Heideldruck wartet künftig auch andere als nur Druckmaschinen
Der Anlagenbauer übernimmt für Gerhard Schubert aus Crailsheim die Betreuung von Kunden in Brasilien.

Die Heidelberger Druckmaschinen AG überschreitet ihre Branchengrenzen: Erstmals wird sie nicht nur die Inbetriebnahme und Wartung von ihren eigenen Druckmaschinen betreuen, sondern auch von Verpackungsmaschinen. Für den Anlagenbauer Gerhard Schubert aus Crailsheim wird sie den Kundenservice in Brasilien abwickeln, teilte sie am Donnerstag mit.
Wartung, Beratung und die Versetzung kompletter Anlagen
Heidelberg übernehme dabei bereits die Produktionsbegleitung der Anlage, außerdem Leistungsoptimierungen wie Funktionstests sowie Störungsbehebungen, technische Beratung und Training, Inspektionen und Wartung, Montage und die Versetzung kompletter Anlagen. Vorstandsvorsitzender Jürgen Otto nannte diese neue Tätigkeit Teil der Wachstumsstrategie: Der börsennotierte Konzern weite seine Dienstleistungen nun auf die wachsende Verpackungsbranche aus.
Für das Crailsheimer Familienunternehmen Schubert gilt Brasilien als Wachstumsmarkt, erläutert dessen Geschäftsführer Marcel Kiessling. Die Zusammenarbeit mit Heidelberg sei hier ein idealer Schritt.
Der Vertrag mit Schubert soll nur der Anfang sein
Für Heidelberger Druckmaschinen soll diese Vereinbarung nur ein Anfang sein: Die Übernahme von Service und Kundendienst für Drittunternehmen soll ein neues Standbein werden. Schließlich verfügen die Wieslocher über ein weltweites Logistiknetzwerk, über das sich ein Ersatzteilservice auch für andere Hersteller abwickeln lasse. Heideldruck erhoffe sich davon Synergien und wiederkehrende Umsätze, wird mitgeteilt.
Das Unternehmen, das in diesem Jahr sein 175-jähriges Bestehen feiert, ist mit der Druckbranche durch viele Krisenjahre gegangen. Zuletzt konzentrierte sich der Konzern auf den Verpackungsdruck. Als erstes branchenfremdes Standbein wurde in den vergangenen Jahren die Produktion von Wallboxen für Elektroautos aufgebaut, die aber nur einen Bruchteil zum Konzernumsatz von mehr als zwei Milliarden Euro beiträgt. Neu sind nun Pläne, in die Rüstungsbranche einzusteigen. Dazu wurde eine Partnerschaft mit Vincorion Advanced Systems eingegangen. Heidelberger Druckmaschinen soll für Vincorion Regelungstechnik und Energieverteilungssysteme bauen – der schleswig-holsteinische Hersteller konstruiert Energieversorgungsanlagen für die Rüstungsindustrie.
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