- 11. Mai: Mamertus, Bischof von Vienne
- 12. Mai: Pankratius, frühchristlicher Märtyrer
- 13. Mai: Servatius, Bischof von Tongeren
- 14. Mai: Bonifatius, frühchristlicher Märtyrer
- 15. Mai: Sophia, frühchristliche Märtyrin und Mutter dreier geweihter Jungfrauen
Wie lange droht noch Frost? „Kaltluftpotenzial ist bis weit in den Mai da“
In Heilbronn und der Region gibt es aktuell hohe Temperaturunterschiede: Tagsüber wird die 20-Grad-Marke geknackt, nachts wird vor Bodenfrost gewarnt. Wie lange muss noch mit kalten Nächten gerechnet werden?
Die Eisheiligen sind vom 11. bis 15. Mai – in diesem Zeitraum muss Bauernregeln zufolge mit einer Kälteperiode und Bodenfrost gerechnet werden. Das Wetter ist schon jetzt trügerisch: Während tagsüber gerne die 20-Grad-Marke geknackt wird, stürzen die Temperaturen nachts ab, es wird regional vor Bodenfrost gewarnt. Doch die letzte richtige Kälteperiode vor dem Sommer steht gar nicht unbedingt genau zu den Eisheiligen an.
Wie sieht es in diesem Jahr aus? Haben wir schon im April verfrühte Eisheilige? Bleiben sie in diesem Jahr aus oder schlagen sie voll zu? Der Meteorologe Jürgen Schmidt von Wetterkontor wirft für die Heilbronner Stimme einen genauen Blick auf das Wetter in der Region und erklärt, wie lange noch mit Frost gerechnet werden muss.
Von Marmetus bis „kalte Sophie“: Eisheilige bringen laut Bauernregel frische Polarluft
Während der Eisheiligen im Mai kommt es häufig zu Kälteeinbrüchen durch Polarluft, die von Norden nach Deutschland strömt. Dabei trifft es zuerst Norddeutschland, bevor sich die kalten Luftmassen bis in den Süden vorarbeiten.
So lautet etwa eine Regel: „Pflanze nie vor der kalten Sophie“ und: „Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist.“ Die „kalte Sophie“ ist die letzte der Eisheiligen:
Die Eisheiligen haben vor allem früher – bevor es Wetterberichte gegeben hat – in der Landwirtschaft Orientierung geboten, wie lange frostempfindliche Pflanzen nachts geschützt werden müssen.
Frost-Warnung in Region Heilbronn: Tagsüber mehr als 20 Grad, nachts stürzen die Temperaturen ab
Aktuell wird es in der Region Heilbronn bereits richtig warm – die Sonne hat tagsüber schon viel Kraft. Schließlich erreicht die Sonne schon in zwei Monaten ihren Höchststand, erklärt Jürgen Schmidt. Am 21. Juni ist Sommersonnenwende.
Bei wolkenfreiem blauen Himmel heizt es sich im April schnell auf. Nachts kühlt es bei klarem Himmel rasch ab, erklärt der Meteorologe. Daher gibt es derzeit große Differenzen zwischen den Tageshöchstwerten und den nächtlichen Temperaturen.
In den kommenden Tagen muss trotz der frühsommerlichen Wärme weiter mit Frost gerechnet werden. „Wir haben eine kalte polare Luftmasse, die hereingeführt wird“, erklärt ein DWD-Meteorologe. „Die Nächte sind sternenklar, da kann es auch schon mal leichte Minusgrade haben.“
In den meisten Landkreisen in Baden-Württemberg wird etwa in der Nacht auf Freitag (23. April) vor Frost gewarnt – darunter auch in und um Heilbronn sowie im Hohenlohekreis. In der Nacht zum Samstag muss erneut mit gebietsweise leichtem Frost gerechnet werden.
Tagsüber schießen die Temperaturen hoch: Voraussichtlich bis Montag (27. April) klettert das Thermometer in Heilbronn auf über 20 Grad. In der neuen Woche geht es etwas abwärts mit den Temperaturen, doch die Werte bleiben zweistellig.

Wie lange droht noch Frost? „Kaltluftpotenzial ist noch bis weit in den Mai da“
Sind das schon verfrühte Eisheilige? Nein, meint Jürgen Schmidt. Es deutet auch weiterhin auf Kaltlufteinbrüche im Mai hin. Im Norden Skandinaviens liegt noch mehr als ein halber Meter Schnee. „Wenn die Winde in nördliche Richtung drehen, kommt die kalte und trockene Luft zu uns“, erklärt der Wetterkontor-Meteorologe. „Kaltluftpotenzial ist noch bis weit in den Mai da.“
In den Wettermodellen zeige sich ein leichter Trend einer Nordwindlage im Mai. Allerdings: Je höher, desto kälter – während die Nächte rund um den Neckar milder bleiben können, ist die Frostgefahr in höheren Lagen größer. „In den typischerweise milden Lagen Deutschlands liegt die Spätfrostwahrscheinlichkeit ab Anfang Mai bei unter zehn Prozent“, heißt es beim DWD.
Eisheilige nur ein „Anhaltspunkt„– Frost-Näche drohen in den Wochen drumrum
„Die Eisheiligen sind generell nur ein Anhaltspunkt“, erklärt Jürgen Schmidt von Wetterkontor. Wann genau es im Mai Frostnächte gibt, variiert von Jahr zu Jahr – mal sind die Eisheiligen eine Woche früher, mal eine Woche später. Wer empfindliche Pflanzen auf dem Balkon oder im Garten hat oder generell plant, welche zu setzen, sollte den Wetterbericht im Blick behalten.
Als grober Richtwert sind die Eisheiligen aus Sicht des Deutschen Wetterdienstes nicht mehr das, was sie mal waren: Zwar könnten Spätfröste auch heute noch auftreten – sie seien nur seltener und oft weniger ausgeprägt, sagt Andreas Brömser, Experte für Agrarmeteorologie beim DWD.
Andreas Brömser benannte die Eisheiligen auch schon mal in „Schweißheilige“ um, mit Tageshöchstwerten von über 25 Grad in manchen Jahren. In anderen Jahren können sie bei entsprechender Witterung zu „Schneeheiligen“ werden – die Bauernregel bleibt also allenfalls grobe Orientierungshilfe, kein verlässlicher Kalender.
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