetretenen Krankheit Stolbur. In einigen Regionen in Baden-Württemberg bildeten sich wieder die gefürchteten Gummirüben. Immerhin habe diesmal regnerisches Wetter im September, zum Ende der Wachstumsperiode, Schäden wie im Vorjahr ausgebremst, erläutert Nübel. Dafür sei auf früh befallenen Feldern bei den Rüben Fäulnis aufgetreten.

Erträge und Zuckergehalt unter dem langjährigen Schnitt

Die Zuckergehalte lagen wieder unter dem langjährigen Durchschnitt des Werks von 18 Prozent, berichtet er weiter. Und der Ertrag belief sich auf einen etwa zehn Prozent niedrigeren Wert als der langjährige Schnitt von etwa 75 Tonnen Rüben pro Hektar. Wobei Nübel deutlich macht: „Es gab eine sehr große Spreizung. Die Erträge reichten von 30 bis zu 100 Tonnen.“ Die niedrigsten Werte wurden im Unterland und im Kreis Ludwigsburg verzeichnet, die höchsten Erträge im Taubertal und südlich von Stuttgart, berichtet er.

„Wir haben die Qualität trotzdem erreicht“, sagt der Rohstoffleiter. „Für das, was die Rübe durchmachen musste, sind wir zufrieden.“ Auch die Landwirte stehen weiter zum Zuckerrübenanbau, erzählt er. Zum einen, weil ihnen über ihren Anbau-Verband die Mehrheit am Südzucker-Konzern gehört. Da sei einfach eine emotionale Bindung vorhanden. Und zum anderen bestehe das „Rohstoffsicherungsnetz“, über das Südzucker Landwirten, deren Erträge unter bestimmten Werten liegen, die Ausfälle ausgleiche. Die Kontrahierung, also die Vereinbarung über den Anbau von Rüben in diesem Jahr, sei jedenfalls gelaufen, ohne dass es größere Flächen-Änderungen gegeben habe.

Das Leintal war eine Testregion

An der Bekämpfung der Zikade und der von ihr verursachten Krankheiten forscht derzeit die gesamte Branche, erzählt Nübel. Dabei würden verschiedene Maßnahmen untersucht, von der Fruchtfolge über neue Rübenzüchtungen bis zur direkten Bekämpfung. Eine Region, in der dazu geforscht und experimentiert wurde, war 2024 das Leintal. „Wir haben erste Erkenntnisse gewonnen, aber wir werden das Problem nicht so einfach lösen“, sagt der Rohstoffleiter. „Die Zikade ist ein würdiger Gegner.“ Immerhin sei es gelungen, durch die im Leintal und auch im Strohgäu getesteten Maßnahmen einen höheren Zuckerertrag zu erzielen.

Wärmepumpe soll im Frühjahr in Betrieb gehen

Im Werk Offenau ist nach dem Ende der Kampagne unterdessen Betriebsruhe eingekehrt. Die meisten Beschäftigten befinden sich derzeit in Urlaub. Übernächste Woche beginnen die üblichen Revisions- und Instandhaltungsarbeiten, erklärt Werkleiter Reimann.

Parallel wird an zwei Großinvestitionen des Standorts weitergearbeitet: Neben dem Verwaltungsgebäude wird gerade eine neue Saftreinigung errichtet. Und am anderen Ende des Geländes schreiten die Arbeiten an der Wärmepumpe voran. Das Werk Offenau erhält eine Pilotanlage, um eine klimaneutrale Energieerzeugung für die Rübenkampagne zu testen. Die nötigen Gebäude sind bereits errichtet, auch der Stahlbau schreitet voran. Reimann ist guter Dinge, dass die Wärmepumpe im ersten Quartal installiert wird. Sie soll dann ihren Betrieb in der Dicksaftkampagne aufnehmen. Diese läuft turnusgemäß  zwischen Ostern und Pfingsten.

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