Spitzenreiter Türkspor Neckarsulm erwartet Tabellen-13. VfR Heilbronn
In der Verbandsliga Württemberg wird am Samstag im Neckarsulmer Pichterich-Stadion um 18 Uhr das prestigeträchtige Unterland-Derby angepfiffen

Nur knapp neun Kilometer trennen die Sportplätze der Vereine Türkspor Neckarsulm und VfR Heilbronn – für Verbandsliga-Verhältnisse nicht mehr als ein Katzensprung. In der Tabelle trennen beide Teams zwölf Plätze und 22 Punkte – das sind Welten. Am Samstag (18 Uhr) ist Spitzenreiter Neckarsulm im Pichterich-Stadion Gastgeber für die Heilbronner, die als Tabellen-13. anreisen und damit auf dem ersten Abstiegsplatz stehen. Es ist ein Derby, in dem es nicht nur um den Sieg geht, sondern auch ums Prestige. Aufgrund der Tabellenkonstellation sind die Rollen klar verteilt und der Gastgeber eindeutig der Favorit.
Türkspor Neckarsulm setzt mit 6:0-Erfolg in Balingen ein Ausrufezeichen
Vergangenes Wochenende sind die Verbandsligisten in die zweite Saisonhälfte gestartet. Neckarsulm setzte mit einer starken Leistung und einem 6:0-Erfolg bei der TSG Balingen II gleich mal ein Ausrufezeichen und geht mit viel Selbstbewusstsein in das Duell gegen den VfR, der gegen die TSG Tübingen eine 1:3-Pleite kassierte. Türkspor-Spielertrainer Julian Grupp rechnet mit „vielen Zuschauern. Ich hoffe der Pichterich wird rammelvoll“ und sieht den VfR nicht als chancenlos, auch weil sich der Stadionrasen jahreszeitlich bedingt in keinem guten Zustand präsentiert. Hinzu kommt der Derby-Charakter, der die Tabellenplatzierungen ausblendet und ein Spiel durchaus in andere Bahnen lenken kann. Zudem dürften die VfR-Fans für deutlich mehr Stimmung sorgen als die Türkspor-Anhänger.
Beim VfR Heilbronn geht der Blick nach vorne
Die Pleite gegen Tübingen wurde beim VfR laut Chefcoach Markus Lang „ausführlichst aufgearbeitet und analysiert. Von daher ist das Geschichte“. Der Blick geht nach vorne. „Die Mannschaft weiß, dass sie kein gutes Spiel gezeigt hat und ist sich bewusst, am Samstag einen sehr guten Gegner vor der Brust zu haben.“ Werden die Platzverhältnisse zum X-Faktor, zum entscheidenden Schlüssel? „Wir sind der Tabellenführer und der VfR steht aktuell im Abstiegskampf, ich sage dennoch, dass das Spiel auf so einem Kartoffelacker zwar nicht zu einer Lotterie, aber zu einem Abnutzungskampf wird“, rechnet Grupp nicht mit „technisch ansehnlichem Fußball. Darauf stellen wir uns ein und haben dafür einen Matchplan. Wir spielen auf einem Untergrund, auf dem man nicht so Fußball spielen kann, wie wir das eigentlich immer vorhaben.“
Für Lang ist Türkspor nach der Auftaktpleite ein Gegner zur rechten Zeit. „Da erwarten wir von unserer Mannschaft eine Reaktion und den dementsprechenden Charakter, wie sie das Spiel angeht. Das wurde in aller Deutlichkeit auch nochmals kommuniziert.“
Türkspor Neckarsulm ist der Favorit, VfR Heilbronn der Außenseiter
Rein vom Papier her muss der VfR über sich hinauswachsen um etwas Zählbares mitnehmen zu können. „Erstmal ja“, sagt Lang. „Andererseits habe ich der Mannschaft verklickert, unabhängig von Tabellenführer und Abstiegskandidat, es spielen zwei Mannschaften ein Derby und ich erwarte, dass wir dieses Spiel auch so angehen.“
Doch auch der VfR-Chefcoach weiß, „die Rollenverteilung ist klar. Wenn aber jeder sagt, von unser Mannschaft wird nichts erwartet, behaupte ich das Gegenteil. Wir erwarten einiges“. Und das ist eine deutliche Leistungssteigerung im Läuferischen, Kämpferischen und in der Mentalität. „Das sind alle dem Funktionsteam und sich selbst schuldig, aber auch den Fans, die sie unterstützen“, sagt Lang. „Von daher bin ich gespannt auf das Spiel“.
Türkspor Neckarsulm mit bester Defensive, VfR Heilbronn mit schwächstem Sturm
Was neben der Tabellensituation klar für die Neckarsulmer spricht, ist der Abwehr-Sturm-Vergleich. Türkspor stellt in der Verbandsliga Württemberg mit nur 14 Gegentoren die beste Defensive und der VfR bei lediglich 19 selbst erzielten Treffern die schwächste Offensive. „Heilbronn hat sich in der Winterpause im Offensivbereich verstärkt“, hat für Grupp diese Statistik keine Wertigkeit mehr und er rechnet mit torhungrigen Gästen.„In dieser Begegnung haben wir sehr viel zu verlieren und Heilbronn kann nur gewinnen“, sagt Grupp. „Jeder rechnet damit, dass wir das Spiel gewinnen, es sogar deutlich gewinnen, das ist die Erwartungshaltung der neutralen Zuschauer.“ Doch das ist für ihn „absoluter Nonsens“, weil es nun mal ein „Derby auf einem Kartoffelacker ist“. Zwölf Plätze Differenz im Tableau spielen da keine Rolle.
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