Wirtschaft in Baden-Württemberg erleichtert über EU-Indien-Deal
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Die EU hat sich mit Indien auf ein Freihandelsabkommen geeinigt. Die Wirtschaft in Baden-Württemberg sieht darin große Chancen – trotz globaler Unsicherheiten.
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Die deutsche Wirtschaft ist voll des Lobes über das Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Indien. „Die Einigung mit Indien ist ein Durchbruch für Europa und ein starkes Zukunftssignal für unsere exportorientierte Wirtschaft in Baden-Württemberg. Gerade in einer Phase wachsender Unsicherheit brauchen unsere Unternehmen dringend neue Wachstumsmärkte – Indien wird dabei zu einem zentralen Baustein“, erklärte der Präsident der Unternehmer Baden-Württemberg (UBW), Thomas Bürkle.
„Mit der Schaffung einer riesigen Freihandelszone mit einem Markt von rund zwei Milliarden Menschen setzen die EU und Indien ein starkes Signal für offenen, regelbasierten Handel in geopolitisch schwierigen Zeiten.“
Handelsabkommen zwischen EU und Indien: Wirtschaft hofft auf sinkende Zölle
Für die Wirtschaft im Südwesten eröffnet das Abkommen erhebliche Chancen. „Wenn Zölle von bislang teils über 100 Prozent schrittweise sinken, dann ist das für unsere Automobil-, Maschinenbau-, Elektrotechnik- und Chemieunternehmen ein echter Hebel für mehr Absatz und Investitionen“, betonte Bürkle. „Das Abkommen schafft fairere Wettbewerbsbedingungen für Industrie und Dienstleister und macht signifikantes Wachstum in einem der dynamischsten Märkte der Welt realistisch.“
Die Einigung zum Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Indien ist aus Sicht des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertages (BWIHK) von besonderer Bedeutung. Sie setzt ein wichtiges Signal, dass Europa trotz interner Blockaden handlungsfähig bleibt und seine Handelspolitik strategisch weiterentwickelt. „Gerade der Umgang mit Mercosur zeigt, wie sehr sich Europa durch langwierige Verfahren und politische Verzögerungen selbst ausbremst“, sagt Claus Paal, BWIHK-Vizepräsident. Umso wichtiger sei es jetzt, mit Indien einen zentralen Wachstumspartner konsequent voranzubringen und Verlässlichkeit zu zeigen.
Indien weist hohe Wachstumsraten von sieben bis acht Prozent auf
Indien zähle zu den dynamischsten Wachstumsmärkten weltweit. Mit jährlichen Wachstumsraten von sieben bis acht Prozent werde das Land voraussichtlich noch in diesem Jahrzehnt zur drittgrößten Volkswirtschaft der Welt aufsteigen, betont der BWIHK.
Auch der Maschinenbauverband VDMA begrüßt das Abkommen. „Der exportorientierte Maschinen- und Anlagenbau braucht regelbasierten Handel wie die Luft zum Atmen. Das Freihandelsabkommen zwischen Indien und der EU bringt dringend benötigten Sauerstoff in eine Welt, die zunehmend von Handelskonflikten dominiert wird“, sagte VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann. Das Abkommen sei ein unübersehbares Signal für regelbasierten Handel und gegen das Recht des Stärkeren. „Heute ist ein Feiertag für den exportorientierten Maschinenbau“, so Brodtmann.
Deutsche Autobranche sieht große Chancen im Handel mit Indien
Für den deutschen Automobilverband VDA sagte Präsidentin Hildegard Müller: „Der erfolgreiche Abschluss der Verhandlungen zu einem Handelsabkommen zwischen der EU und Indien ist ein starkes Signal der Handlungsfähigkeit! Für beide Regionen und insbesondere für das Exportland Deutschland sowie die Unternehmen der deutschen Automobilindustrie ist das ein wichtiger Schritt. Damit wird ein dringend benötigter verbesserter Marktzugang in einem weltweit zunehmend protektionistischen Umfeld umgesetzt, auch wenn nicht sämtliche Hindernisse abgebaut werden“, sagte Müller.
Das Abkommen sei ein wichtiger Schritt zur Vertiefung der Kooperation, schafft Verlässlichkeit und unterstreicht die partnerschaftliche Zusammenarbeit beider Regionen. Indien sei für die deutsche Automobilindustrie ein zentraler Partner, ein wichtiger Produktionsstandort und wichtiger Zukunftsmarkt. „Der bereits drittgrößte Pkw-Einzelmarkt der Welt bietet enormes Potenzial“, betone Hildegard Müller.
Indien ist auch für Ziehl-Abegg ein Wachstumsmarkt
Mit Blick auf den absoluten Umsatz ist Indien für Ziehl-Abegg zwar nicht groß. „Aber prozentual war Indien im vergangenen Jahr für uns der größte Wachstumsmarkt in Asien“, sagt Joachim Ley, Vorstandsvorsitzender des Ventilatoren- und Motorenspezialisten aus Künzelsau. Das Land sei zum einen aufgrund seines riesigen Binnenmarktes für viele Unternehmen wichtig, zum anderen auch als Exportland. „Viele unserer globalen Kunden erweitern ihre Produktionskapazitäten in Indien, um von dort aus Südostasien und den mittleren Osten zu beliefern“, sagt Ley. Insofern könne jeglicher Freihandel hilfreich sein.
„Die grundsätzliche Einigung zwischen Indien und der EU-Kommission über ein Freihandelsabkommen ist eine gute Nachricht für unsere Unternehmen. Mit rund 1,4 Milliarden Einwohnern eröffnen sich auf Basis des Abkommens neue Markt- und Absatzchancen, die unsere Unternehmen in der aktuellen Lage dringend benötigen“, sagte die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut. „Mit einem Handelsvolumen von rund 4,2 Milliarden Euro ist Indien bereits heute ein wichtiger Handelspartner baden-württembergischer Unternehmen. Besonders für den Maschinenbau, der fast 38 Prozent der baden-württembergischen Exporte nach Indien ausmacht und als Schlüsselbranche aktuell unter erheblichem Wettbewerbsdruck steht, ist das Abkommen von großer Bedeutung“, so Hoffmeister-Kraut.
Indien sei aber weit mehr als ein großer und interessanter Absatzmarkt. „Indien ist ein dynamischer und innovativer Wachstumsmarkt, der für die Entwicklung neuer Produkte und als Technologiepartner große Potenziale bietet. Und Indien ist Werte- und Kooperationspartner, mit dem wir bei zahlreichen globalen Herausforderungen wie dem internationalen Klimaschutz vertrauensvoll zusammenarbeiten“, sagte die Ministerin.
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