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Meinung: Anreize fürs Impfen sind billiger, als später Geld ins Corona-Loch zu kippen

  
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Warum kein Tag frei fürs Impfen? Mit kreativen Ideen der Krise zu begegnen, damit tut sich Deutschland schwer, beklagt unser Autor

Verbissenheit ist auch in der Corona-Krise ein Markenzeichen der Deutschen. Während Politik und Stiko darum streiten, mit welchem Nutzen und welchem Risiko Jugendliche bei einer Impfung rechnen müssen, schrillen bei vielen skeptischen Erwachsenen bereits alle Alarmglocken. Also gibt es doch ein Risiko, denken da allzu viele.

Denn die Diskussion offenbart, dass uns noch immer viel Erfahrung fehlt - auch in der Wissenschaft. Gewiss ist nur, dass ohne hohe Impfquote im Herbst abermals Einschränkungen drohen, und diesmal wahrscheinlich mit drastischen Folgen für viele Selbstständige und Unternehmer, die sich bisher gerade noch über Wasser gehalten haben.

Der Impuls für alle, die an Aufschieberitis leiden

Gibt es ein Patentrezept, um dem zu begegnen? Sicher nicht. Impfgegner werden auch nicht durch einen Urlaubstag extra bekehrt. Doch die Vergesslichen, all jene, die unter der chronischen Aufschieberitis leiden, brauchen einen konkreten Anreiz, jetzt den Termin zu vereinbaren. Den sollte man ihnen geben.

Natürlich gilt dabei der Gleichheitsgrundsatz. Wer schon geimpft ist, muss dieselbe Bonuszahlung, den gleichen Vorteil erhalten wie die Spätzünder. Doch wer zu spät kommt, den darf das Leben auch bestrafen. Jetzt wäre die Zeit, nach dem richtigen Anreiz zu suchen.

Gerade in Unternehmen, die auf Agilität setzen, sollte das Konzept bekannt sein: Man startet einen Versuch, schaut sich die Ergebnisse an, bessert nach, startet den nächsten Versuch. Alles ist besser, als sehenden Auges in eine vierte Welle hineinzulaufen und - wenn nichts mehr zu machen ist - nach Schuldigen zu suchen und weitere Milliarden ins Corona-Loch zu kippen.

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