Wie wird das Weihnachtsgeschäft? Handelsverband Baden-Württemberg gibt Ausblick
Die Stimmung der Verbraucher schlägt sich auch im Weihnachtsgeschäft nieder. Dennoch sind die Händler in Baden-Württemberg verhalten optimistisch.
Süßer die Kassen nie klingeln? Beim Handelsverband Baden-Württemberg herrscht nur für gewisse Produkte und Branchen große Vorfreude auf das Weihnachtsgeschäft. „Wir haben beim Umsatz das Vor-Corona-Niveau noch nicht erreicht“, sagt Sabine Hagmann, Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg. Und eine Umfrage unter dessen Mitgliedern belegt: Mehr als jeder zweite Anbieter rechnet dieses Jahr mit weniger Umsatz als im Vorjahr.
Handelsverband Baden-Württemberg: Jeder fünfte Händler macht beim Black Friday mit
Dabei werden die Kaufanreize eher stetig mehr. Diesen Montag hat die Black Week begonnen – das Phänomen aus den USA ist über Onlinehändler nun auch in den deutschen Einkaufsstraßen angekommen. Jeder fünfte Händler will sich am sogenannten Black Friday mit Rabattaktionen beteiligen, jeder vierte macht gleich die gesamte Black Week mit, ergab die Umfrage. Jeder dritte Unternehmer will hingegen mit anderen Aktionen während der Adventszeit punkten.

So auch Günter Warth, Inhaber von mehreren Modegeschäften zwischen Stuttgart und dem Bodensee. „Wir leiden ein bisschen unter der Black Week, weil die Verbraucher zum Teil unrealistische Rabatte erwarten“, berichtet er. „Wir müssen aber selbst mit Aktionen dabei sein.“ Eine Reaktion auf den Internetrummel: Die Städte und die örtlichen Gewerbevereine haben bereits in den ersten Novemberwochen mit der Weihnachtsdekoration begonnen. Das hebe bei den Kunden die Stimmung und locke sie in die City, hat der Biberacher Unternehmer festgestellt. „Das ist unsere Antwort darauf.“
Wintereinbruch freut die Händler – Doch insgesamt getrübte Stimmung bei Verbrauchern
Das Wetter muss zu Weihnachten natürlich stimmen – entsprechend freut sich Landes-Verbandspräsident Hermann Hutter über den Wintereinbruch am Wochenende. Sein Unternehmen verkauft Haushalts- und Spielwaren sowie Bücher. Relativ neu sei der Trend, dass auch Erwachsene zu Spielzeug greifen – die sogenannten Kidults oder Young Adults gönnen sich dann auch mal einen Baukasten für 500 Euro. Dieses Sortiment sei neu und wachse weiter. Doch insgesamt bleibe die Stimmung bei den Verbrauchern getrübt.
„Generell kann sich der Handel nicht von der allgemeinen Lage separieren“, sagt Hutter. „Deutschland ist momentan nicht gerade in Aufbruchstimmung. Wenn in den regionalen Unternehmen Entlassungen anstehen, führt das zu Verunsicherung.“
55 Prozent der Händler im Land rechnen mit weniger Umsatz als im Vorjahr
Wohl auch deshalb seien die Erwartungen der Händler im Land etwas schlechter als auf Bundesebene, ergänzt Sabine Hagmann: Während hierzulande 55 Prozent mit weniger Umsatz als im Vorjahr rechneten, sind es in ganz Deutschland nur 49 Prozent. Nur 16 Prozent der Händler registrierten laut der Umfrage eine bessere Stimmung bei den Kunden, 55 Prozent hingegen eine Verschlechterung.
Die Kundschaft achte zudem stärker auf den Preis und tätige insgesamt weniger Käufe. Nur jeder Fünfte meldete, dass weniger, aber hochwertiger eingekauft werde. „Die Konsumlaune wird eher verhalten eingeschätzt“, sagt sie. „Das hat auch mit der neuen Bundesregierung zu tun – sie hat immer noch nicht viel geliefert.“
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