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Obersulmer gründet nebenbei ein Start-up

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Mathias Schick hat neben seinem Hauptjob ein erfolgreiches Nebengewerbe gestartet. Der Informatiker aus Obersulm vertreibt einen Schlüsselfinder, der über eine spezielle App funktioniert.

Die Geschäftsidee ist nicht neu, aber sie funktioniert: Mit den kleinen Musegear-Findern sollte ein Schlüssel nicht mehr abhanden kommen.
Die Geschäftsidee ist nicht neu, aber sie funktioniert: Mit den kleinen Musegear-Findern sollte ein Schlüssel nicht mehr abhanden kommen.  Foto: privat

Als Informatiker war Mathias Schick schon in Berlin in einigen Start-ups aktiv. Dann kam er zurück in die alte Heimat, arbeitete beim Neckarsulmer IT-Spezialisten Bechtle, die Familie brauchte Zeit. „Aber ich war immer auf der Suche nach etwas, das ich nebenbei aufbauen kann“, erzählt Schick. Er hat es gefunden. Mit einem sogenannten Finder wurde der 37-Jährige erfolgreicher Teilzeit-Unternehmer.

2016 bestand seine erste Geschäftsidee erst einmal darin, in China Produkte zu kaufen und sie hier in Deutschland auf dem Amazon-Marktplatz zu verkaufen. „Das waren einfache Dinge wie Reisekissen oder Trolley Straps, um das Handgepäck auf dem Koffer zu befestigen“, erzählt Schick. Irgendwann habe er einen Keller voll mit fehlerhaften Geldbeuteln gehabt. „Ich habe auch Lehrgeld bezahlt“, gibt er zu. Doch dann kam er auf die Finder.


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Kein neues Konzept

Das Konzept ist nicht neu. Man befestigt die kleinen Geräte beispielsweise am Schlüsselbund, um diesen wiederzufinden, etwa wenn er hinters Sofa gerutscht ist. „Früher gab es welche, die auf Klatschen reagiert haben, dann gab es auch kleine Sender, um die Dinger piepsen zu lassen.“ Inzwischen lassen sie sich über das Smartphone lokalisieren.

Schick sah die Chance, nicht nur ein fertiges Produkt zu vertreiben, sondern dieses mithilfe einer App zu etwas Besonderem zu machen. „Datenschutz spielt hierzulande eine große Rolle, und es gibt nicht viele Anbieter, die den ernst nehmen“, sagt der Obersulmer.

 

Bei App auf Datenschutz geachtet

Mathias Schick, IT-Security-Spezialist und Unternehmer im Nebenjob.
Mathias Schick, IT-Security-Spezialist und Unternehmer im Nebenjob.  Foto: Gleichauf, Christian

Also engagierte er zwei Entwickler, die eine sichere und komfortable App für iOS und Android programmierten. Die kann den Finder wie mit einem Radar suchen, piepsen lassen, bei Verbindungsabbruch warnen – die Kommunikation läuft ausschließlich über Bluetooth. Den Finder kann man umgekehrt auch als Fernauslöser für die Smartphonekamera nutzen oder einen Ton am Handy abspielen lassen. „Der Nutzer muss dazu kein Konto anlegen, es werden keine nutzerbezogenen Daten erhoben, alles bleibt auf dem Handy“, sagt Schick.

So gelang es ihm, mit entsprechend positiven Testergebnissen etwa bei Techstage aus dem Heise-Verlag auch bei seinen Kunden zu punkten. Schnell ging es mit dem Geschäft nach vorn. Seit zwei Jahren stagniert das Geschäft allerdings, trotz einiger Neuerungen. Nicht zuletzt Apple setzte mit seinen Airtags neue Standards, nutzt die Macht der Vernetzung. Doch Schicks teils sehr kleine Musegear-Finder – es gibt auch welche im Scheckkarten-Format – sind vielseitig. „Ich denke, es gibt noch viele Einsatzgebiete.“ Überall, wo man den Standort eines Produkts identifizieren muss, und seien es Waren in einem Lager, könne der kleine Chip helfen, sagt Schick.

Weitere Ideen im Kopf

Für Schick und seine Mitstreiter bleibt es vorerst ein Nebenjob, und so fehle manchmal die Zeit, das Geschäft richtig voranzutreiben. Schon spukt die nächste Idee in seinem Kopf herum. Mit seinen Partnern hat er eine Vorrichtung entwickelt, die den 3D-Druck verbessern kann.

 

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