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Werkzeughersteller Ceratizit in Besigheim schließt: 350 Mitarbeiter verlieren Jobs

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Der Werkzeughersteller Ceratizit schließt 2026 seine Werke in Besigheim und Empfingen – insgesamt 550 Beschäftigte verlieren ihre Jobs. Wie das Unternehmen den Schritt begründet. 


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Bittere Nachricht für Besigheim: Der Werkzeughersteller Ceratizit schließt das Werk in Besigheim. 350 Mitarbeiter verlieren 2026 ihren Job. Das gab das Luxemburger Unternehmen am Donnerstag bekannt. Ceratizit ist einer der größten gewerblichen Arbeitgeber in Besigheim.

Auch das Werk in Empfingen (Landkreis Freudenstadt) mit 200 Beschäftigten wird im Lauf des Jahres 2026 geschlossen.

Ceratizit-Werk in Besigheim schließt: Wie das Unternehmen den Schritt begründet

Das Unternehmen begründet diesen Schritt mit dem „anhaltend hohen Kostendruck und der auf absehbare Zeit herausfordernden Auftragslage“. Daher habe man eine Optimierung des internationalen Produktionsnetzwerks beschlossen, hieß es.

Das Ceratizit-Werk in Besigheim wird im Jahr 2026 geschlossen. 350 Mitarbeiter verlieren dann ihre Arbeitsplätze.
Das Ceratizit-Werk in Besigheim wird im Jahr 2026 geschlossen. 350 Mitarbeiter verlieren dann ihre Arbeitsplätze.  Foto: Archiv

Der Hersteller von hochspezialisierten Zerspanungswerkzeugen, Wendeschneidplatten, Stäben und Verschleißteilen aus Hartstoffen beschäftigt weltweit mehr als 7000 Mitarbeitern an mehr als 30 Produktionsstandorten. Die Ceratizit-Werkzeuge kommen in diversen Industrien wie etwa im Maschinenbau, in der Autobranche oder in der Öl- und Gasindustrie zum Einsatz.

Ceratizit schließt Werke: Abhängigkeit vom Automotive-Geschäft wurde den Standorten Besigheim und Empfingen zum Verhängnis

Die beiden Standorte in Besigheim und Empfingen seien besonders stark vom Automotive-Geschäft abhängig, teilte Ceratizit mit. „Sie kämpfen nicht nur mit der aktuell und perspektivisch schwachen Auftragslage, sondern auch mit einer international schwierigen Wettbewerbssituation“, schreibt das Unternehmen.

Die in Besigheim und Empfingen bisher produzierten Produkte sollen künftig an anderen europäischen Standorten der Gruppe hergestellt werden. Die Geschäftsführungen der betroffenen Standorte würden sich zeitnah in Gespräche mit der Arbeitnehmerseite begeben, um über einen Sozialplan und Interessenausgleich zu verhandeln, teilte Ceratizit mit. 

Ceratizit hatte Komet in Besigheim im Jahr 2017 übernommen

Die Luxemburger hatten das Besigheimer Unternehmen Komet 2017 übernommen. Damals arbeiteten noch gut 700 Beschäftigte für den Werkzeughersteller, dazu kamen 110 Mitarbeiter am Standort Stuttgart-Vaihingen. Ceratizit hatte damals angekündigt, den Standort Besigheim zum Kompetenzzentrum in der Gruppe ausbauen zu wollen. Doch daraus wurde nichts.

Im Jahr 2020 schloss Ceratizit das Zweigwerk in Stuttgart-Vaihingen und baute in den Folgejahren immer wieder massiv Personal in Besigheim ab. Das dortige Werk rutschte angesichts der Probleme in der Autobranche in die roten Zahlen und galt als nicht mehr konkurrenzfähig.

Auch mit der auf nun 350 Mitarbeiter geschrumpften Belegschaft schaffte der Werkzeugbauer offensichtlich nicht die Wende. Nun wird es für die Arbeitnehmervertreter darum gehen, für die Betroffenen das Beste herauszuholen, bevor im ehemaligen Komet-Werk 2026 die Lichter endgültig ausgehen.

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