Hertwig über den Neckarsulmer Musikschulleiter Jochen Hennings: Musikschule über Jahrzehnte hinweg geprägt

NECKARSULM Jochen Hennings nach 32 Dienstjahren als Leiter verabschiedet

OB Steffen Hertwig (links) verabschiedet bei der jüngsten Gemeinderatssitzung Musikschulleiter Jochen Hennings in den Ruhestand. In der Mitte Ehefrau Christine. Foto: snp

Nach 32 Dienstjahren als Leiter der Städtischen Musikschule Neckarsulm und 42 Jahren im öffentlichen Dienst ist Musikdirektor Jochen Hennings in den Ruhestand verabschiedet worden. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung dankte OB Steffen Hertwig Hennings für dessen jahrzehntelanges Engagement im Dienste der Musikschule, der Schülerinnen und Schüler: „Sie haben die Neckarsulmer Musikschule nicht nur stetig weiterentwickelt. Sie haben sie geprägt.“

Schlüsselerlebnis Das Berufsleben von Jochen Hennings war von Anfang an auf Engste mit der Musik verknüpft. Ein richtungsweisendes Schlüsselerlebnis war der deutsch-amerikanische Schüleraustausch mit Boulder, Colorado, wo Jochen Hennings im dortigen High-School-Sinfonieorchester mitwirkte. Die Musik prägte von da an den weiteren Lebensweg über den Wehrdienst im Heeresmusikkorps in Ulm, das Musikstudium an der Stuttgarter Musikhochschule bis zur Tätigkeit als hauptamtlicher Lehrer für Violoncello an der Städtischen Musikschule Heilbronn. In dieser Zeit war Jochen Hennings Cellist im Neckarsulmer Kammerorchester. So entstanden die ersten Kontakte zur Musikschule Neckarsulm. 1990 wurde Jochen Hennings als Nachfolger von Gertraude Eychmüller zum Leiter der Städtischen Musikschule gewählt und 1994 zum Musikdirektor ernannt. Fortan engagierte er sich für das Ziel, allen Kindern mit der Elementaren Musikpädagogik eine musikalische Grundversorgung anzubieten. „An dieser Vision haben Sie mit Feuereifer gearbeitet“, urteilte Hertwig.

Herzensangelegenheiten Stationen auf diesem Weg waren die Gründung des Fachbereichs Popularmusik im Jahr 2002, das Kooperationsprojekt „Singen, Bewegen, Sprechen“ von 2010 bis 2018 in städtischen Kitas und der Aufbau des Jugend-Sinfonieorchesters von 1991 an. 30 Jahre lang begleitete Hennings das Jugend-Sinfonieorchester als Dirigent und künstlerischer Leiter. „Das JSO war und ist ein toller Botschafter unserer Stadt im In- und Ausland und zeugt von der hohen Qualität der Musikschule“, so der OB. Zu einem besonderen Aushängeschild der Musikschule wurde auch der Wettbewerb „Jugend musiziert“, dem sich Hennings in besonderer Weise widmete. „Das alljährlich hervorragende Ergebnis der Neckarsulmer Schüler hat immer wieder gezeigt: Die Musikschule steht für Qualität.“

Auch die Begabtenförderung, der Eltern- und Freundeskreis sowie der Förderverein des JugendSinfonieorchesters waren für Jochen Hennings Herzensangelegenheiten. Im Kollegenkreis habe er mit viel Vertrauen und Unterstützung ein „stabiles harmonisches Klima“ geschaffen. „Wir werden Sie und Ihre musikalische und menschliche Kompetenz vermissen.“ Mit diesen Worten dankte Hertwig dem scheidenden Musikschuldirektor.

Mit Leidenschaft Im Namen aller Gemeinderatsfraktionen dankte Stadtrat Joachim Eble dem langjährigen Musikschulleiter für die geleistete Arbeit: „Das Feld, das Sie nun hinterlassen werden, ist bestens bestellt. Mit fachlichem Können, mit Herzblut und leidenschaftlichem Engagement haben Sie diese Schule geleitet, ihr ein Gesicht und vor allen Dingen auch ein Renommee gegeben.“ Als äußeres Zeichen der Wertschätzung regte Joachim Eble an, das Pausenfoyer der Musikschule in „Jochen-Hennings-Foyer“ umzubenennen. „Wir werden das auf jeden Fall anstreben.“ An seine Stelle tritt die bisherige Stellvertreterin und Wunschkandidatin Hennings, Regine Kurzweil. snp


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