Hemdenhersteller Olymp bricht mit einer Tradition
Erstmals in der Unternehmensgeschichte werden auch Hosen ins Sortiment aufgenommen. Das und einen weiteren Punkt hat der geschäftsführende Gesellschafter bislang immer ausgeschlossen.

Jahrelang gab es zwei Fragen, die Mark Bezner stets mit einem "Nein!" beantwortete. Die erste lautete: "Werden Sie auch einmal Hosen ins Sortiment aufnehmen?" Und die zweite: "Werden Sie auch Kleidung für Damen anbieten?" Nun hat sich der geschäftsführende Gesellschafter des Hemdenherstellers Olymp bei Frage eins umentschieden: In dieser Saison gibt es erstmals Hosen im Onlineshop und den Läden des Familienunternehmens.
"Die Mode verändert sich permanent infolge neuer Arbeitsformen und Dresscodes", begründet Unternehmenssprecher Marc Fritz dies. "Daher entwickeln auch wir uns konsequent weiter. Vom Hemd zum smarten Look, vom Produktspezialisten zur Lifestyle-Brand." In den vergangenen Jahren wurden bereits mehr und mehr Pullover, Westen und Polo-Shirts in das Sortiment aufgenommen, begünstigt dadurch, dass 2010 der Strickwarenhersteller März München, mit einer eigenen Produktion in Ungarn, aus einer Insolvenz übernommen wurde. Vor allem dort werden seitdem die legeren Artikel für Olymp produziert.
"Wir verzeichnen eine erfreuliche Nachfrage."
"Der Total Look ist eines der zentralen Handlungsfelder, die wir im Rahmen unserer Unternehmensstrategie im vergangenen Jahr definiert haben", erläutert Fritz weiter. "Diesem Gesamt-Look, der ein komplettes Outfit von Kopf bis Fuß umfasst, kommen wir jetzt, mit dem Start unseres Hosensortiments im Onlineshop, eine große Schrittlänge näher."
Dass das funktionieren dürfte, habe sich schließlich bereits gezeigt - in den momentan 54 Ladengeschäften in Deutschland und Österreich würden bereits seit vielen Saisons Hosen angeboten. "Wir verzeichnen eine erfreuliche Nachfrage", berichtet Fritz. Nun seien fünf Ausführungen, als Chino, Business-Jogger und klassische Five-Pocket, in das offizielle Sortiment integriert worden. Das Unternehmen belässt es dabei bei klassischen, gedeckten Farben wie Blau, Grau, Schwarz und Beige, hergestellt sind sie aus Baumwolle, Bio-Baumwolle oder Baumwollmischungen. "Unser Ziel ist es, künftig das komplette Outfit aus einer Hand zu bieten", sagt der Unternehmenssprecher. Im Onlineshop finden sich auch schon Socken und Unterwäsche. Aber auch an der traditionellen Krawatte und dem Einstecktuch wird nach wie vor festgehalten.
Konsumflaute und Insolvenzen belasten das Geschäft
Olymp erweitert schon seit mehreren Jahren behutsam sein Portfolio. Vom reinen Hemdenhersteller, der darüber hinaus passende Accessoires wie Krawatten anbietet, hat sich die Bandbreite über Pullover und Westen mittlerweile bis zu T-Shirts und Polos ausgedehnt. Im vergangenen Jahr litt das Unternehmen dennoch unter der aufziehenden Konsumflaute und erzielte nur ein kleines Umsatzplus: Im Vergleich zum Vorjahr ging es um zwei Millionen Euro auf 229 Millionen Euro aufwärts. Inflation, Konsumflaute sowie Sanierungsfälle in der deutschen Modebranche hatten das Geschäft ausgebremst. Zu den gravierendsten Fällen aus Sicht der Bietigheimer zählten die Insolvenzen von Galeria Kaufhof sowie Peek & Cloppenburg. Daneben wirkten sich der Trend zum Homeoffice, das Verschwinden der Krawatte aus dem Geschäftsleben und der wachsende Onlinehandel auf die Geschäfte aus. Olymp hält seit einiger Zeit mit Kampagnen dagegen, die Erfolg mit Lifestyle verknüpfen sollen, und kooperierte dabei zunächst mit dem Schauspieler Gerard Butler und aktuell mit dem Profi-Segler Boris Herrmann sowie mit dem Fußballer Kevin Kuranyi.
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