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Prognosen bis 2060
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In Baden-Württemberg werden wohl immer mehr Menschen leben

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Baden-Württembergs Bevölkerung wächst bis 2060 weiter – auf dann 11,8 Millionen Einwohner. Die tatsächliche Zahl hängt im Wesentlichen von einem Faktor ab. 


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Die Zahl der Einwohner in Baden-Württemberg ist in den vergangenen Jahren aufgrund der mitunter starken Zuwanderung deutlich angestiegen. Und auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten dürfte sich dieser Anstieg im Südwesten fortsetzen, so die Ergebnisse einer neuen Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Landesamtes.

Nach der sogenannten Hauptvariante, die auch in den kommenden Jahren eine Zuwanderung unterstellt, die dem langjährigen Durchschnitt entspricht, könnte die Einwohnerzahl des Landes bis zum Jahr 2060 um 570.000 auf dann 11,80 Millionen Menschen ansteigen. Zwar wird sich das Geburtendefizit – es werden weniger Kinder geboren als Personen sterben - in den nächsten Jahrzehnten aufgrund der Altersstruktur zunehmend vergrößern; dennoch läge der jährliche Wanderungsgewinn höher, so das Statistische Landesamt weiter.

Bevölkerung in Baden-Württemberg wächst weiter – je nach Zuwanderung

Da aber unklar ist, wie sich die Zuwanderung genau entwickelt, haben die Statistiker zwei weitere Varianten berechnet. Nach der sogenannten Unteren Variante, die von deutlich geringeren Wanderungsgewinnen als im langjährigen Durchschnitt ausgeht, würde die Bevölkerungszahl ab dem Jahr 2038 sinken. Im Jahr 2060 könnte die Einwohnerzahl um rund 110.000 Personen unter dem Niveau des Basisjahres 2023 liegen.

Dagegen würde die Zahl der Baden-Württemberger nach der Oberen Variante - also mehr Zuwanderung als im langjährigen Durchschnitt - deutlich ansteigen. „Der Südwesten hätte dann im Jahr 2060 etwa 12,49 Millionen Einwohner und damit immerhin knapp 1,26  Millionen mehr als Ende 2023“, heißt es in der Studie. Ausgangspunkt der neuen Vorausberechnungen sind die Bevölkerungszahlen zum 31. Dezember 2023, die seit Dezember 2024 verfügbar sind.

Wohl immer mehr Menschen in Baden-Württemberg – Alterung der Bevölkerung steigt

Die Alterung wird auf lange Sicht nur noch moderat ansteigen. In demografischer Hinsicht gab es im Jahr 2000 in Baden-Württemberg eine Zäsur: Erstmals lebten seit Bestehen des Landes etwas mehr 60-Jährige und Ältere als unter 20-Jährige im Südwesten (22,5 Prozent gegenüber 22,2 der Gesamtbevölkerung). Heute zählen bereits 29 Prozent zu den Älteren, aber nur noch 19 Prozent zu den Jüngeren.

Ausgangspunkt der neuen Vorausberechnung sind die Bevölkerungszahlen zum 31. Dezember 2023 auf Basis des Zensus des Jahres 2022.
Ausgangspunkt der neuen Vorausberechnung sind die Bevölkerungszahlen zum 31. Dezember 2023 auf Basis des Zensus des Jahres 2022.  Foto: dpa

Dieser zahlenmäßige Unterschied zwischen Jung und Alt wird sich aus heutiger Sicht zunächst etwas erhöhen: Der Anteil der unter 20-Jährigen könnte um das Jahr 2040 auf 18 Prozent zurückgehen - und sich der Anteil der über 60-Jährigen nochmals um zwei Prozentpunkte erhöhen. „Danach wird der Anteil der Älteren allerdings nur noch geringfügig zunehmen“, teilt das Statistische Landesamt mit.

Für die Bevölkerungsvorausberechnung wurde in der Hauptvariante eine über den gesamten Vorausberechnungszeitraum konstante Geburtenhäufigkeit von 1,4 Kindern pro Frau unterstellt. Außerdem wurde ein Anstieg der Lebenserwartung um etwa zwei Jahre bei Frauen und um knapp drei Jahre bei Männern bis zum Jahr 2060 angenommen. Was die Zuwanderung nach Baden-Württemberg betrifft, wurden Wanderungsgewinne bis 2060 für die Hauptvariante in Höhe von insgesamt zwei Millionen Personen vorgegeben.

Zahl der Hochbetagten in Baden-Württemberg wird größer

Dafür erreichen immer mehr Männer und Frauen ein hohes Alter. Im Gründungsjahr Baden-Württembergs 1952 waren lediglich 18.000 Einwohner mindestens 85 Jahre alt, derzeit sind es bereits etwa 370.000. Bis zum Jahr 2050 könnte sich deren Zahl um rund zwei Drittel vergrößern. Es gäbe dann mehr als 600.000 Hochbetagte in Baden-Württemberg.

Für sozial- und speziell altenpolitische Planungen ist es von besonderer Bedeutung, dass künftig die Zahl älterer und vor allem hochbetagter Menschen weiter ansteigen wird. Da es sich hierbei um eine Bevölkerungsgruppe mit einem hohen Pflegerisiko handelt, dürfte künftig auch die Zahl der Pflegebedürftigen erheblich ansteigen.

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