Stimme+
Neckarsulm
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Bechtle-Chef Olemotz kündigt Rückzug an

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Der Bechtle-Vorstandsvorsitzende Thomas Olemotz wird seinen Vertrag nicht verlängern und scheidet Ende 2026 beim IT-Dienstleister aus. Die Geschäfte laufen im zweiten Quartal wieder besser.

Bei Bechtle in Neckarsulm laufen die Geschäfte wieder besser.
Bei Bechtle in Neckarsulm laufen die Geschäfte wieder besser.  Foto: Bechtle

Die reinen Zahlen zum zweiten Quartal gerieten bei der Bechtle-Pressekonferenz am Freitag in den Hintergrund. Denn Vorstandschef Thomas Olemotz kündigte an, dass er seinen Vertrag, der am 31. Dezember 2026 ausläuft, nicht verlängern wird. „Ich bin dann 20 Jahr bei Bechtle. Da wird es Zeit, Platz zu machen für Jüngere“, sagt Olemotz bei der digitalen Pressekonferenz. Der 63-Jährige ist seit 2007 im Vorstand des Neckarsulmer IT-Dienstleisters und seit 2009 Vorstandsvorsitzender der Bechtle AG. Unter seiner Führung hat das Unternehmen einen rasanten Wachstumskurs hingelegt und regelmäßig neue Höchstmarken bei Umsatz und Gewinn erzielt.

Thomas Olemotz ist seit 2007 im Vorstand von Bechtle. Ende 2026 hört er auf.
Thomas Olemotz ist seit 2007 im Vorstand von Bechtle. Ende 2026 hört er auf.  Foto: Claudia Kempf

Wie Olemotz berichtet, wird Christian Jehle am 1. Januar 2026 als Finanzvorstand bei Bechtle beginnen. Der 49-Jährige, der unter anderem viele Jahre für SAP tätig war, wird dann auch Ressorts übernehmen, die bisher bei Thomas Olemotz angesiedelt sind. Olemotz sagte auf Nachfrage, Jehle sei nicht als sein Nachfolger geholt worden. Der Aufsichtsrat werde eine überzeugende Nachfolgeregelung im Laufe des nächsten Jahres finden. Neben Jehle und Olemotz  komplettieren Antje Leminsky, Konstantin Ebert und Michael Guschlbauer den fünfköpfigen Vorstand der Bechtle AG. Jehles Vertrag hat zunächst eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2028.

Bechtle-Geschäft zieht wieder an

Ob Olemotz in seinen beiden letzten Jahren bei Bechtle für erneute Rekorde bei Umsatz und Gewinn sorgen wird, bleibt abzuwarten. Zumindest hat der IT-Dienstleister seine kurze Schwächephase beendet. „Wir können insgesamt mit dem zweiten Quartal zufrieden sein. Die Richtung stimmt“, sagte Olemotz und sprach von einer Erholung des Geschäfts. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 0,8 Prozent auf 1,49 Milliarden Euro. Das Vorsteuerergebnis (EBT) sank im Vergleich zum Vorjahr allerdings deutlich um19,3 Prozent auf 66,8 Millionen Euro.

Vor allem im Ausland konnte Bechtle zuletzt zulegen. Starke Wachstumsimpulse kamen laut Olemotz aus den Benelux-Staaten und aus Großbritannien. Auch in Deutschland ziehe die Nachfrage der öffentlichen Kunden langsam an. „Wir sind zwar noch von den Wachstumswerten entfernt, die wir uns selbst zum Ziel setzen und zutrauen, befinden uns mit der Entwicklung im zweiten Quartal aber wieder zurück auf dem Wachstumspfad“, sagte der Bechtle-Chef. Die Nachfrage aus dem Mittelstand sei allerdings nach wie vor verhalten.

Bechtle hat 300 Mitarbeiter mehr an Bord

Im ersten Halbjahr 2025 verbuchten die Neckarsulmer einen leichten Umsatzrückgang um ein Prozent auf 2,95 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr. Das Vorsteuerergebnis (EBT) lag mit122 Millionen Euro um 26,4 Prozent niedriger als im Vorjahr. Bechtle beschäftigte zum 30. Juni 20025 15.608 Mitarbeiter, das sind 302 mehr als im Vorjahr.

Olemotz: Können unsere Ziele noch erreichen

Angesichts des positiven Trends, der sich im Juli fortsetzte, zeigte sich Olemotz zuversichtlich für das zweite Halbjahr. „Wir können die Ziele für das Gesamtjahr noch erreichen“, sagte er. Der Umsatz soll sich in einer Spanne von minus drei bis plus drei Prozent bewegen. Das Ergebnis soll in einer Bandbreite von minus 5 Prozent bis plus 5 Prozent liegen. Bei der Marge werde man wahrscheinlich unter dem Vorjahr liegen, sagte Olemotz, der weitere Akquisitionen für möglich hält. Zuletzt hatte Bechtle die Grupo Solutia Tecnologia aus Spanien und das niederländische Unternehmen E-Storage übernommen.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben