Stimme+
Energieversorgung

Bis 2030 investiert die EnBW 50 Milliarden Euro

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Der Energieversorger EnBW investiert kräftig in Netze und erneuerbare Energien. Bis 2030 sollen es 50 Milliarden Euro sein. An die Politik gibt es vor diesem Hintergrund aber eine klare Forderung.

Der Energieversorger EnBW investiert bis 2030 rund 50 Milliarden in den Ausbau seiner Infrastruktur. In Heilbronn wird gerade das neue Gaskraftwerk gebaut.
Der Energieversorger EnBW investiert bis 2030 rund 50 Milliarden in den Ausbau seiner Infrastruktur. In Heilbronn wird gerade das neue Gaskraftwerk gebaut.  Foto: Seidel, Ralf

Trotz deutschlandweit unvorteilhafter Wetterbedingungen für erneuerbare Energien hat sich das Geschäftsmodell der EnBW offenbar als resilient bewiesen: In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres erzielte die Energie Baden-Württemberg AG ein operatives Konzernergebnis von 2,4 Milliarden Euro.

Zwar liege das Ergebnis um sieben Prozent unter dem Vorjahr (2,6 Milliarden), aber „im Rahmen unserer Erwartungen“, so der stellvertretende EnBW-Vorstandsvorsitzende und Finanzvorstand Thomas Kusterer bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen. Für das gesamte Geschäftsjahr bestätigt der Energieversorger seine bereits im Geschäftsbericht 2024 veröffentlichte Prognose: Das erwartete Ebitda – also der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen – liegt unverändert in einer Bandbreite zwischen 4,8 und 5,3 Milliarden Euro.

Attraktivere Investitionsbedingungen entscheiden über weiteren Ausbau

Der Energieversorger befindet sich aktuell in einer Phase historisch hoher Investitionen. Allein in den ersten sechs Monaten des Jahres seien es über drei Milliarden Euro gewesen. „Bis 2030 planen wir, bis zu 50 Milliarden Euro zu investieren.“ Um die Voraussetzungen für den hohen Kapitalbedarf zu schaffen, hat der Energieversorger eine Kapitalerhöhung in Höhe von 3,1 Milliarden Euro vorgenommen, so Kusterer. „Sie verleiht uns größere finanzielle Handlungsspielräume in allen Geschäftsfeldern und versetzt uns in die Lage, unsere Marktposition in zentralen Wachstumssegmenten erfolgreich zu sichern und auszubauen.“

Mit Blick auf die Energiepolitik forderte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende, dass die Politik die Weichen jetzt auch richtig stellt. „Für die weitere nachhaltige Transformation des Energiesystems brauchen wir klare und verlässliche Rahmenbedingungen“, sagt Kusterer. Es bedürfe nicht nur mehr Kostenbewusstsein, sondern zugleich attraktivere Investitionsbedingungen. „Wir brauchen international wettbewerbsfähige Renditen, damit wir nicht nur nationales, sondern auch internationales Kapital mobilisieren können.“

Konzernüberschuss geht im Vergleich zum Vorjahr spürbar zurück 

Neben einem dringend benötigten Kraftwerkssicherheitsgesetz brauche es die Verzahnung mit einem ab 2028 vorgesehenen Kapazitätsmechanismus. „Die bedarfsorientierte Ausgestaltung wird am Ende darüber entscheiden, ob die notwendigen, flexibel einsetzbaren Gaskraftwerke als Partner der erneuerbaren Energien gebaut werden“, betonte der Finanzvorstand. Gleiches gelte für die Investitionen in den Ausbau und Betrieb der Transport- und Verteilnetze. Ohne stabilen Regulierungsrahmen und eine im internationalen Vergleich angemessene Verzinsung des eingesetzten Kapitals seien die notwendigen Investitionen in die Energieinfrastruktur nicht zu stemmen.

Der auf die Aktionäre der EnBW AG entfallende Konzernüberschuss ging zum Ende des ersten Halbjahres auf 632 Millionen Euro zurück (Vorjahr 927 Millionen). Grund hierfür ist ein gesunkenes Finanzergebnis, das im Wesentlichen aus einer niedrigeren Marktbewertung von Wertpapieren gegenüber dem Vorjahr resultiert.

Erneuerbaren-Anteil bei der ENBW soll bis 2030 bei 75 bis 80 Prozent liegen

Die Bruttoinvestitionen des Konzerns lagen mit 3,1 Milliarden Euro rund 25 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Die Mittel flossen in den Ausbau der Strom- und Gasnetze, den Ausbau der Offshore-Windkraft sowie in den Bau CO2-armer, wasserstofffähiger und flexibel einsetzbarer Gaskraftwerke. Aktuell befinden sich Anlagen mit einer Leistung von rund 1,7 Gigawatt im Bau, dazu zählt auch der Umbau des Kraftwerks in Heilbronn. Bis 2030 soll der Anteil der Erneuerbaren an der installierten Erzeugungskapazität der EnBW zwischen 75 und 80 Prozent betragen, aktuell liegt er bei rund 60 Prozent.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben