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Meinung zur EEG-Umlage: Milliarden in den falschen Topf

  
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Die EEG-Umlage wird auf 3,7 Cent abgesenkt. Das ist das falsche Signal, findet unser Kommentator. Denn eigentlich muss sie ganz weg.

CO2-Steuer eingeführt, Öl- und Gaspreise weltweit im Steigflug, dazu Lieferengpässe und wirtschaftliche Unsicherheiten - in dieser Gemengelage finden auch Stromversorger die ideale Argumentationshilfe, um ihre Preise zu erhöhen. Da scheint es angebracht, die seit Jahren preistreibend wirkende EEG-Umlage auch mit Bundeszuschüssen zu senken, um die Verbraucher zu entlasten. Doch ein Eingreifen Berlins auf diese Weise, zum jetzigen Zeitpunkt, ist nicht zielführend.

Von Beginn an eine Fehlkonstruktion

Was es braucht, ist eine grundsätzliche Reform und die jetzt auch vorgesehene Abschaffung des Förderinstruments EEG-Umlage. Die Berechnung ihrer Höhe war von Beginn an schon hochproblematisch. Vereinfacht lautet die Gleichung nämlich: Je billiger der Strom an der Strombörse, desto höher die EEG-Umlage. Das bedeutet, günstiger Ökostrom an wind- und sonnenreichen Tagen verteuert den Strompreis.

Der zweite Punkt: Die Umlage wird fast nur von Verbrauchern und kleinen Unternehmen gezahlt. Fast ein Fünftel des deutschen Stromverbrauchs geht aber an "energieintensive Unternehmen", die von der Umlage befreit sind - eine alles andere als gerechten Verteilung der Lasten.

Ein Großteil geht jetzt am Verbraucher vorbei

Ausgerechnet jetzt hätte die fragwürdige Konstruktion allerdings dazu geführt, dass die EEG-Umlage ohne staatliches Eingreifen um fast ein Drittel sinkt. Mit zusätzlichen Milliarden wird der Satz nun noch weiter gedrückt. Damit landet ein Großteil der Entlastung aber nicht beim Verbraucher, sondern in den Taschen der Versorger. Die ziehen derzeit mit teils überzogenen Preiserhöhungen all jene über den Tisch, die einen Anbieterwechsel scheuen.

 

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