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Bilanz 2025

Bosch rutscht in Verlustzone – welche Pläne der Konzern für 2026 verfolgt

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Bosch hat erstmals seit 2009 einen Verlust gemeldet. Hohe Kosten für den Stellenabbau sorgen für rote Zahlen. Konzernchef Hartung kündigt für 2026 ein Jahr des Aufbruchs an.


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Der Technologiekonzern Bosch ist 2025 erstmals seit vielen Jahren in die Verlustzone gerutscht. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag bei der Bilanzvorlage in Renningen mit. Das Ergebnis nach Steuern sank nach Angaben von Finanzchef Markus Forschner von 1,3 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf minus 400 Millionen Euro im vergangenen Geschäftsjahr.

Zuletzt hatte Bosch im Jahr 2009 einen Verlust hinnehmen müssen.

Bei Bosch brach 2025 erstmals seit 2009 der Gewinn ein

Das Ergebnis vor Steuern lag 2025 mit 500 Millionen Euro noch im positiven Bereich – allerdings deutlich unter dem Vorjahreswert von 2,7 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) brach um 42 Prozent von 3,1 auf 1,8 Milliarden Euro ein.

Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung von Bosch, will mit Innovationen auf den Weltmärkten punkten.
Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung von Bosch, will mit Innovationen auf den Weltmärkten punkten.  Foto: Bernd Weißbrod

Entsprechend sank die Rendite von 3,5 auf 2,0 Prozent und liegt damit weit unter der Zielmarke von sieben Prozent. Ein wesentlicher Grund für den Gewinneinbruch sind laut Forschner die Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 2,7 Milliarden Euro.

Bosch nimmt viel Geld für den Stellenabbau in die Hand

Wie berichtet baut Bosch tausende Arbeitsplätze ab, vor allem im Geschäftsbereich Mobility. Konzernchef Stefan Hartung wies auf die zahlreichen Vereinbarungen hin, die zuletzt mit den Arbeitnehmervertretern getroffen wurden. „Wir haben für diese Vereinbarungen – auch aus Geboten der Fairness gegenüber den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – sehr viel Geld in die Hand genommen“, sagt Hartung. Jedes weitere Zögern hätte ihm zufolge langfristig höhere Kosten verursacht.

Nun müsste die Maßnahmen so schnell und konsequent wie nötig und so sozialverträglich wie möglich ungesetzt werden, um ihre Wirksamkeit zu entfalten.


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Seinen Umsatz konnte Bosch 2025 mit 91 Milliarden Euro um 0,7 Prozent steigern. Während der Umsatz in Europa leicht rückläufig war, gab es in den anderen Weltregionen leichte Zuwächse. Die Mitarbeiterzahl sank um rund 5100 auf weltweit rund 412.800 Beschäftigte. In Deutschland beschäftigt Bosch 122.968 Mitarbeiter nach 129.649 im Vorjahr.

Für das laufende ist der Bosch-Chef durchaus optimistisch

Für das laufende Jahr zeigte sich Hartung trotz des weiterhin schwierigen Umfelds vorsichtig optimistisch. 2026 werde für Bosch ein Jahr des Aufbruchs, sagte der Manager. „Bosch liegt sehr gut im Rennen.“ Nachdem der Umsatz im ersten Quartal auf dem Niveau des Vorjahres gehalten wurde, erwartet der Bosch-Chef im Gesamtjahr ein Umsatzwachstum zwischen zwei und fünf Prozent.

Hartung erwartet Zuwächse in allen Unternehmensbereichen – am stärksten im Segment Energy and Building Technology. Auch den Gewinn will Bosch im laufenden Jahr erheblich verbessern. Hartung strebt eine Ebit-Rendite zwischen vier und sechs Prozent an nach zwei Prozent im zurückliegenden Jahr.

Bosch-Chef Hartung kündigt KI-gesteuertes Cockpit an

Der Bosch-Chef kündigte an, weiterhin zweispurig zu fahren. „Zum einen gilt es, das Kerngeschäft zu sichern und zu optimieren. Und zum anderen geht es darum, Wachstumsfelder gezielt und schnell zu erschließen“, sagte Hartung. Der Treiber dabei sei Innovation.

Der Manager nannte als Beispiel für Bosch-Neuheiten ein KI-gesteuertes Cockpit, das eine Mischung aus Assistent, Beifahrer und Chauffeur sei. „Es kann beraten, warnen und sogar mitdenken“, sagte Hartung. Zum Einparken reiche künftig ein Sprachbefehl. In der Testphase befinde sich zudem ein „fast schon revolutionärer Spurhalteassistent“, kündigte der Bosch-Chef an.

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