IHK macht unerwarteten Millionengewinn
Statt vier Millionen Euro Verlust stehen unter dem Strich zwei Millionen Plus - Sinken nun die Beiträge?

Der Haushalt einer IHK ist kein gewöhnlicher: Mittelfristig müssen Einnahmen und Ausgaben sich ausgleichen, um ihn nach den jüngsten Urteilen rechtskonform zu bestreiten. Und das bedeutet: Macht die IHK in einem Jahr Gewinn, muss sie im übernächsten Jahr diese Summe als Verlust einplanen, um das Ganze wieder auszugleichen - also zum Beispiel mehr ausgeben oder die Beiträge und andere Einnahmen senken.
Höhere Unternehmensgewinne als für das Corona-Jahr 2022 kalkuliert
Vor diesem Problem stand auch die IHK Heilbronn-Franken, als sie den Haushalt für 2023 aufstellte. Also plante sie einen Verlust von etwa vier Millionen Euro ein, was unter anderem durch die Senkung des Kammerbeitrags erreicht werden sollte. Doch in der jüngsten Sitzung der IHK-Vollversammlung, als der Jahresabschluss für 2023 vorgelegt wurde, folgte die Überraschung: Die Beiträge, die sich für jedes Mitglied anhand seines Gewinns ermessen, fielen deutlich höher aus als erwartet. "Wir hatten noch mit den Daten des letzten Corona-Jahres 2022 kalkuliert", begründete Hauptgeschäftsführerin Elke Döring dies. Dass der Aufschwung mit Ende der Einschränkungen dann so stark verlief und die Unternehmen deutlich höhere Gewinne machten, sei nicht erwartet worden. Die Beiträge fielen um 3,5 Millionen Euro höher aus als veranschlagt - trotz Senkung des Beitragssatzes. Und so stand unter dem Strich statt vier Millionen Euro Verlust ein Gewinn von 2,6 Millionen Euro - das Ergebnis lag 6,6 Millionen Euro über Plan, wie der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Christof Geiger erläuterte. "Dies ist aber auch bundesweit bei den Kammern zu beobachten" berichtete er.
Zentrum für Weiterbildung boomt
Zusätzlich trug zum Gewinn der IHK bei, dass es teilweise mehrere Monate lang unbesetzte Stellen gab, wodurch die Personalausgaben niedriger ausfielen als veranschlagt. Die IHK-eigene Zentrum für Weiterbildung spülte einen Gewinn von mehr als 0,7 Millionen Euro in die Kasse, unter anderem dank mehr Kursteilnehmern und weil vermehrt Online-Seminare angeboten wurden, wodurch keine Raum- und Fahrtkosten zu zahlen waren. Und schließlich mussten auch nicht mehr so hohe Energiekosten aufgebracht werden.
Inflationsausgleichsprämie beschlossen
Welche Folgen sich daraus ergeben, wird Thema beim Winter-Termin der Vollversammlung, sagte Döring. Dann werde über die Höhe des Kammerbeitrags beraten. Angegangen werden nun Pläne, Photovoltaik auf den Kammergebäuden zu installieren und die Fassade zu sanieren. Eine zusätzliche Ausgabe beschloss das Gremium aber schon jetzt: Für die Mitarbeiter der IHK wird es eine Inflationsausgleichsprämie geben. Dafür werden bis zu 180.000 Euro bereitgestellt.
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