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Zehn Jahre nach „Wir schaffen das“: Was ausländische Berufstätige zur Wertschöpfung beitragen

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Eine neue Analyse zeigt: Ausländische Berufstätige spielen eine zunehmend wichtige Rolle auf dem Arbeitsmarkt – mit großen regionalen Unterschieden.


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Vor zehn Jahren prägte die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel den legendären Satz „Wir schaffen das“, der sich auf die Meisterung der Flüchtlingskrise bezog.

Ob das gelungen ist, darüber gehen die Meinungen je nach politischem Standpunkt weit auseinander. Unstrittig ist dagegen, dass Ausländer einen wichtigen Beitrag zur deutschen Volkswirtschaft leisten.

Zehn Jahre nach „Wir schaffen das“: In Deutschland gibt es 2024 mehr ausländische Berufstätige als 2015

Das bestätigt eine neue Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Demnach haben im Jahr 2024 rund sieben Millionen Ausländer in Deutschland gearbeitet, beinahe jeder sechste hatte keine deutsche Staatsbürgerschaft. Vor zehn Jahren, als Merkel diesen Satz sagte, hatte nur jeder zehnte Beschäftigte im Land keinen deutschen Pass. Es sind aktuell also deutlich mehr ausländische Beschäftigte in Deutschland tätig als 2015. 

Die rund sieben Millionen arbeitenden Ausländer haben laut IW im vergangenen Jahr 536 Milliarden Euro zur Wertschöpfung in Deutschland beigetragen. Das Bruttoinlandsprodukt lag 2024 bei 4,31 Billionen Euro. Allein die seit 2015 neu hinzugekommenen ausländischen Beschäftigten haben 240 Milliarden Euro erwirtschaftet. Berücksichtigt man auch die vorgelagerten Wertschöpfungseffekte und die Konsumausgaben, hängen laut IW sogar 706 Milliarden Euro Wertschöpfung von den ausländischen Beschäftigten ab. Das sind 16,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

In Baden-Württemberg tragen Ausländer besonders viel zur Wertschöpfung bei

An der Spitze steht hier Baden-Württemberg. 2024 trugen die Ausländer 17,3 Prozent zur Wertschöpfung bei. Schlusslicht ist Mecklenburg-Vorpommern, wo ausländische Beschäftigte im Jahr 2024 lediglich 5,4 Prozent zur Wertschöpfung beitrugen. In allen ostdeutschen Flächenländern liegt dieser Anteil deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.

„Wenn die Bundesländer es schaffen, ausländische Beschäftigte für ihren Arbeitsmarkt zu gewinnen, trägt das unmittelbar zum wirtschaftlichen Erfolg bei“, sagt IW-Expertin Benita Zink. „Andersherum profitieren ausländische Beschäftigte von der Arbeit, denn erfolgreiche Integration geschieht maßgeblich über den Arbeitsmarkt“, betont Zink. Das IW fordert eine Vereinfachung der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse, um die enormen Potenziale besser ausschöpfen zu können. 

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