Straße ist kein Spielplatz

Diese Regeln gelten bei Behinderungen auf der Autobahn

Kommt es zum Stau, muss sofort eine Rettungsgasse gebildet werden: Ruhe bewahren und seitlich einreihen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Wer hunderte Kilometer auf der Autobahn vor sich hat, muss mit Behinderungen rechnen. Diese Regeln gelten:

Rechtsfahrgebot: „Außerhalb geschlossener Ortschaften gilt das Rechtsfahrgebot. Der äußere linke Fahrstreifen ist nur zum Überholen bestimmt", sagt Jeannine Rust vom Auto Club Europa (ACE). Ebenfalls nicht erlaubt: den Standstreifen als Abkürzung zur Ausfahrt zu nutzen, Rückwärtsfahren oder gar wenden auf der Autobahn, es sei denn, die Polizei fordert dazu auf.

Reißverschlussprinzip: Ist eine Fahrspur gesperrt, heißt es einfädeln lassen nach dem Reißverschlussprinzip. Autofahrer, die sich auf der Spur mit dem Hindernis befinden, bleiben dort und fädeln sich erst unmittelbar vor Ende auf die weiterführende Spur ein.

Rettungsgasse: Laut Dekra-Unfallforscher Markus Egelhaaf reagieren viele Autofahrer zu spät – nämlich erst dann, wenn sich Rettungsfahrzeuge von hinten nähern. Stattdessen muss die Gasse freigehalten werden, sobald Fahrzeuge Schritt fahren oder zum Stehen kommen. Andernfalls gehe durch das Rangieren Zeit verloren. Fahrzeuge auf der linken Spur weichen dann immer nach links an den Rand aus, Fahrzeuge auf der mittleren und rechten Spur nach rechts. Der Standstreifen muss frei bleiben, es sei denn, er wird von den Behörden zur Nutzung freigegeben.

Kein Spielplatz: „Die Fahrbahn darf im Stau nicht betreten werden“, sagt Karsten Graef vom Tüv Süd. Das Aussteigen sei nur erlaubt, um etwa einen Unfall abzusichern. „Der Gesetzgeber sieht weder ein menschliches Bedürfnis noch das Wickeln eines Kindes als Notfall an.“ dpa


Letzte Checks vor dem Start

So klappt die Fahrt in den Urlaub

Geht es mit dem Auto in den Urlaub, sollten Reisende vor dem Start ein paar Dinge beachten.

Papiere prüfen: Sind die Ausweise noch gültig, läuft die HU noch? „Wenn es ins Ausland geht, sollte auch unbedingt ein Europäischer Unfallbericht im Handschuhfach liegen“, sagt Gerrit Reichel vom Automobil-Club Verkehr (ACV). Gerade bei der Regulierung von Auslandsunfällen ein wichtiges Dokument, das die meisten Autoclubs zum Download anbieten. Daneben sollten Reisende auf Besonderheiten im Zielland achten. Wer etwa in die Türkei fährt, benötigt laut ACV eine internationale Versicherungskarte.

Fahrzeug-Check: Viele Werkstätten bieten jetzt einen Urlaubscheck fürs Auto an. Dazu gehört die Kontrolle von Ölstand und Wischwasser, der Scheibenwischer und eine Sichtprüfung der Reifen. Die Profiltiefe sollte noch mindestens drei Millimeter betragen.

■ Notfall-Ausrüstung: Manche Dinge müssen griffbereit bleiben. Gerrit Reichel vom ACV sagt: „Warnweste, Warndreieck und Verbandskasten sollten nicht ganz unten unter allen Koffern liegen.“ Am besten habe jeder Mitfahrer – wie in vielen Ländern vorgeschrieben – eine eigene Warnweste.

Technische Kontrolle: Nach dem Beladen folgt die Kontrolle der Scheinwerfer und des Luftdrucks. Denn erst dann ist laut Jeannine Rust vom Auto Club Europa (ACE) klar, „ob und wie Scheinwerfer und Luftdruck angepasst werden müssen“.

Strecken-Check: Ist die Strecke mautpflichtig? Kann man sich schon vorab eine Vignette besorgen? Laut Gerrit Reichel sind dafür Automobilclubs eine gute Adresse, da in manchen Ländern die Vignette nur noch in digitaler Form ausgegeben wird. Kameras auf der Autobahn scannten dann zum Abgleich mit dem Vignettenkauf das Kennzeichen. Reichel rät, sich nie blind auf das Navigationssystem zu verlassen, sondern die Strecke auch ohne elektronische Hilfe zu kennen.

Früh losfahren: Familien mit Kleinkindern sollten Fahrzeiten wählen, zu denen die Kleinen schlafen. Ein positiver Nebeneffekt der frühen Morgen- und späten Abendstunden sind die niedrigeren Temperaturen. Kinder bis zwölf Jahren oder unter 150 Zentimeter Körpergröße benötigen einen Kindersitz. dpa