Von Stetten kokettiert mit Koalitions-Aus – ordnet seine Aussage aber ein
Beim Zukunftswiesen Summit spricht der CDU-Bundestagsabgeordnete von einem möglichen Ende der Regierung. Im Nachgang will er seine Aussagen nicht überbewertet wissen.
Für Christian von Stetten war der Zukunftswiesen Summit natürlich ein Heimspiel. Als Schirmherr des Events durfte der Bundestagsabgeordnete für den Kreis Schwäbisch Hall Hohenlohe bei der Eröffnung als einer der ersten zu den mehrheitlich Unternehmern und Gründern sprechen. Als mittelstandspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion ein vergleichsweise leichter Auftritt.
Zwar machte von Stetten auch das, was ein Schirmherr machen sollte: die Bedeutung des Zukunftswiesen Summits hervorzuheben, Ideen, Weitsicht sowie Einsatz der Organisatoren zu loben. Doch schnell schweifte er in die aktuelle Politik ab – und kokettierte zur allgemeinen Verwunderung offen mit einem Aus der Regierungskoalition zwischen CDU, CSU und SPD. Auf die Frage, wie lange Schwarz-Rot im Bund noch durchhalte, sagte er: „Zumindest keine vier Jahre – ganz sicher nicht.“
Von Stetten bei Zukunftswiesen Summit: Drei Parteien, die am Ende nicht zusammenpassen
Für die dringend erforderlichen Reformen für Deutschland blieben der Regierung noch drei, vielleicht vier Monate. Allerdings könnte es sein, dass sich die Partner nicht einig werden. „Wir haben drei Parteien, die am Ende des Tages nicht zusammenpassen“, machte von Stetten auf der Bühne deutlich. Wenn man das Land nicht mehr voranbringen könne, müsse man sich in die Augen schauen und sagen: „Wir beenden das besser.“

Der Bundestagsabgeordnete kritisierte die Entlastungsprämie in Höhe von 1000 Euro, die die Arbeitgeber ihren Angestellten steuer- und abgabefrei auszahlen können, als Verlegenheitsentscheidung. „Das geht zulasten Dritter – und ist der falsche Weg“, sagte er zur Entscheidung der Koalitionspartner. Auf die Palme hatte Christian von Stetten am Wochenende eine SPD-Forderung nach Steuererhöhungen und Aussetzen der Schuldenbremse gebracht.
„Kleine Veranstaltung im Wahlkreis“ – Aussagen nicht überbewerten
Das Land, aber auch die Unternehmer und Menschen seien am Limit, echauffierte sich der Abgeordnete auf der Bühne und erntete Applaus. Mit Blick auf die in dieser Woche vorgestellten Eckdaten für den Bundeshaushalt 2026 und die mittelfristige Finanzplanung machte von Stetten klar: Es muss gespart werden.
Gegenüber t-online hatte Christain von Stetten seine Aussagen im Nachgang relativiert. Es habe sich um eine Antwort bei einer „kleinen Veranstaltung im Wahlkreis“ gehandelt. „Das sollte nicht überbewertet werden“, meinte von Stetten. Es bleibe aber dabei, dass Reformen dringend notwendig seien.
„Was ich gesagt habe, bleibt so stehen“, teilte von Stetten der Heilbronner Stimme am Mittwochabend schriftlich mit. Nur in Bezug auf die Frage, ob er sich ein Fernduell mit der Berliner SPD zur schnellen Auflösung der Regierung liefere, stellt er klar: „Wenn ich das Duell gesucht hätte, hätte ich diese Aussagen auf einer Veranstaltung in Berlin getätigt und mit einer Presseerklärung nachgelegt.“
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Kommentare
Dagmar Wolter am 29.04.2026 17:19 Uhr
gut dass er es einordnet:
ein unwichtiger Hinterbänkler macht eine launige Aussage in einer unwichtigen Veranstaltung. Hier produzieren sich Möchtegern-Highperformer, als ob sie der Nabel der Welt wären.
Haken dran und alles vergesse.