Stadt Neckarsulm startet Verfahren zur Markterkundung zum Aquatoll-Weiterbetrieb

NECKARSULM Gemeinderat legt Eckpunkte für Suche nach potenziellen Aquatoll-Investoren fest

Obes für das Aquatoll-Freizeitbad dank eines privaten Investors doch noch eine Zukunft geben wird, das soll ein Markterkundungsverfahren klären, das die Stadt Neckarsulm jetzt auf den Weg gebracht hat. Foto: Archiv/Berger

Die Stadt startet das Markterkundungsverfahren, um zu prüfen, ob das Aquatoll-Erlebnisbad weiterbetrieben werden kann. Das Verfahren soll klären, ob es auf dem Markt einen privaten externen Investor und Betreiber gibt, der Interesse daran hat, das Bad zu für die Stadt akzeptablen Bedingungen ganz oder in Teilen zu sanieren und weiter zu betreiben. Der Gemeinderat hat jetzt beschlossen, das Markterkundungsverfahren auf den Weg zu bringen und die Eckpunkte für das Verfahren festgelegt.

Grundlage Als Grundlage hat eine Arbeitsgruppe von Fraktionsvertretern, Verwaltungsexperten und externen Rechtsberatern ein Eckpunktepapier erarbeitet. Ziel ist es, den Marktteilnehmern die Rahmenbedingungen zu vermitteln, unter denen sich die Stadt einen privaten Weiterbetrieb des Erlebnisbades vorstellen könnte. Außerdem erhalten die Teilnehmer die Möglichkeit, eigene Ideen und Vorstellungen per Fragebogen einzubringen. „Die Stadt will nichts unversucht lassen, doch noch einen privaten Investor für das Aquatoll zu finden“, betont Oberbürgermeister Steffen Hertwig. „Daher starten wir jetzt ein inhaltlich und zeitlich klar strukturiertes Verfahren, mit dem wir die rechtlichen Vorgaben erfüllen und sicherstellen, dass alle potenziellen Interessenten gleich behandelt werden.“ Außerdem gewährleisten die vorab definierten Rahmenbedingungen, dass die Einsendungen der Marktteilnehmer miteinander verglichen werden können.

Im Vorfeld hatten sich bereits Interessenten gemeldet und ein mögliches Interesse für eine Übernahme des Gesamtbades oder nur der Sauna signalisiert. Diese werden jetzt in das Verfahren einbezogen. Zudem werden weitere geeignete, qualifizierte Unternehmen im Bäderbereich beteiligt. Es handelt sich um ein informelles Verfahren, aus dem sich keinerlei vergaberechtliche oder sonstige Verpflichtungen seitens der Stadt ergeben. Mit der Markterkundung soll ein etwaiges Vergabeverfahren vorbereitet werden. Sofern die Markterkundung zu verwertbaren Ergebnissen führt, entscheidet der Gemeinderat, ob auf dieser Grundlage ein förmliches Vergabeverfahren eingeleitet werden soll. Wie im Eckpunktepapier festgelegt, strebt die Stadt ein Investorenmodell mit der integrierten Gesamtleistung „Planen, Bauen/Sanieren, Betreiben“ an. Der Investor baut beziehungsweise saniert das bestehende Bad und setzt sein Konzept auf dem Grundstück um. Erwartet wird, dass der Investor das Bad langfristig, etwa 20 bis 30 Jahre lang, in eigener Verantwortung betreibt und das wirtschaftliche Risiko trägt. Dabei hat der Investor die Wahl zwischen der „großen Lösung“ für das gesamte Erlebnisbad mit Saunalandschaft und der „kleinen Lösung“, die nur die Saunalandschaft umfasst.

Neuausrichtung Ihm steht es auch frei, das Bad inhaltlich neu auszurichten, Nutzungen zu ergänzen oder ganz zu streichen. Sollte es im Anschluss an die Markterkundung zu einem Vergabeverfahren kommen, bevorzugt die Stadt auf dieser Basis einen Erbbaurechtsvertrag für die Übernahme des Grundstücks. Der Investor würde in diesem Fall den Vertrag mit der Stadt abschließen und Eigentümer der Gebäude und Infrastruktur auf dem Grundstück werden. Das Grundstück selbst verbliebe im Eigentum der Stadt.

Mit Vertragsunterzeichnung übernähme der Investor die Verantwortung und alle maßgeblichen Risiken für den Betrieb, die Instandhaltung und Instandsetzung des Objekts. Es ist zwar nicht ausgeschlossen, dass sich die Stadt finanziell beteiligen würde. In Frage käme jedoch nur ein möglichst geringer Investitions- beziehungsweise Betriebskostenzuschuss.

In welcher Höhe beziehungsweise in welchem Umfang der Investor Zuschüsse beziehungsweise Unterstützungsleistungen seitens der Stadt für erforderlich hält, erfragt die Verwaltung in dem beigefügten Fragebogen. Dies ist eines der entscheidenden Kriterien bei der Auswahl der Konzepte. Weitere Fragen beziehen sich auf Zielgruppen, Einzugsgebiet, Besucherzahlen, Eintrittspreise und Umsätze. Diese Auskünfte dienen dazu, die langfristige wirtschaftliche Tragfähigkeit und das Risikopotenzial des vorgeschlagenen Konzepts einzuschätzen.

Teilnehmer Die Marktteilnehmer erhalten Zeit bis zum 19. August, um die Unterlagen zu sichten und den Fragebogen ausgefüllt zurückzusenden. Die Rücksendungen werden ausgewertet und verglichen. Anschließend wird das Ergebnis im Gemeinderat vorgestellt. Dann entscheidet sich, ob die Stadt das Investorenmodell weiterverfolgt und hierfür ein förmliches Vergabeverfahren einleitet. Sollte der Gemeinderat dies verneinen, startet die Stadt eine Ideenwerkstatt zur zukunftsfähigen Bäderlandschaft in Neckarsulm und der weiteren Nutzung des Geländes. snp


Konzert des Posaunenchors

NECKARSULM Am Freitag, 8. Juli, 19 Uhr, lädt der Posaunenchor der Gesamtkirchengemeinde auf die Terrasse der Martin-Luther-Kirche (Mannheimer Weg 20) zum Sommerkonzert ein. Eintritt frei. NSt

Lacher der Woche

Emil ist zum ersten Mal in einem Wachsfigurenkabinett und wundert sich lautstark: ,,Das sollen Wachsfiguren sein? Seit meinem letzten Besuch sind die aber kein Stück gewachsen!"