Bad Friedrichshall: Brief warnt vor Enkeltrick

Verein Lebenswerkstatt erweitert in Bad Friedrichshall sein Angebot

Gemeinsame Brief-Aktion gegen Betrug: Polizeipräsident Hans Becker (links), Bürgermeister Timo Frey und Polizeirätin Lisa-Maria Klesse. Foto: privat

Immer wieder bringen Betrüger alte Menschen mit miesen Tricks um ihr Erspartes. Deshalb starten nun das Polizeipräsidium Heilbronn und die Stadt Bad Friedrichshall das neue gemeinsame Kriminalpräventionsprojekt „Telefonbetrug, falscher Polizeibeamter und Enkeltrick“. 3500 Haushalte werden dafür persönlich angeschrieben.Eine beliebte Betrugsmasche ist der sogenannte „Enkeltrick“, bei dem sich fremde Personen am Telefon als Verwandte und Bekannte ausgeben und meist hohe Geldbeträge fordern. Eine andere Masche sind Anrufe von falschen Polizisten, die vor Betrügern warnen, ganz dreist erscheint sogar die 110 auf dem Display des Telefons. Das ist alles gefälscht. Die Kriminellen haben nur ein Ziel: Sie wollen an das ersparte Geld der Rentner kommen.Folgen Ziel der Präventionsmaßnahme ist, der steigenden Zahl an Enkel- und Polizistentricks entgegenwirken, denn „jeder Betrug ist einer zu viel, zumal diese Betrugsform oft existenzielle und massive Folgen für die Opfer hat“, betont der Heilbronner Polizeipräsident Hans Becker. Über 430 000 Euro haben Kriminelle im vergangenen Jahr im Bereich des Polizeipräsidiums Heilbronn mit Telefonbetrügereien erbeutet. „Die Dunkelziffer ist vermutlich hoch“, sagt Becker. Vielen Opfern sei es peinlich, zugeben zu müssen, auf die Betrugsmasche hereingefallen zu sein. „Sie schämen sich“, sagt Becker, „und verzichten dann darauf, die Tat überhaupt anzuzeigen.“ Doch die Kriminellen sind Profis: „Durch mehrfache Anrufe wird der psychische Druck erhöht und die Gutmütigkeit der Opfer ausgenutzt“, warnt Becker.Sensibilisierung Wie erreicht man ältere Menschen, auch gerade in Coronazeiten? Gemeinsam mit der Stadt Bad Friedrichshall und dem Polizeipräsidium wurde ein „Sensibilisierungsschreiben“ verfasst, welches jeder Bad Friedrichshaller Seniorin und jedem Senior ab 65 Jahren, insgesamt 3500 Haushalten, persönlich übersandt wird. Das Schreiben beinhaltet Informationen zum Deliktsbereich und der beigelegte Flyer „Vorsicht Abzocke“ enthält Verhaltenshinweise und Tipps, wie man sich schützen kann.Warnsignale Bei einer Pressekonferenz im Rathaus informierten Polizeipräsident Hans Becker, Polizeirätin Lisa-Maria Klesse vom Referat Prävention und Bad Friedrichshalls Bürgermeister Timo Frey über das Projekt gegen die Betrugsmaschen. Polizeirätin Klesse erklärt, dass sich das Konzept zwar vorwiegend an ältere Menschen richte, aber auch an alle anderen Altersklassen. Kinder und Enkel müssen die Senioren aufklären und warnen, aber auch externe Sensibilisierungen, etwa von Taxifahrern, sind nötig. Denn sie fahren ältere Leute zur Bank, und auch Täter benutzen Taxis. Dabei sollen die Fahrer auf Warnsignale achten. Wenn Seniorinnen und Senioren größere Geldbeträge abheben, müssen aber auch die Bankangestellten hellhörig werden. Dafür gibt es ebenfalls entsprechende Präventionsangebote der Polizei.Die Polizei bietet Vorträge für gefährdete Personenkreise an. Man habe mit den Theaterstücken „Hallo Oma“ und „Tatort Telefon“ in insgesamt 108 Veranstaltungen bereits 4500 Personen erreicht. Doch wegen der Corona-Pandemie mussten viele Veranstaltungen abgesagt werden. Deshalb sei die schriftliche Kontaktaufnahme so wichtig. sta  

Polizeipräsidium Heilbronn und Stadt Bad Friedrichshall stellen neues Präventionsformat vor

INFO

INFO Kontakt

Stadtmarketing Bad Friedrichshall, stadtmarketing@friedrichshall.de oder 07136 832 127. Öffnungszeiten: Dienstag 8.30 bis 12 Uhr und 13 bis 18.30 Uhr, Donnerstag 8.30 bis 12 Uhr.

Fallzahlen

2018 gingen die Betrugsanrufe explosionsartig nach oben. 2019 gab es im Heilbronner Land 290 erfasste Enkeltrickbetrugsfälle, davon waren sechs erfolgreich mit einem Schaden von 135000 Euro. Bei „Falsche Polizisten“-Betrügereien wurden 662 Fälle erfasst, davon waren elf erfolgreich mit einem Schaden von knapp 300000 Euro. sta

Volkstrauertag am 17. November

Bad Friedrichshall: Brief warnt vor Enkeltrick-2

Veranstaltungen während Corona sind anders, aber anders schön. Deshalb sollten sich Interessierte schon jetzt die Tickets für die Veranstaltungen der städtischen Reihe „Kultur pur!“ sichern, die im Oktober in die neue Saison startet. Aufgrund der wohl dann noch geltenden Abstandsregeln wird das Stadtmarketing mit dem Kulturprogramm voraussichtlich in die Lindenberghalle ausweichen, um ausreichend Platz für alle Gäste zu haben und die Abstandsregeln einhalten zu können. Für Hygiene wird gesorgt. Besucher können sich vor der Veranstaltung unter www.friedrichshall-tourismus.de informieren, ob diese in der Alten Kelter oder der Lindenberghalle stattfindet.

„Aber bitte mit Udo“ heißt es zum Auftakt am Samstag, 17. Oktober, 19.30 Uhr – der Musiker Martin Glönkler (Foto: privat) präsentiert seine Hommage an Udo Jürgens. Zu hören gibt es eine abwechslungsreiche Mischung aus neuen und alten, bekannten und unbekannten Songs, verknüpft mit zahlreichen Geschichten und Anekdoten. Das Publikum darf mitsingen und sich seine Lieblingssongs von Udo Jürgens wünschen. Karten kosten im Vorverkauf 18 Euro (Abendkasse: 21 Euro).

Auch Alois Gscheidle kommt zurück. „Zrücklehna und Lacha – des ischs Wichtigschde!“: Unter diesem Motto wird am Samstag, 14. November, 19.30 Uhr, gschimpft, gwettert, siniert, grübelt, und gschwätzt – natürlich auf schwäbisch. Tickets gibt es im Vorverkauf für 15 und an der Abendkasse für 18 Euro. sta

   

Spende für Hospiz

Die Jagstfelder Bäckerei Hirth hat sich an der Aktion „Zusammenhaltsbrezel“ der Landesregierung in Kooperation mit den Bäckerinnungen Baden-Württemberg beteiligt. Für einen guten Zweck wurden zwei Brezeln verkauft – verbunden mit einer Banderole, auf der steht: „Na klar, zusammen halt.“

Kürzlich konnten nun Johannes Hirth Senior und Junior einen Scheck in Höhe von 2000 Euro an Annemarie Jung, Vorsitzende des Hospiz der Gezeiten, übergeben. Insgesamt wurden 3400 Brezeln verkauft, die Bäckerei Hirth hat den Betrag aufgestockt. sta
   

Kinder und Familienbildung in der Kindertageseinrichtung im Plattenwald

Bad Friedrichshall: Brief warnt vor Enkeltrick-3
Sabine Kessler (Mentorin Erzieherinnen, von links), Stephanie Kern (AIM), Sonja Frank (Leitung Kita Plattenwald), Jana Seoane-Boga (Kindergarten Fachberaterin), Ann-Katrin Schmauder (Leiterin Schule, Kindergärten, Sport) und Iris Schumacher (Neumayer Stiftung) freuen sich über den Erfolg der KiFa. Foto: privat

Das Programm KiFa (Kinder- und Familienbildung) wird seit dem Kindergartenjahr 2017/2018 in der Kindertageseinrichtung Plattenwald durchgeführt. Unterstützt wird das Projekt von der Neumayer Stiftung als KiFa-Träger und Begleiter in der Praxis sowie von der Akademie für Innovative Bildung und Management Heilbronn-Franken (AIM) als Kooperationspartner.

KiFa ist ein Mütterprojekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, Mütter im Sozialraum Plattenwald und in der Kita miteinander zu vernetzen. Die Mentorinnen wurden in Qualifikationen durch die Neumayer Stiftung in den vergangenen drei Jahren begleitet und bereiteten gemeinsame Aktionen zu 15 verschiedenen Erziehungs- und Bildungsthemen, gemeinsame Ausflüge und Feste, auch in Kooperation mit dem Kita Plattenwald, vor, die dann durch die Elternmentorin durchgeführt wurden.

Mit KiFa wurde ein Wohlfühlort geschaffen, in dem Mütter die Chance zum offenen Austausch untereinander in entspannter Atmosphäre bekommen. Gemeinsame Aktionen stärken die Mütter als Gemeinschaft und integrieren sie in den Sozialraum Plattenwald. Verschiedene Kulturen bekommen die Möglichkeit auf neutralem Boden zusammen zu kommen. sta  
   

Grundsteinlegung für inklusives Wohnen

Verein Lebenswerkstatt erweitert in Bad Friedrichshall sein Angebot

In der Jagstfelder Straße wird es künftig neue Möglichkeiten für inklusives Wohnen geben. In enger Abstimmung mit der Stadt Bad Friedrichshall ergänzt der Verein Lebenswerkstatt für Menschen mit Behinderung sein bereits bestehendes Wohnhaus durch ein weiteres Haus mit 28 Wohnungen – 18 Ein-Personen- und zehn Zwei-Personen-Appartements. „Wir freuen uns, dass hier künftig weitere 38 Menschen mit Behinderung selbstständig und barrierefrei wohnen können“, sagt Pfarrer Friedemann Manz, Vorstand der Lebenswerkstatt.

Das sei nicht nur für die künftigen Neubürgerinnen und Neubürger erfreulich, sondern auch eine Bereicherung für das Quartier an sich, ergänzt Bürgermeister Timo Frey. Die Mieten für die Wohnungen orientieren sich an den Sätzen des Sozialamtes. Die zukünftigen Bewohner können in den neuen barrierefreien Appartements völlig selbstständig wohnen.

Im Erdgeschoss wird das Angebot ergänzt durch eine Tagesstruktur für Senioren und eine Anlaufstelle für alle diejenigen, die Fragen und Unterstützungsbedarf zum Thema Menschen mit Behinderung haben. Die Erdbauarbeiten sind abgeschlossen, im Juli wird der Grundstein gelegt. „Es war uns wichtig, die wertvollen Bäume – Spitzahorn, Eiche, Esche, Ulme – in der Mitte des Grundstücks zu erhalten. Das ist gelungen“, freut sich Manz. „Das ist zwar beim Bauen jetzt etwas aufwendiger, aber auf lange Sicht für alle ein Gewinn.“ Ziel ist es, eine naturnahe Grünfläche zu schaffen, die sowohl den Menschen, die in den Häusern wohnen, als auch dem Ökosystem vor Ort gerecht wird. sta