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Süwag trotzt dem Preisschock: Warum Gas für viele Kunden stabil bleibt

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Gas und Strom werden am Markt teurer – für Bestandskunden muss das nicht zwingend höhere Preise nach sich ziehen. Das zeigt das Beispiel des Grundversorgers Süwag. Neukunden aber müssen mehr zahlen.


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Dem Irankrieg zum Trotz hält die Süwag ihre Preise stabil: Der Grundversorger, der auch Haushalte in der Region Heilbronn beliefert, teilte am Dienstag mit, dass sich für seine Bestandskunden am Gaspreis nichts ändere. „Und das ist eine gute Nachricht“, sagte Christopher Osgood, der als Geschäftsführer für das Privatkundengeschäft der Süwag verantwortlich ist. Zumal die Preise auf dem kurzfristigen Spotmarkt zuletzt deutlich gestiegen sind.

Der Irankrieg und die Angriffe auf die Infrastruktur in den Golfstaaten haben die Gaspreise in die Höhe schnellen lassen. Aber nicht nur der Krieg: Auch der Winter hat zu der aktuellen Entwicklung beigetragen. „Im Vergleich zu den Vorjahren war der Winter dieses Jahr tatsächlich kälter“, erklärte Mario Beck, Geschäftsführer für den Bereich Geschäftskunden. Das hatte auch Auswirkungen auf die Gasspeicher im Land.

Grundversorger sieht aktuell keine Versorgungskrise für Deutschland

Aktuell sei der Füllstand bei rund 20 Prozent angelangt. „In diesem Jahr haben wir die Gasspeicher tatsächlich auch gebraucht“, führte Beck aus. Die vergangenen Winter seien milder verlaufen, insbesondere 2022 hatte Deutschland nach seiner Aussage Glück gehabt, als man mit schlecht gefüllten Gasspeichern in den Winter gegangen sei. „Wir können froh sein, dass der Winter vor vier Jahren nicht so streng war wie jetzt.“

Der Krieg im Nahen Osten hat die Gaspreise auf dem Spotmarkt nach oben getrieben. Das spüren aktuell aber vor allem Neukunden.
Der Krieg im Nahen Osten hat die Gaspreise auf dem Spotmarkt nach oben getrieben. Das spüren aktuell aber vor allem Neukunden.  Foto: Bernd Weißbrod

Infolge der jüngsten Ereignisse im Nahen Osten fehlten auf dem Weltmarkt zwar Gasmengen, was sich natürlich auf die Preise auswirke. „Eine Versorgungskrise für Deutschland zeichnet sich aber nicht ab“, machte Beck bei einer Pressekonferenz anlässlich des Krieges im Iran deutlich. Wie sich Verfügbarkeit und Preise über dieses Jahr hinaus entwickeln, hänge aber von der Dauer des Kriegs ab. Auf dem Weltmarkt sind zuletzt die Preise für die Jahre 2027 und 2028 gestiegen, für die sich die Versorger gerade eindecken.

Langfristige Strategie: Süwag hat Bedarfe für 2026 und teils auch für 2027 gedeckt

Dass die Süwag die Preise für ihre Kunden stabil halten kann, liege an der langfristigen Einkaufsstrategie, erklärte Osgood. „Wir decken unsere Mengen frühzeitig ein, daher sehen wir auch keinerlei Bedarf, etwas an den Preisen zu ändern.“ Die kompletten Mengen für 2026 seien bereits eingekauft. Und auch für 2027 habe die Süwag große Teile ihres Portfolios beschafft. „Das gehört zu einer seriösen Beschaffung eines Grundversorgers dazu, dass wir nicht auf kurzfristige Schwankungen setzen oder nach der letzten Chance suchen.“

Insofern habe die aktuelle Krise keine Auswirkungen auf die Preise in diesem Jahr. Im Gegenteil: Das Unternehmen profitiert im Bereich Strom von seiner Strategie und staatlichen Subventionen, so dass im ersten Halbjahr nach und nach über alle Kundengruppen hinweg der Preis um sechs Prozent sinken werde. Beim Gas bestünde die Hoffnung, dass die aktuell hohen Kosten am Spotmarkt nie beim Kunden ankommen – sofern sich die Lage im Nahen Osten in absehbarer Zeit wieder normalisiert.   

Neukunden müssen bei Gas und Strom aktuell rund 15 Prozent mehr bezahlen

Für Neukunden gelten die Preise jedoch nicht, sie spüren die jüngsten Ausschläge. Laut einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox haben sich die günstigsten Neuverträge im bundesweiten Schnitt binnen weniger Tage um 1,2 Cent pro Kilowattstunde verteuert. „Das entspricht einem Anstieg von rund 15 Prozent“, sagte ein Sprecher. Die günstigsten Stromtarife für Neukunden sind zuletzt um rund 16 Prozent teurer geworden. Gerade auch vor diesem Hintergrund empfahl Osgood nicht nur den rund 845.000 Süwag-Kunden, ihrem Versorger in der gegenwärtigen Situation treu zu bleiben. 

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