Astrazeneca-Impfung: Grundsätzlich unverzichtbar
Wieder wird die Impfung mit Astrazeneca gestoppt, diesmal glücklicherweise nur teilweise. Abermals läuft die Kommunikation nicht ideal. Doch auf erhöhte Risiken für Frauen lässt sich wenigstens reagieren, findet unser Redakteur Christian Gleichauf.
Es geht um Menschenleben. Das muss klar sein, wenn man über Nebenwirkungen von Arzneimitteln wie dem Astrazeneca-Impfstoff spricht. Nichts darf verheimlicht und nichts auf die leichte Schulter genommen werden. Doch um Menschenleben geht es auch, wenn Impfstoffe nicht mehr zum Einsatz kommen, die Tod und langfristige Folgen einer Krankheit verhindern.
Leider lief nach den jüngsten Warnungen vor möglichen Hirnvenenthrombosen bei jüngeren Frauen manches wieder unglücklich. Das Image des britisch-schwedischen Impfstoffs hat zuvor schon kräftig gelitten, weil das Gesundheitsministerium jüngst ohne Rücksicht auf die Gesamtsituation den Einsatz stoppte und dann wieder freigab. Vor diesem Hintergrund ist nicht nachvollziehbar, warum die Charité sowie Städte wie Berlin und München abermals einsame Entscheidungen treffen, die ein verantwortungsvolles Abwägen auf höherer Ebene erschweren.
Immerhin haben die Gesundheitsminister jetzt noch eine einheitliche Regelung beschlossen. Die Fachleute sind Zusammenhängen auf der Spur, so konnte man diesmal zielgerichtet reagieren. Ältere dürfen sich weiterhin impfen lassen, und man kann nur hoffen, dass sie das auch wollen. Denn grundsätzlich können wir derzeit auf keinen wirksamen Impfstoff verzichten.


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