Protest gegen Jobabbau bei GGB Heilbronn – IG Metall kündigt harte Verhandlungen an
Die Gewerkschaft IG Metall kündigt bei einer aktiven Mittagspause einen harten Einsatz für den Erhalt der Arbeitsplätze beim Heilbronner Gleitlager-Hersteller GGB an. 65 Jobs sollen gestrichen werden.
Die Geschäftsführung der GGB Heilbronn GmbH plant 65 der rund 115 Arbeitsplätze am Standort in den Böllinger Höfen abzubauen. Hintergrund ist der Abbau von Doppelstrukturen im Konzern Timken, der GGB im Jahr 2022 übernommen hat. Die IG Metall Heilbronn-Neckarsulm hatte am Dienstag erstmals zu einer aktiven Mittagspause aufgerufen, an der rund 50 GGB-Mitarbeiter teilnahmen. Die Beschäftigten fordern einen Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze und eine langfristige Perspektive für den verbleibenden Standort in Heilbronn.
GGB-Betriebsratsvorsitzende: Heilbronner Unternehmen steht gut da
„GGB Heilbronn steht gut da.“, sagt Christina Herkner-Weichert, Betriebsratsvorsitzende bei GGB Heilbronn. Das sei das klare Ergebnis der ersten Beratungen mit dem Arbeitgeber. „Die Veränderungen, die Timken plant, entstehen also nicht aus der wirtschaftlichen Not heraus, sondern allein, um noch mehr Gewinne zu erwirtschaften.“, sagt Herkner-Weichert. „Dabei ignoriert man den langjährigen Einsatz vieler Kolleginnen und Kollegen, die GGB da hingebracht haben, wo es heute steht.“

IG Metall kündigt harte Verhandlungen über GGB Heilbronn an
Niklas Anner, zuständiger Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall Heilbronn-Neckarsulm, kündigt harte Verhandlungen über die Zukunft von GGB Heilbronn an. „Wenn die Arbeitgeberseite erwartet hat, dass die Verhandlungen leise über die Bühne gehen, dann haben sie die Rechnung ohne die Beschäftigten bei GGB gemacht. Viele haben sich jetzt in der Gewerkschaft organisiert. Wir sind bereit, stark für die Interessen der Beschäftigten einzustehen.“
GGB-Betriebsrat legt Alternativkonzept vor
Weitere Aktionen der Gewerkschaft seien im Laufe der Verhandlungen geplant. Ziel sei es, eine Offenheit beim Arbeitgeber für die Vorschläge des Betriebsrats zu schaffen. An der Ausarbeitung von Alternativkonzepten werde gerade gearbeitet.
GGB stellt hochpräzise Gleitlager aus Metall- und Verbundmaterialien her. Zu den Kunden gehören Unternehmen aus der Automobilbranche, der Luft- und Raumfahrtindustrie, der Chemie, dem Bergbau und der Medizintechnik. Der Timken-Konzern aus den USA hatte GGB vor mehr als zwei Jahren für 305 Millionen Dollar übernommen. Timken ist einer der weltweit größten Hersteller von Wälzlagern mit rund 15.000 Mitarbeitern und mehr als drei Milliarden Dollar Umsatz.
Timken beteuert die Notwendigkeit des Stellenabbaus
Timken teilte am Freitagnachmittag mit, dass die geplante Umstrukturierung des Standorts GGB Heilbronn die Schließung und Verlagerung der Produktion und Lagerhaltung sowie einen Personalabbau in mittelbaren Bereichen umfasse. Diese Veränderung ist schwerwiegend. Sie ist aber notwendig, um unsere Abläufe zu rationalisieren und unsere Produktionsstandorte neu zu strukturieren, damit wir unsere Kunden weltweit besser bedienen können", teilte das Unternehmen mit.
Weiter hieß es: "Wir sind uns der Auswirkungen dieser Entscheidung auf unsere Mitarbeiter bewusst und werden verantwortungsbewusst damit umgehen. Wir werden eng mit dem Betriebsrat zusammenarbeiten, um eine faire und gute Lösung zu finden." Man werde weitere Informationen bekanntgeben, sobald eine Einigung erzielt wurde.
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