Stimme+
Mannheim

Mannheim entwickelt Ideen für die Stadt der Zukunft

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Beim Festival Innomake schlägt Oberbürgermeister Peter Kurz selbstkritische Töne an und mahnt zu mehr Geschwindigkeit bei der Transformation. Die Mobilitätswende wird in der Stadt immer deutlicher sichtbar.

Die Popakademie Baden-Württemberg in Mannheim ist eine Hochschule für die Musik- und Kreativwirtschaft sowie für Populäre Musik.
Die Popakademie Baden-Württemberg in Mannheim ist eine Hochschule für die Musik- und Kreativwirtschaft sowie für Populäre Musik.  Foto: Uwe Anspach/dpa

Über Jahrhunderte galt die Stadt an Rhein und Neckar als raue Arbeiterstadt. Doch seit einigen Jahren wandelt sich das Image Mannheims gewaltig, das Hafenviertel Jungbusch steht sinnbildlich dafür. Hier ist die Pop-Akademie beheimatet, die viele bekannte Künstler hervorgebracht hat, hier steht das Kreativwirtschafts- und Gründerzentrum C-Hub, überall auf den Straßen sind Hipster unterwegs, treffen sich in Straßencafés oder joggen entlang der Promenade.

Im Szeneviertel Jungbusch ist der Aufbruch deutlich spürbar

Der Aufbruch ist im Jungbusch besonders spürbar, doch auch an anderen Stellen der Stadt wird sichtbar, dass die Industriestadt sich verändert. Nachhaltigkeit und klimafreundliche Mobilität sind die Schlagworte, um die es inzwischen immer stärker geht: rote Fahrradstreifen, gedrosseltes Tempo auf den Hauptverkehrsachsen und für Autos gesperrte Bereiche in den innerstädtischen Quadraten prägen zunehmend das Gesicht der City.

Doch die Transformation hin zu einer nachhaltigeren Stadt, in der es sich besser leben lasse, gehe noch viel zu langsam, sagt Oberbürgermeister Peter Kurz am Mittwochabend im Kunstraum Port 25 im Jungbusch selbstkritisch – beim Abschluss des dreitägigen Festivals Innomake. „Wir stehen unter einem enormen Handlungsdruck und wir müssen uns ehrlich machen, es ist noch ganz viel notwendig, um besser zu werden“, so Kurz weiter. Man habe 25 Jahre oder noch länger „gepennt, jetzt müssen wir darüber nachdenken, wie wir schnell ins Handeln kommen“.

400 Teilnehmer diskutieren bei Innomake über neue Ideen für die nachhaltige Stadt

Welche Infrastruktur benötigt der mobile Mensch in einer Stadt der Zukunft mit hoher Aufenthaltsqualität? Wie schafft man das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Kreislaufwirtschaft? Um diese und weitere Zukunftsfragen ging es bei Innomake, bei dem 400 Personen – Bürger der Stadt, Vertreter von Unternehmen und Vereinen, die Klimaschutzagentur und Akteure von „Next“ zusammengekommen sind, ein „Startup-Ökosystem“ für urbane Innovation. Dessen Geschäftsführer Christian Sommer sagt, Ziel sei in erster Linie, miteinander ins Gespräch zu kommen, gemeinsam neue Ideen zu entwickeln und damit auch andere Perspektiven für das Miteinander.

„Bei Innomake müssen nicht zwingend Lösungen konkreter Art entstehen, aber das kann passieren.“ Zum Beispiel mit der App „Move on Mannheim“, die in einem der Workshops gemeinsam mit Vertretern der Inter-Versicherung entwickelt wurde. Die Idee: Die Bürger dabei zu unterstützen, auf mehr gesunde Mobilitätsformen umzusteigen. Sie sei zuversichtlich, dass sich das umsetzen lasse, sagt Karmen Strahonja, Geschäftsführerin des Stadtmarketings Mannheim.

 


Mehr zum Thema


Netzwerken und neue Leute treffen

Tempo Netzwerken, um Partner und Investoren zu finden, war dagegen das Ziel des Unternehmens Südzucker, das als neues Geschäftsfeld Proteine auf Pflanzenbasis als Fleischersatz herstellt. Es sei toll gewesen, bekannte Pfade zu verlassen und neue Kontakte zu knüpfen, heißt es nun als Fazit.

Eine Frage stellt Peter Kurz noch, auf die auch das Festival keine befriedigende Antwort geben kann: „Wie entfesseln wir schnell die transformative Kraft der Städte?“


Mehr zum Thema

Transparente hängen an der Fassade des Nationaltheaters Mannheim.
Mannheim (dpa/lsw)
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

120 Millionen von Bund und Land zur Theatersanierung


Nach oben  Nach oben