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Heilbronn/Nordheim

Eberhard wächst und investiert in der Krise

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Familienunternehmen profitiert von seiner breiten Aufstellung. Nach einem Umsatzwachstum im vergangenen Jahr sucht Eberhard aktuell Fachkräfte.

In Nordheim produziert Eberhard Präzisionsteile im Standard- und Sonderteilebereich. Die Nachfrage war zuletzt vor allem aus dem Ausland groß.
In Nordheim produziert Eberhard Präzisionsteile im Standard- und Sonderteilebereich. Die Nachfrage war zuletzt vor allem aus dem Ausland groß.  Foto: Eberhard

Das Familienunternehmen Gebrüder Eberhard behauptet sich in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld. Das Heilbronner Unternehmen profitiert dabei auch von seiner breiten Aufstellung. Denn zu dem Mittelständler gehören drei Unternehmensbereiche mit fünf Standorten. In Heilbronn-Böckingen sind der Elektrogroßhandel und das Eberhard Küchenstudio angesiedelt, in Nordheim der Bereich Präzisionsteile. Zu diesem Geschäftsfeld zählen auch die Niederlassungen in Bretzfeld und in Ohrdruf in Thüringen. Außerdem betreibt Eberhard im Elektrogroßhandel eine Niederlassung in Gornau bei Chemnitz. In der Gruppe beschäftigt das Familienunternehmen 500 Mitarbeiter.

Trotz belastender Rahmenbedingungen ist Eberhard 2024 gewachsen

Die angespannte konjunkturelle Situation geht auch an Eberhard nicht spurlos vorbei. Die hohen Energiekosten, die schwache Bauwirtschaft und hoher internationaler Preisdruck belasten die Geschäfte, wie Fabian Eberhard berichtet, der das Familienunternehmen gemeinsam mit seinem Cousin Manuel Eberhard führt. Roland Eberhard, der Vater von Manuel Eberhard, komplettiert die Geschäftsführung. Trotz allgemeiner Krisenstimmung ist das Unternehmen im vergangenen Jahr leicht gewachsen. Der Umsatz lag mit 131,4 Millionen Euro etwas höher als im Vorjahr mit 130 Millionen Euro. „Damit sind wir zufrieden“, sagt Fabian Eberhard. Im laufenden Jahr erwartet er eine ähnliche Geschäftsentwicklung, aber „keine großen Sprünge.“

Hauptverantwortlich für das Wachstum 2024 war die gute Nachfrage aus dem Ausland nach den Präzisionsteilen, die Eberhard in Nordheim fertigt. „Wir konnten vor allem im Bereich Sonderteile punkten“, sagt der Geschäftsführer. Bei den Standardteilen bekomme man hingegen den internationalen Kostendruck zu spüren. Mittlerweile beträgt der Exportanteil im Bereich Präzisionsteile mehr als 45 Prozent, wie Eberhard berichtet. Wichtige Märkte seien China, USA, Kanada, Italien und Luxemburg.

Die Nachfrage nach PV-Anlagen, Wärmepumpen und Wallboxen hat stark nachgelassen

Ein kleines Plus verzeichnete das Unternehmen auch im Elektrogroßhandel. Allerdings habe die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und Wallboxen für Elektro-Autos stark nachgelassen, wie Manuel Eberhard berichtet. Diese Produkte hatten in den zurückliegenden Jahren für kräftiges Wachstum bei den Heilbronnern gesorgt. Hier hänge viel von den politischen Rahmenbedingungen - etwa Zuschüsse - ab.

Die Küchenausstellung in Heilbronn-Böckingen hat Eberhard komplett neu konzipiert.
Die Küchenausstellung in Heilbronn-Böckingen hat Eberhard komplett neu konzipiert.  Foto: Eberhard

Einen leichten Rückgang verbuchte Eberhard zuletzt im Küchenverkauf. „Hier macht sich die Flaute im Neubau bemerkbar“, sagt Fabian Eberhard. Dennoch investiert das Unternehmen in dieses Standbein. „Wir haben die Küchenausstellung komplett neu gestaltet“, sagt der Geschäftsführer. Zwei bis drei Monate habe der Umbau und die Neugestaltung gedauert - inklusive neuer Böden, anderer Laufwege und einem modernen Lichtkonzept. 

Zudem schafft Eberhard mehr Platz am Standort in Heilbronn-Böckingen. Derzeit entsteht gerade ein Neubau neben den bestehenden Gebäuden, der die Lager- und Logistikkapazitäten im Elektrogroßhandel erweitern soll. „Wir haben dann 400 Quadratmeter zusätzliche Fläche“, sagt Manuel Eberhard. In einem halben Jahr soll die neue Halle stehen.

Eberhard hat derzeit 20 offene Stellen in allen Unternehmensbereichen

Ausgebaut wurde auch der Standort Bretzfeld, wo der eigene Maschinenbau und die Instandhaltung von Eberhard angesiedelt sind. Dorthin wurde die Öhringer Firma LW Präzisionsteile integriert, die Eberhard zum Jahresende übernommen hatte. In Bretzfeld arbeiten künftig acht Mitarbeiter, der Bereich soll aber ausgebaut werden. Manuel und Fabian Eberhard würden gerne noch mehr Mitarbeiter in den verschiedenen Unternehmensbereichen einstellen, aber die Personalsuche gestaltet sich schwierig. „Aktuell haben wir 20 offene Stellen“, berichtet Fabian Eberhard.

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