Damit das Unternehmen auf dem neuesten Stand ist, investiert Distelhäuser regelmäßig in die Brauerei. Zuletzt wurde beispielweise die Filtrationsanlage modernisiert und in eine neue Abfüllanlage im Fassbereich investiert. Auch Automatisierung ist in Distelhausen ein Thema, das immer wichtiger wird, um eine „zukunftsfähige Brauerei“ zu sein, wie Geschäftsführer Moritz Bauer es formuliert. „Wir denken langfristig in Generationen“, betont der 30-Jährige.
150 Jahre Distelhäuser Brauerei – Fest in Distelhausen als Höhepunkt
Die Distelhäuser Brauerei feiert in diesem Jahr ihren 150. Geburtstag. Mit Regionalität und Innovationen behauptet sich das Familienunternehmen auf dem hart umkämpften deutschen Biermarkt. Am 19. April steigt das große Brauereifest in Distelhausen.
Auf die Frage, was er sich für die nächsten 150 Jahre wünscht, antwortet Moritz Bauer ohne zu überlegen: „Immer eine frische Idee.“ Der Geschäftsführer der Distelhäuser Brauerei legt Wert darauf, dass dieser Werbeslogan mehr ist als ein Spruch. „Das ist unser Anspruch, das wollen wir jeden Tag leben“, sagt der 30-jährige Brauereichef, der das Unternehmen in siebter Generation führt.
Es gehe nicht darum, jeden Tag ein neues Bier oder Erfrischungsgetränk zu erfinden, sondern um die Kultur und den Umgang miteinander. „Es menschelt bei uns, wir sind kein Standard“, betont Bauer. Neben den Produkten habe diese besondere Unternehmenskultur dazu beigetragen, dass die Brauerei im Tauberbischofsheimer Stadtteil Distelhausen in diesem Jahr ihren 150. Geburtstag feiern kann.
Distelhäuser braut zum 150-jährigen Geburtstag ein bodenständiges Jubiläumsbier
Höhepunkt der Feierlichkeiten wird das Brauereifest am 19. April, vorher gibt es kleinere Feiern mit Kunden und Mitarbeitern. So durften die 100 Beschäftigten bereits das Jubiläumsbier kosten, das Distelhäuser extra zum runden Geburtstag eingebraut hat. „Kein Schnickschnack“, wie Moritz Bauer betont. „Ein helles Lagerbier, sehr bodenständig – wie wir selbst“, sagt der Geschäftsführer.

Bodenständig und traditionsbewusst auf der einen Seite, modern und innovativ auf der anderen Seite – das will die Distelhäuser Brauerei verkörpern. Und sich dabei nicht vom Zeitgeist oder der Konkurrenz treiben lassen. „Wenn wir etwas Neues machen, dann kommt es von uns, nicht vom Markt“, betont Bauer.
So bringt das Familienunternehmen immer wieder Saisonbiere wie Dinkelbier oder Bockbier heraus, die sich nicht am Massengeschmack orientieren. Und man trennt sich auch von Getränken, die bei der Kundschaft nicht gut ankommen. „Das dunkle Weizenbier haben wir eingestellt“, nennt Geschäftsführer Christoph Ebers ein Beispiel. Aktuell habe man einige neue Ideen in der Pipeline, spruchreif sei hier aber noch nichts.
Alkoholfreie Biere und Limonaden gehören fest ins Distelhäuser-Sortiment
Ganz kann sich Distelhäuser dem Zeitgeist freilich nicht verschließen. Alkoholfreie Biere wie Radler, Weizen oder Pils und Limonaden sind seit Jahren auf dem Vormarsch, darauf hat das Unternehmen reagiert. Die alkoholfreien Biere machen bereits rund zehn Prozent des Umsatzes aus, die Limonaden wie Cola-Mix oder Orange kommen sogar auf zwölf bis 13 Prozent, wie Ebers berichtet.
Die Nachfrage sei sehr gut, „regionale Limonaden gibt es nicht so viele“, erklärt der Geschäftsführer. Zumal Distelhäuser seine Limonaden auch in Fässern an die Gastronomie in der Großregion ausliefert.

Mit dieser regionalen Ausrichtung, die sich auch in der Mitgliedschaft bei Slow Brewing und den Freien Brauern widerspiegelt, fährt Distelhäuser seit Jahren gut. „Wir hatten im vergangenen Jahr einen stabilen Umsatz, wir sind zufrieden“, sagt Moritz Bauer. Dem gnadenlosen Preiskampf im rückläufigen deutschen Biermarkt entzieht sich das Unternehmen und will stattdessen mit regionaler Qualität punkten. Zahlreiche Auszeichnungen beim European Beer Award bestätigen diese Strategie.
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