Es herrscht Totenstille im Saal: Keine Sanierung des Neckarsulmer Aquatoll Erlebnisbades

NECKARSULM Endgültiges Aus fürs Aquatoll - Privat-Investoren gesucht - Ernst-Freyer-Bad öffnet Sonntag

Am Sonntag beginnt die Freiluftsaison im Ernst-Freyer-Bad. Der Starttermin wurde aufgrund von Personalmangel um zwei Wochen verschoben. Foto: Archiv/Dirks

Eine der wichtigsten kommuF nalpolitischen Fragen der jüngsten Zeit in der Stadt Neckarsulm ist entschieden: Die Stadt wird das Aquatoll Erlebnisbad mit Sauna nicht sanieren. In der jüngsten Gemeinderatssitzung stimmten 24 Mitglieder einschließlich Oberbürgermeister Steffen Hertwig gegen den Baubeschluss zur Komplettsanierung. Für die Sanierung votierten zwei Mitglieder. Es gab eine Enthaltung.

Personalfrage Das Aquatoll mit Sauna bleibt noch bis Sonntag, 15. Mai, geöffnet. Ab dem 16. Mai stellen Bad und Sauna den öffentlichen Betrieb unter städtischer Regie endgültig ein. Das Sportbad ist von dieser Entscheidung nicht betroffen und bleibt weiter regulär geöffnet. Ebenfalls am Sonntag eröffnet das Ernst-Freyer-Bad in Obereisesheim die Saison. Aus personellen Gründen ist der parallele Betrieb von Freibad und Erlebnisbad nicht möglich. Daher wurde der Beginn der Freibadsaison um zwei Wochen verschoben.

Nachdem sich die Gemeinderatsfraktionen bereits in der Sondersitzung am 21. März gegen die Komplettsanierung ausgesprochen hatten, kam die Entscheidung nicht überraschend. An der öffentlichen Sitzung in der Ballei-Sporthalle nahmen etwa 100 Besucherinnen und Besucher teil. Nach dem deutlichen Mehrheitsvotum herrschte "Totenstille im Saal“, wie OB Hertwig die Atmosphäre treffend beschrieb. „Für viele von uns ist das Erlebnisbad aus Neckarsulm kaum wegzudenken“, stellte er fest. „Und da bin ich ganz ehrlich: Mir geht es genauso." Angesichts der hohen Sanierungskosten stand die Entscheidung für den Oberbürgermeister jedoch fest: „Ich persönlich halte es für schwer verantwortbar, für Sanierung und Attraktivierung des Aquatolls fast 40 Millionen Euro auszuge ben, dazu jedes Jahr zwei Millionen Euro allein für den Betrieb des neuen Bads." Die Belastung für die Stadt über alle Badbereiche inklusive Abschreibungen bezifferte der OB auf mindestens sechs Millionen Euro im Jahr. „Das ist zu viel." Diesem Urteil schlossen sich die Gemeinderatsfraktionen an.

Der Beschluss gegen die Sanierung bedeutet nicht, dass jetzt der Abriss bevorsteht. Darauf wies der OB ausdrücklich hin. Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung vielmehr, ein Interessenbekundungsverfahren für den Teil- beziehungsweise Vollbetrieb des Aquatolls durch einen privaten externen Betreiber vorzubereiten.

Erste Interessenten Ziel dieses Verfahrens ist es, auf dem Markt zu erkunden, ob womöglich ein privater Investor Interesse hat, das Freizeitbad zu übernehmen. Steffen Hertwig zufolge gibt es bereits einen Interessenten für das Gesamtbad und mehrere Interessenten nur für die Sauna.

Da die Möglichkeit einer kompletten oder teilweisen Privatisierung nicht ausgeschlossen ist, wird das Aquatoll ab 16. Mai wie zu Lockdown-Zeiten in den technischen Ruhezustand versetzt. Die Regeltechnik wird dann auf ein Mindestmaß reduziert, um die Bausubstanz zu erhalten. Im Falle einer Investorenlösung müsste der neue Betreiber entscheiden, wie er mit der vorhandenen Bausubstanz umgeht. Zudem beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung, ein Konzept für eine Ideenwerkstatt vorzubereiten. Dabei sollen die verschiedenen Nutzergruppen Ideen für die Neckarsulmer Bäderlandschaft der Zukunft erarbeiten. Das Format und der Zeitpunkt stehen noch nicht fest. snp


Meditativer Gottesdienst

NECKARSULM In der Martin-LutherKirche, Mannheimer Weg 20, findet am Sonntag, 15. Mai, um 19 Uhr der meditative Abendgottesdienst "Die Quelle“ statt. Er ist geprägt von Gesängen, Gebeten, Lesungen und meditativer Stille. Die Liturgie für diesen ökumenisch ausgerichteten Gottesdienst orientiert sich an Andachten der Taizé-Bruderschaft. NSt


Verwaltungsstelle geschlossen

AMORBACH Die Verwaltungsstelle in Amorbach ist am Mittwoch, 25. Mai, aus betrieblichen Gründen geschlossen. An diesem Tag ist sie telefonisch nicht erreichbar. E-Mails werden erst ab Freitag, 27. Mai, beantwortet. Termine können ebenfalls ab 27. Mai wieder vereinbart werden: Telefon 07132 380 970, E-Mail: bettina.franke@neckarsulm.de. snp

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