Berner-Umsatz überschreitet bisher magische Marke
Der Schraubenhändler wächst und macht 1,119 Milliarden Euro Umsatz. Die Chemie-Sparte erholt sich nach coronabedingten Rückgängen erst jetzt. Allerdings macht sich nun schon wieder die Abkühlung am Bau bemerkbar.
Die Berner-Gruppe ist im vergangenen Geschäftsjahr um knapp acht Prozent gewachsen. Erstmals überstieg der Umsatz die Marke von 1,1 Milliarden Euro - eine Marke, die über viele Jahre schier unüberwindbar schien. Die Umsatzmilliarde war schließlich schon 2011/12 erreicht worden. Zehn Jahre später macht Berner nun wieder einen großen Schritt nach vorn.
Berner: "Historische Bestmarken"
Besonders steil ging es in den Segmenten Automotive und Bau nach oben. "Ich freue mich, dass es uns trotz vieler Verwerfungen auf den Liefermärkten und Engpässen bei den Logistikern gelungen ist, den Umsatz auf eine historische Bestmarke zu steigern", erklärte Christian Berner, CEO der Berner Group.
Im Kerngeschäft Omnichannel Trading sei die Gruppe mit den Marken Berner und BTI sogar um fast zehn Prozent gewachsen. "Die Caramba Group hat im Gegensatz zu zahlreichen anderen Chemieunternehmen die Talsohle nach Corona viel schneller durchschritten", so Berner.
Die Chemie-Tochter hatte ein Minus von knapp sechs Prozent hinnehmen müssen, was den Auswirkungen des Corona-Geschäfts im Vorjahr geschuldet war. Mehrfach hatte es Produktionsumstellungen von Normalbetrieb auf Desinfektionsmittel und wieder zurück in den Normalbetrieb gegeben.
Seit Dezember legt der Umsatz des Chemie-Spezialisten aber wieder Monat für Monat zu, zuletzt im April und Mai mit rund 20 Prozent besonders deutlich. Auch für die Berner Group insgesamt ging es im neuen Geschäftsjahr seit dem 1. April weiter aufwärts. Das Plus lag in den ersten Monaten bei rund sechs Prozent.
Mehr als eine Milliarde Umsatz im Kerngeschäft
Im Geschäftsjahr 2021/22 lag der Gruppenumsatz bei 1,119 Milliarden Euro, 7,8 Prozent über dem Vorjahr. Der E-Commerce legte dabei um rund 28 Prozent zu. Rund 13 Prozent des Gesamtumsatzes werden inzwischen auf diesem Weg erzielt. Die Marken Berner und BTI machten über alle Kanäle erstmals mehr als eine Milliarde Euro Umsatz.
Angetrieben wurde die Entwicklung unter anderem von der guten Nachfrage von Werkstätten in der Automotive-Sparte und vom Bausektor. In beiden Bereichen lag der Umsatzzuwachs bei knapp zehn Prozent.
"Wir sehen allerdings seit einigen Monaten, dass die Entwicklungen in den Branchen Automotive und Bau unterschiedlich verlaufen. Im Bausektor wachsen wir nur halb so schnell wie in Automotive", so Christian Berner.
Starkes Süd- und Osteuropa-Geschäft
Nach Regionen legte die Gruppe vor allem in Süd-West mit der iberischen Halbinsel, Frankreich und den Benelux-Ländern stark zu, um mehr als 12 Prozent. In der Region Süd-Ost mit Italien und Osteuropa ging es sogar um mehr als 16 Prozent nach oben.
Seit dem Jahr 2015 hat der kleinere Würth-Konkurrent mit Sitz in Künzelsau und Köln nach eigenen Angaben konsequent die Digitalisierung der gesamten Gruppe vorangetrieben und stark in die Transformation investiert. Das zahle sich immer weiter aus: Die Umsätze im E-Commerce wuchsen im dritten Jahr in Folge zweistellig - dieses Mal mit 27,8 Prozent.
Berücksichtigt man alle alternativen Verkaufskanäle, also neben E-Commerce auch den Telefonvertrieb und die Depots, beträgt der Umsatzanteil bereits mehr als 25 Prozent. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren lag der Umsatzanteil der alternativen Kanäle im einstelligen Bereich.
Außendienstler legen ebenfalls zu
Die rund 5000 Vertriebsmitarbeiter haben beim Umsatz um acht Prozent besser abgeschnitten als im Vorjahr. Ihr Anteil am Gesamtumsatz entspricht demzufolge knapp 75 Prozent. "Heute sind wir viel robuster aufgestellt", sagt dazu Arthur Jaunich, Vorstand für die Bereiche Vertrieb und Marketing. Sein CEO ist optimistisch, dass Berner weiter Marktanteile gewinnen kann.
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