Mittelschicht und Oberschicht: Ab diesem Einkommen gelten Arbeitnehmer als reich
Nur rund vier Prozent der Menschen in Deutschland gehören zur Oberschicht. Eine aktuelle Studie zeigt, mit welchem Einkommen Menschen als reich gelten.
Im Wahlkampf haben die Parteien um sie geworben: die Mittelschicht. Kein Wunder, die meisten Menschen in Deutschland zählen dazu. Doch wie genau definiert sich diese Mittelschicht? Das hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) untersucht. Ergebnis: Singles sind ab einem Haushaltsnettoeinkommen von 1850 Euro Teil der Mitte im engeren Sinne, eine vierköpfige Familie ab 3880 Euro.
Dass eine Familie mit vier Personen nicht das vierfache Einkommen eines Singles braucht, um zur Mittelschicht zu gehören, liegt nach Angaben der Herausgeber an der sogenannten Bedarfsgewichtung: Kinder brauchen weniger Geld als Erwachsene und nicht jedes Familienmitglied wäscht mit der eigenen Waschmaschine.
Oberschicht in Deutschland: Nur vier Prozent der Bevölkerung gelten als reich
Zur Mittelschicht gehört eine Person nach IW-Definition, wenn ihr bedarfsgewichtetes Haushaltsnettoeinkommen zwischen 80 Prozent und 150 Prozent des mittleren Einkommens (Median) liegt. Wer mehr als 250 Prozent dieses sogenannten Medians im Monat zur Verfügung hat, der zählt zur Gruppe der relativ Einkommensreichen. Für Singles gilt das ab mindestens 5780 Euro.
Insgesamt gehören nur rund vier Prozent der Menschen in Deutschland zu dieser Oberschicht. Dass der Anteil aber verhältnismäßig klein ist, deckt sich nicht mit der Wahrnehmung der Menschen in Deutschland. Frühere Befragungen zeigen, dass der geschätzte Anteil einkommensreicher Menschen bei 25 Prozent liegt.
Untersuchung zum Gehalt: Ein Paar ohne Kinder gilt ab einem Einkommen über 8670 Euro als reich
„Reich sind in der eigenen Wahrnehmung zumeist die anderen“, sagt Studienautorin Judith Niehues. „Dass man als Paar ohne Kinder mit einem gemeinsamen Einkommen von über 8670 Euro zu den einkommensreichsten vier Prozent der Bevölkerung zählt, überrascht viele.“
Für die Erhebung haben Niehues und Co. Haushaltseinkommen nach Steuern, Abgaben und Transferleistungen (Nettoeinkommen) betrachtet, die sich auf das Vorjahr 2022 beziehen. Neben den Einkommen aus Arbeit wurden Renten, Kapital- und Vermögenseinkommen sowie geschätzte Mietvorteile aus selbstgenutztem Wohneigentum unter Abzug von Instandhaltungsausgaben, Hypotheken und Steuern berücksichtigt.
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