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Ventilatorenhersteller EBM-Papst bleibt für das laufende Jahr zurückhaltend

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Der Mulfinger Ventilatorenspezialist EBM-Papst sieht sich bei der Konzentration auf die Kerngeschäftsfelder auf einem guten Weg. Die Zeit der Rekordumsätze ist für den Weltmarktführer aus Hohenlohe aber vorerst vorbei.

Ein Blick in die Ventilatorenproduktion am Stammsitz von EBM-Papst in Mulfingen.
Ein Blick in die Ventilatorenproduktion am Stammsitz von EBM-Papst in Mulfingen.  Foto: Philipp Reinhard

Der Hohenloher Ventilatorenspezialist EBM-Papst treibt seine Fokussierung auf das Kerngeschäft weiter voran. Das Mulfinger Unternehmen konzentriert sich künftig auf die Luft- und Heiztechnik, wie CEO Klaus Geißdörfer bei der Bekanntgabe der Bilanz für das abgelaufene Jahr am Mittwoch betonte. EBM-Papst ist gerade dabei, sich von den Geschäftsfeldern Automobiltechnik und Hausgeräte zu trennen. So wird die Antriebstechnik-Sparte IDT wie berichtet an Siemens verkauft. "Wir sind bei der Transformation auf einem sehr guten Weg", sagte Geißdörfer.

Zahlreiche Faktoren sorgen bei EBM-Papst für einen Umsatzrückgang

Dieser Konzentrationskurs macht sich auch in den Zahlen für das Geschäftsjahr 2023/24 (31. März) bemerkbar. EBM-Papst verzeichnet hier einen Umsatz von 2,41 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang um 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Neben der laufenden Trennung der genannten Sparten habe die schwache Konjunktur in Europa, die Unsicherheiten im deutschen Heiztechnikmarkt und ein herausforderndes ökonomisches sowie geopolitisches Umfeld zu diesem Rückgang beigetragen, teilte Geißdörfer mit. 

Im Kerngeschäft Luft- und Klimatechnik legte EBM-Papst kräftig zu

Im Bereich der Luft- und Klimatechnik schaffte EBM-Papst ein Umsatzplus von 9,5 Prozent auf 1,73 Milliarden Euro. "Wir haben ein sehr erfolgreiches Jahr hinter uns", sagte Geißdörfer. „Die strategische Neuausrichtung unseres Unternehmens ist in vollem Gange und zeigt bereits Erfolge“, zeigt sich der Unternehmenschef zufrieden mit diesem Ergebnis. Zum Gewinn sagen die Hohenloher traditionell nichts. Auf Nachfrage sagte Geißdörfer aber, der Gewinn liege im Rahmen der Erwartungen. "Wir sind als Unternehmen zufrieden."

Leiharbeiter und befristet Beschäftigte in Osteuropa mussten gehen

Erfreulich sei auch die Entwicklung der Geschäfte in den USA und in Asien verlaufen, wo es jeweils Zuwächse gegeben habe. In Europa hingegen reagierte EBM-Papst auf die schwierige Marktsituation. An den osteuropäischen Standorten wurden Leiharbeiter abgebaut und befristete Verträge nicht verlängert. An den deutschen Standorten Landshut und Mulfingen setzte das Unternehmen auf Kurzarbeit in ausgewählten Bereichen. Personalchefin Sonja Fleischer nannte die Kurzarbeit ein "ganz wichtiges Instrument zur Beschäftigungssicherung". Die Konzentration gelte nun der Stammbelegschaft, sagte Fleischer. In den Zukunftsbereichen werde aber eher Personal gesucht, betonte sie.

EBM-Papst beschäftigt an den 27 Produktionsstätten weltweit sowie in den 49 Vertriebsniederlassungen aktuell 13.800 Mitarbeiter, das sind 7,6 Prozent weniger als im Vorjahr. 

EBM-Papst wird auch im laufenden Jahr kräftig investieren

Im laufenden Jahr will das Unternehmen kräftig in den Ausbau der Standorte und in die Entwicklung der Produkte investieren. Geplant sind Investitionen in Höhe von 187 Millionen Euro nach 166 Millionen Euro im zurückliegenden Geschäftsjahr. Ein wichtiges Zukunftsfeld für EBM-Papst sind die Themen Innovation, Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Vor allem von Künstlicher Intelligenz (KI) verspricht sich das Unternehmen viel. Geißdörfer nannte die Eröffnung des Solution Labs mit Schwerpunkt Elektronik- und Softwareentwicklung in Mulfingen sowie die Zusammenarbeit mit dem Innovation Park Artificial Intelligence (Ipai) in Heilbronn. Insgesamt investiert EBM-Papst in diesem Jahr 137,4 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung.

Zurückhaltender Ausblick von EBM-Papst-Chef Geißdörfer

Beim Ausblick gab sich EBM-Papst-Chef Geißdörfer zurückhaltend. "Ich erwarte ein flaches Jahr, vielleicht sogar leicht rückläufig beim Umsatz", sagte der Manager. Danach stünden die Zeichen jedoch wieder auf Wachstum. Geißdörfer bekräftigte das Ziel, bis zum Geschäftsjahr 2028/29 einen Umsatz von 3,5 Milliarden Euro zu erwirtschaften.

Harald Klaiber (links) folgt auf Hans Peter Fuchs als Finanzchef bei EBM-Papst
Harald Klaiber (links) folgt auf Hans Peter Fuchs als Finanzchef bei EBM-Papst  Foto: EBM-Papst

Nach 16 erfolgreichen Jahren als Finanzchef bei EBM-Papst tritt Hans Peter Fuchs im Alter von 62 Jahren nun in den Ruhestand. Sein Nachfolger ist Harald Klaiber (46), bisher kaufmännischer Geschäftsführer beim Esslinger Werkzeugmaschinenhersteller Index. "Damit ist der Generationenwechsel im Vorstand vollzogen", sagte EBM-Papst-Chef Klaus Geißdörfer, der Fuchs für seine hervorragende Arbeit dankte.

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