IHK-Konjunkturumfrage Heilbronn-Franken: Wirtschaft bleibt weiter skeptisch
Die jüngste Umfrage der IHK Heilbronn-Franken belegt: Die hiesigen Unternehmen erwarten zwar keine weitere Verschlechterung mehr, aber auch keine deutliche Verbesserung. Einzelne Branchen leiden weiterhin stark.
Die wirtschaftliche Lage in der Region hat sich im vierten Quartal 2025 nur geringfügig verbessert. Das geht aus der jüngsten Konjunkturumfrage der IHK Heilbronn-Franken hervor, die am Dienstag vorgelegt wurde. Zwar habe sich die aktuelle Geschäftslage etwas aufgehellt, die Geschäfts-Aussichten blieben jedoch dahinter zurück.
„Alle Indikatoren sprechen deutlich dagegen, dass dies ein nachhaltiger Aufschwung ist“, sagte daher IHK-Hauptgeschäftsführerin Elke Döring.
Leichte Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in Heilbronn-Franken, aber keine Anzeichen für nachhaltigen Aufschwung
Der Index für die Geschäftslage kletterte demnach von 1,4 Punkte im Vorquartal auf 7,7, jener für die erwartete Geschäftslage sank hingegen leicht von minus 2,3 auf minus 2,8. Jedes fünfte Unternehmen geht dabei von sich verschlechternden Geschäften aus, jedes sechste Unternehmen sieht Anzeichen für eine Verbesserung.
Die große Masse erwartet, dass die Geschäfte in den nächsten Monaten ungefähr auf dem gleichen Niveau bleiben. Nur elf Prozent der Teilnehmer wollen Personal aufstocken, aber 27 Prozent Beschäftigung abbauen.
Einzelhandel mit schlechtem Weihnachtsgeschäft
Als größtes Problem wurde mit großem Abstand die schwache Inlandsnachfrage genannt. Vor allem der Einzelhandel beklagte in der Umfrage schlechte Umsätze im vierten Quartal, in das auch das wichtige Weihnachtsgeschäft fällt. „Die Leute halten das Geld zusammen wie lange nicht mehr“, erklärte Döring.

Einzig der Lebensmittelhandel hebe sich davon ab. Massive Rückschläge verbuchte außerdem der Wohnungsbau: Unklarheit über künftige politische Vorgaben, hohe Baupreise und Finanzierungsprobleme für Bauherren – unter anderem wegen Jobverlusts – sorgten für den harten Rückschlag.
Bei vielen Firmen ist die Finanzlage problematisch
Die Finanzen drücken aber auch die Unternehmen. Hohe Arbeitskosten nannten 57 Prozent der Teilnehmer an der Umfrage als großes Risiko, die Energiepreise belasteten knapp 36 Prozent. Kein Wunder, dass 43,9 Prozent der Unternehmen angaben: „Unsere Finanzlage ist problematisch“. Das ist ein Plus von 6,5 Prozentpunkten und ein schon länger nicht mehr erreichter Wert – zuletzt, meinte Elke Döring, waren die Angaben während Corona und während der Finanzkrise 2008 so schlecht.
Jedes fünfte Unternehmen meldete einen Eigenkapitalrückgang, jedes siebte Liquiditätsengpässe und zunehmende Forderungsausfälle. „Die Betriebe werden von zwei Seiten in die Zange genommen – von den Kunden und von den Lieferanten“, sagte die IHK-Chefin. Dennoch gaben nur 1,1 Prozent der Teilnehmer an, dass ihnen die Insolvenz drohe.
Unterschiedliche Erwartungen für das Wirtschaftswachstum
„Es ist noch ein langer Weg zu einem Wirtschaft-Comback“, meinte Döring. Der Dachverband DIHK gehe für dieses Jahr von einem Wachstum von 0,7 Prozent in Deutschland aus – die Bundesregierung erwartet mehr, und zwar 1,0 Prozent. „Wir sehen zwar einen Hoffnungsschimmer“, sagte die Hauptgeschäftsführerin. „Aber wir haben keinen Grund zu großer Freude.“
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am 11.02.2026 08:00 Uhr
Auch die Hotellerie und Gastronomie ist Zwangsmitglied in der IHK. Leider spielt diese Branche keine große Rolle in dieser Institution. Über unsere Probleme wird dabei nicht geredet. Die IHK finanziert sich über Grundbeiträge und einem Anteil an Unternehmensgewinnen die sie direkt vom Finanzamt mitgeteilt bekommen. Auch hier sehen wir eine öffentlich rechtliche Institution deren größte Aufgabe darin besteht sich selbst zu verwalten. Ein Blick in die Pensionsrücklagen für ehemalige Mitglieder der Geschäftsleitung und deren Angehörigen genügt.
Hoher Personalstand, Homeoffice, hohe Fehlzeiten bei super Arbeitszeiten kennzeichnen diesen Arbeitgeber.
Wo in der freien Wirtschaft bei sinkende Umsätzen schnell reagiert wird werden in der IHK erst einmal Statistiken erstellt anstelle der Politik einmal richtig die Meinung zu geigen. Geht leider als öffentlich Rechtliche nicht. Man könnte ja selbst zur Zielscheibe der Politik werden.
Jürgen Mosthaf