Stimme+
Bilanzvorlage
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Genossenschaftsbanken in Baden-Württemberg mit starkem Jahr

   | 
Lesezeit  1 Min
audio Anhören
Erfolgreich kopiert!

Die Volks- und Raiffeisenbanken in Baden-Württemberg steigern 2025 alle relevanten Kennzahlen. Aber der Mittelstand hält sich weiterhin mit Investitionen zurück.

Die Volks- und Raiffeisenbanken in Baden-Württemberg behaupten sich auch in konjunkturell anspruchsvollen Zeiten.
Die Volks- und Raiffeisenbanken in Baden-Württemberg behaupten sich auch in konjunkturell anspruchsvollen Zeiten.  Foto: Bernd Weißbrod

Die 115 Volks- und Raiffeisenbanken in Baden-Württemberg haben sich 2025 in einem schwierigen Umfeld erfolgreich geschlagen. Sowohl das Kredit- als auch das Einlagengeschäft entwickelte sich positiv, auch die Überschüsse konnten gesteigert werden. Das gab der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband (BWGV) am Dienstag bekannt. 

Private Wohnungskredite waren 2025 gefragt

So wuchs das Kreditgeschäft der Genossenschaftsbanken im Südwesten im vergangenen Jahr um 5,1 Prozent auf 147 Milliarden Euro. Haupttreiber waren hier die privaten Wohnimmobilienkredite, deren Volumen um 6,6 Prozent auf 79,7 Milliarden Euro stieg. „Das im vergangenen Jahr relativ konstante Zinsniveau sowie eine moderate Entwicklung der Immobilienpreise haben die Nachfrage nach Wohneigentum gesteigert“, sagt BWGV-Präsident Ulrich Theileis. Zudem habe man einen großen Bedarf an Sanierung registriert.

Die Kredite an Unternehmen und Selbstständige stiegen um 3,4 Prozent auf 58,5 Milliarden Euro an. Dennoch sagt Theileis: „Der Mittelstand hält sich mit Investitionen nach wie vor stark zurück, und wenn investiert wird, handelt es sich häufig um Ersatz- und nicht um Wachstumsinvestitionen.“ Theileis bemängelte fehlende konjunkturelle Impulse. „Das ist keine gute Nachricht für den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg.“

Bei den Einlagen setzen die Volksbank-Kunden auf Sicherheit und Verfügbarkeit

Bei den Einlagen gab es 2025 einen Zuwachs von vier Prozent auf 169,3 Milliarden Euro. Vor allem Giro- und Tagesgeldkonten waren bei den Kunden gefragt. Auch in klassische Fest- und Termingelder haben die Kunden den Angaben zufolge investiert. „Bei der Geldanlage stehen Sicherheit und Verfügbarkeit an erster Stelle“, sagt Theileis. Er weist darauf hin, dass man beim Vermögensaufbau und der  Altersvorsorge auch renditestärkere Anlageformen wie Aktien und Fonds nicht außer Acht lassen sollte.  Der BWGV-Präsident begrüßt vor diesem Hintergrund die Pläne der Bundesregierung zur Einführung eines Altersvorsorgedepots.

Die Bilanzsumme der 115 Volks- und Raiffeisenbanken in Baden-Württemberg erhöhte sich 2025 um 3,7 Prozent auf 221,5 Milliarden Euro. Der Zinsüberschuss kletterte um 8,8 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro, der Provisionsüberschuss stieg um 2,6 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Unter dem Strich erwirtschafteten die Genossenschaftsbanken einen Jahresüberschuss in Höhe von 590 Millionen Euro nach 572 Millionen Euro im Vorjahr.

Die Genossenschaftsbanken im Südwesten haben 6,1 Millionen Kunden

Die Zahl der Volks- und Raiffeisenbanken in Baden-Württemberg nahm im Jahr 2025 fusionsbedingt um sechs Institute auf 115 ab. Die Genossenschaftsbanken beschäftigen aktuell rund 20.600 Mitarbeiter, 2100 Auszubildende und zählen rund 6,1 Millionen Kunden. Mit 3,56 Millionen Mitgliedern ist mehr als die Hälfte aller Kunden (58 Prozent) auch Anteilseigner an einer Volks- oder Raiffeisenbank.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben