Der Karrieretag Familienunternehmen ist eine gemeinsame Initiative führender Familienunternehmer, des Entrepreneurs Club und der Stiftung Familienunternehmen. Seit 2006 findet der Karrieretag zwei Mal im Jahr statt, immer an anderen Orten. Seither hat sich der Arbeitsmarkt zwar stark verändert. „Aber das Bedürfnis nach Talenten ist immer gleich geblieben“, sagt Stefan Klemm vom Entrepreneurs Club. 2026, zum 20. Geburtstag, wird die Schwarz-Gruppe in Neckarsulm Gastgeber des Karrieretags sein.
700 Kandidaten suchen ihren Traumjob bei einem Familienunternehmen
Zum zweiten Mal ist das Hohenloher Unternehmen Bürkert Gastgeber beim Karrieretag Familienunternehmen. Geschäftsführer Georg Stawowy ist ein großer Befürworter des Formats – das hängt mit seinem eigenen Werdegang zusammen.

Als vor acht Jahren zum ersten Mal der Karrieretag Familienunternehmen bei Bürkert stattfand, war auch Georg Stawowy da. Was das Unternehmen aus Ingelfingen genau machte, davon hatte der heutige Geschäftsführer des weltweit führenden Spezialisten für Fluide aller Art jedoch keinen Schimmer. An jenem Tag im Juni 2017 änderte sich das schlagartig.
Damals war Stawowy noch Vorstand für Technik und Innovation bei Lapp, das Stuttgarter Familienunternehmen war mit einem Stand beim Karrieretag in Ingelfingen vertreten. Geschäftsführer Matthias Lapp legte Stawowy nach einem Rundgang ans Herz, sich die Ausbildung von Bürkert an dessen Stand mal genauer anzuschauen. „Matthias Lapp wollte die Ausbildung genauso bei Lapp haben“, erzählt Georg Stawowy.
Karrieretag findet zum zweiten Mal nach 2017 bei Bürkert statt
So kam er überhaupt erst mit Bürkert in Kontakt, das wirkte nach: Sechs Jahre später, im April 2023, wurde Georg Stawowy zum Geschäftsführer von Bürkert ernannt. „Ohne den Karrieretag Familienunternehmen würde ich heute nicht hier sitzen“, sagt der Vater dreier Kinder am Freitag zum Auftakt der Recruitingmesse, die diesmal am neuen Campus in Criesbach über die Bühne geht.
„Ohne den Karrieretag Familienunternehmen würde ich heute nicht hier sitzen.“
Georg Stawowy
Der Karrieretag Familienunternehmen wirkt. Als sich die Möglichkeit bot, 2025 erneut als Ausrichter aufzutreten, setzte die Geschäftsführung alle Hebel in Bewegung – und erhielt für die 34. Auflage erneut den Zuschlag. Dabei wären andere Unternehmen vielleicht vorher dran gewesen. „Wir schätzen das Format sehr“, sagt Personalleiterin Meike Querengässer. Zwar hatte auch Bürkert am Freitag nur wenige offene Stellen im Angebot. „Wir sehen den Mehrwert des Karrieretags eher mittel- und langfristig“, sagt Querengässer. „Es geht um Sichtbarkeit.“
Auch andere Familienunternehmen setzen auf mittel- und langfristige Effekte
Das dürfte genauso für andere Familienunternehmen gelten, von denen sich am Freitag insgesamt 60 aus dem süddeutschen Raum im Systemhouse und der Produktionshalle auf dem Campus den 700 überwiegend jungen Menschen präsentieren. Jobs am Sitz in Mulfingen hatte auch EBM-Papst keine im Gepäck, der weltweit führende Hersteller von Ventilatoren aus Hohenlohe ist angesichts der wirtschaftlich schwierigen Zeiten zurückhaltend bei Neueinstellungen. „Trotzdem ist es wichtig, dass wir da sind, es geht um ein mittelfristiges Kennenlernen“, sagt Personalreferentin Kerstin Bischof.

Sie und ihre Kollegen hatten schon am Vormittag viele gute Gespräche geführt. Die Unternehmen nutzen dabei die Möglichkeit von Einzelinterviews, die sie mit den Kandidaten schon im Vorfeld der Messe ausgemacht hatten. Diese hatten sich für den Karrieretag bewerben müssen, aus über 1000 Kandidaten wurden 700 ausgewählt – eine bunte Mischung aus 60 Nationen.
Nachwuchskräfte wollen beim Karrieretag den Fuß in die Tür bekommen
„Mit über 50 Prozent machen die MINT-Fächer den größten Anteil aus“, erklärt Stefan Klemm vom Entrepreneurs Club mit Blick auf den naturwissenschaftlich-technischen Hintergrund der Bewerber. Die zweitgrößte Gruppe sind Wirtschaftswissenschaftler. Mit seinem dualen Studium internationales technisches Vertriebsmanagement gehört Simon Stockert dazu. Der 22-Jährige aus Schöntal hat am Morgen noch eine Klausur geschrieben, ist im Anschluss nach Ingelfingen geeilt. Was er sich erhofft: „Dass ich heute mindestens den ersten Fuß in die Tür bekomme.“
Bosch, Schwarz-Gruppe, Ziehl-Abegg: Regionale Familienunternehmen dabei
Und im Idealfall, nach einiger Zeit, vielleicht seinen Traumjob findet. Immerhin ist Stocker schon im letzten Jahr seines dualen Studiums. Genug interessante Firmen findet er beim Karrieretag in jedem Fall. Optima, Bosch, Hilti, Ziehl-Abegg, Kärcher, die Schwarz-Gruppe: „Alles Vorzeigeunternehmen“, findet Stocker. Dazu gehört für ihn auch Bürkert, natürlich. Am Stand des Gastgebers geht es hoch her. „Der Ansturm ist groß“, bestätigt Stefanie Karl.
Für Geschäftsführer Georg Stawowy hat die Personalreferentin aber eine gute Nachricht: „Als Geschäftsführer hat sich heute noch niemand beworben“, sagt sie darauf angesprochen. Gut möglich also, dass Georg Stawowy in seiner Funktion in Zukunft einen weiteren Karrieretag bei Bürkert erlebt.

Stimme.de
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