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Herbststille auf dem Arbeitsmarkt

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Bei den Arbeitslosenzahlen hat sich im November bundesweit und regional wenig getan. Arbeitsagenturen werben dafür, Menschen mit Behinderung eine Chance zu geben.

Von jüp, dpa
Der Arbeitsmarkt präsentiert sich im November in Wartestellung. Es gibt kaum Bewegung nach oben oder nach unten.
Der Arbeitsmarkt präsentiert sich im November in Wartestellung. Es gibt kaum Bewegung nach oben oder nach unten.  Foto: Jan Woitas

Auch im November gab es wenig Bewegung auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Im Agenturbezirk Heilbronn waren 13.338 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 79 weniger als im Oktober. Die Quote liegt unverändert bei 4,7 Prozent. „Im Herbst haben wir im Heilbronner Raum in der Regel einen Rückgang der Arbeitslosigkeit. In diesem November ist er aber geringer, als sonst für diese Jahreszeit üblich. Aufgrund der wirtschaftlichen Schwäche halten sich viele Betriebe bei Neueinstellungen zurück oder bauen Arbeitsplätze ab. Deshalb kommt der Arbeitsmarkt weiterhin nicht richtig in Schwung“, beschreibt Katrin von Löwenstein, Leiterin der Heilbronner Arbeitsagentur, die aktuelle Lage,

Fachkräfte sind weiterhin gesucht

Dennoch gebe es Branchen, die Fachkräfte suchen. Aktuell nehmen die Arbeitsagenturen in der Woche der Menschen mit Behinderung diesen Personenkreis besonders in den Fokus. „Menschen mit Handicap sind nicht weniger leistungsfähig, wenn sie an der richtigen Stelle eingesetzt werden. Unternehmen, die ihnen eine Chance geben wollen, werden von uns umfassend beraten. Wir helfen, Arbeitsplätze anzupassen und Potenziale optimal zu nutzen“, betont von Löwenstein.

Im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim waren im November 13.005 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet – das sind 111 weniger als im Oktober. Die Quote bleibt stabil bei 3,7 Prozent. Auch hier zeigen sich die Folgen der schwachen Wirtschaft. Dennoch bleibe auch hier der Bedarf an qualifizierten Fachkräften groß, wie Agenturleiterin Elisabeth Giesen betont. Auch sie appelliert an die Unternehmen, Menschen mit Behinderung eine Chance zu geben. Im Hohenlohekreis waren zuletzt 2739 Männer und Frauen ohne Arbeit, das sind 64 mehr als im Oktober. Die Quote liegt weiterhin bei 3,6 Prozent.

In Baden-Württemberg entwickelt sich der Arbeitsmarkt wie saisonal üblich

In Baden-Württemberg ist die Zahl der Arbeitslosen im November um ein Prozent auf 290.477 gesunken. Dieser Rückgang entspreche der üblichen saisonalen Entwicklung, teilt die Behörde mit. „Der Arbeitsmarkt im Herbst 2025 ist etwas stabiler als in den beiden  Vorjahren“, sagt Martina Musati, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit.

Bundesweit ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im November im Vergleich zum Oktober um 26.000 auf 2,885 Millionen gesunken. Das sind 111.000 mehr als im November 2024, wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote sank leicht auf 6,1 Prozent. 

Bundesweiter Arbeitsmarkt ohne Schwung

„Die Schwäche der Konjunktur hält an und der Arbeitsmarkt bleibt ohne Schwung. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung haben im November saisonüblich abgenommen. Die Zahl der Beschäftigten stagniert und die Arbeitskräftenachfrage bleibt verhalten“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Andrea Nahles. Das Angebot an offenen Stellen geht weiter zurück – wenngleich auf niedrigem Niveau eine Stabilisierung beobachtet wird. Im November wurden der Bundesagentur für Arbeit 624.000 freie Arbeitsplätze gemeldet. Das sind 44.000 weniger als vor einem Jahr.

Die Kurzarbeit geht zurück

Zurückgegangen ist auch die Kurzarbeit. Nach aktuellen Daten der Nürnberger Statistiker wurde vom 1. bis einschließlich 24. November für 34.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt – ob dies dann in Anspruch genommen wird, klärt sich erst später.

986.000 Menschen erhielten nach einer Hochrechnung der Bundesagentur im November 2025 Arbeitslosengeld  –  das sind 96.000 mehr als noch vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Bürgergeldberechtigten belief sich hochgerechnet im November auf 3.819.000 – nicht alle Bürgergeldempfänger sind aber automatisch ohne Job, viele müssen ihre Bezüge über das Bürgergeld aufstocken. Gegenüber November 2024 war dies der Bundesagentur zufolge ein Rückgang um 122.000 Personen. 7,0 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig.

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