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Deutscher Bundestag liebäugelt mit Stackit als Cloud-Dienstleister

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Nach Medienberichten könnte der Bundestag seine Daten in das Cloud-angebot der Schwarz-Gruppe verlagern. Eine Zwischenlösung bringt aber erst einmal SAP ins Spiel.


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Der Bundestag möchte sich von Microsoft 365 verabschieden und strebt eine eigene Cloud-Lösung mit europäischer Software an. Das berichtet das Portal Table Briefings unter Bezug auf ein Gespräch mit Bundestags-Vizepräsidentin Andrea Lindholz (CSU).

„Für den Deutschen Bundestag ist ein eigenständiges digitales Ökosystem von zentraler Bedeutung, da dieses die eigene Hoheit und Kontrolle über parlamentarische Prozesse und Daten gewährleistet, die Abhängigkeit von externen Anbietern reduziert und das Parlament gegenüber Cyberangriffen stärkt“, sagte sie demnach.

Etwa 10.000 Rechner müssten umgestellt werden

Laut dem Bericht läuft derzeit auf etwa 10.000 Rechnern im Bundestag, in der Bundestagsverwaltung, den Abgeordnetenbüros und Wahlkreisbüros das Softwarepaket Microsoft 365. Eine Schwierigkeit bei einem vollwertigen Ersatz ist, dass die gängigen Dateien in der Regel auf Microsoft basieren und alles entsprechend eng verzahnt ist. 

SAP-Angebot als Übergangslösung für den deutschen Bundestag

Als erster Schritt könnte die Delos-Cloud von SAP eingeführt werden, in die auch die Microsoft-Dienste integriert sind, heißt es in dem Bericht weiter. Die Cloud werde immerhin in Deutschland betrieben, während die Arbeitsfähigkeit des Parlaments aufrechterhalten bleibe. Langfristig, wird die Vizepräsidentin zitiert, habe man Stackit im Blick, die Cloud-Plattform der Schwarz-Gruppe. Ein Sprecher von Schwarz-Digits, der Digitalsparte der Schwarz-Gruppe, wollte dies nicht kommentieren.

Der Schwarz-Chef wirbt stark bei der deutschen Politik für sein Produkt

Gerd Chrzanowski, Chef der Schwarz-Gruppe, hatte erst vor Kurzem bei der Jahresauftaktklausur der SPD-Bundestagsfraktion dazu aufgerufen, dass Deutschland bei Künstlicher Intelligenz und Datensicherheit unabhängig werden müsse, und dabei auf die Stackit-Cloud verwiesen. „Die Zukunft sind Daten. Sie dürfen wir nicht in die Hände Amerikas oder Chinas geben“, habe er nach Medienberichten gesagt.

Im vergangenen September hatte der Schwarz-Chef bereits Bundeskanzler Friedrich Merz beim Schwarz Ecosystem Summit in Berlin begrüßt und über das Thema informiert. „Die Schwarz-Gruppe geht in dieser Hinsicht vorbildhaft voran. Sie bemüht sich zum Beispiel unter Einsatz eigener finanzieller Mittel intensiv um die Stärkung der technologischen Souveränität Deutschlands“, sagte Merz dort.

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