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Wie die Region auf den Umzug des SGV Freiberg ins Frankenstadion reagiert

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Heilbronn in aller Munde: Dass der Fußball-Regionalligist SGV Freiberg mit Beginn der nächsten Saison seine Heimspiele im Heilbronner Frankenstadion austrägt und der Name „Heilbronn“ dann auch Teil des Vereinsnamen wird, hat für ein breites Medienecho gesorgt. 


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Auf dem Platz ist am Dienstagabend Marco Kehl-Gomez der Mann des Abends gewesen. Der 33-jährige Schweizer hat in der 33. Minute das Tor zum 1:0-Erfolg des Fußball-Regionalligisten SGV Freiberg gegen Eintracht Trier geschossen und damit für den jahresübergreifend fünften Sieg in Folge gesorgt.

Der Spitzenreiter in der Tabelle hat nun vier Punkte Vorsprung auf die SG Sonnenhof Großaspach - und weiterhin gute Chancen in die 3. Liga aufzusteigen.

Das Heilbronner Frankenstadion wird für den Umzug des Regionalligisten und möglichen Drittligisten SGV Freiberg fit gemacht.
Das Heilbronner Frankenstadion wird für den Umzug des Regionalligisten und möglichen Drittligisten SGV Freiberg fit gemacht.  Foto: Berger, Mario

SGV Freiberg spielt bald im Frankenstadion: Widerstand der Ultragruppe „Supporters 740 Heilbronn“

Außerhalb des Rasens aber hat die Mitteilung, dass der SGV Freiberg mit Beginn der nächsten Saison offiziell umzieht und seine Heimspiele im Heilbronner Frankenstadion austragen wird, für ein landesweites Echo gesorgt.  Während die „Stuttgarter Zeitung“ hauptsächlich aus der Pressemitteilung des Vereins zitiert, die neue Spielstätte biete „optimale Bedingungen für den Spielbetrieb und schafft eine attraktive Umgebung für Fans, Spieler und Partner“, greift Maximilian Kroh aber auch den Widerstand der Heilbronner Ultragruppe „Supporters 740 Heilbronn“ und deren Protestbrief samt Online-Petition an die Stadt und den Gemeinderat auf.

Bereits beim Heimspiel des VfR Heilbronn gegen den TSV Weilimdorf haben die Ultras "Supporters 740" ihre Haltung zum SGV Freiberg im Frankenstadion gezeigt.
Bereits beim Heimspiel des VfR Heilbronn gegen den TSV Weilimdorf haben die Ultras "Supporters 740" ihre Haltung zum SGV Freiberg im Frankenstadion gezeigt.  Foto: Altinkaya, Adnan

Darin haben die Fans unter anderem eine Kündigung des Mietvertrags für das Frankenstadion und stattdessen ein „klares Bekenntnis der Stadt Heilbronn zum Heilbronner Fußball“ gefordert. Weil im Frankenstadion mit dem Verbandsliga-Letzten VfR Heilbronn derzeit Sechstliga-Fußball geboten wird, nennt Kroh den Umzug der Freiberger rein sportlich betrachtet „ein Upgrade für die Stadt“.

Das Frankenstadion muss erst noch modernisiert werden

Der „Reutlinger General-Anzeiger“ zählt die diversen Optionen auf, die die Freiberger in der Vergangenheit in Erwägung gezogen haben und zitiert mit Blick auf die anstehenden Modernisierungsarbeiten im Frankenstadion aus der Heilbronner Stimme

"Klar ist allerdings auch: Auch nach der Umsetzung der baulichen Maßnahmen erfüllt die größte Sportstätte der Stadt die Auflagen des DFB für Drittliga-Fußball noch nicht.“ Es fehlen neben einer Rasenheizung auch die mindestens erforderlichen 2000 Sitzplätze. Dort könnten provisorisch errichtete Stahlrohrtribünen für Abhilfe sorgen.


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Spielt im Frankenstadion bald der SGV Heilbronn-Freiberg?


VfR-Verantwortlichen sind offen für konstruktive Gespräche

Die VfR-Verantwortlichen und Vorstandsmitglieder Onur Celik und Wolfgang Gottwald zitiert die „Bietigheimer Zeitung“ mit den Worten „unsere sportliche Ausrichtung, unsere Strukturen und unser Vereinsleben werden nicht eingeschränkt“, vielmehr würden die Verantwortlichen „das Ziel, Drittliga-Fußball in Heilbronn zu etablieren unterstützen und sind offen für konstruktive Gespräche.“

Was die Voraussetzungen für Drittliga-Fußball angeht, schreibt Claus Pfitzer: „Jetzt hat der Verein Fakten geschaffen. Der Vereinssitz und das Nachwuchsleistungszentrum des SGV bleiben zumindest vorerst in Freiberg. Als Ausweichspielstätte hat der SGV Freiberg im Lizenzantrag für die Dritte Liga beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) das Stadion in Aalen hinterlegt. Präsident Cerkez und Sportdirektor Dieter Gerstung haben ihren aufwendigen Part erfüllt und den Antrag fristgerecht Anfang der Woche beim DFB in Frankfurt eingereicht.“


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SGV Freiberg spielt bald im Frankenstadion: Was bedeutet das für den VfR Heilbronn?


Heilbronn nutzt die Chance, die andere verstreichen ließen

Auf der ersten Sportseite der „Ludwigsburger Kreiszeitung“ kommentiert Andreas Eberle die Situation rund um die vergeblichen Bemühungen der Freiberger, eine geeignete Spielstätte zu finden. Seine Meinung: „Jetzt kommt Heilbronn zu höherklassigem Fußball wie die Jungfrau zum Kind. Dort wird dem Regionalliga-Spitzenreiter der rote Teppich ausgerollt. Die Stadt und der VfR, der Platzhirsch vor Ort, heißen die Gäste willkommen und träumen von einer rosigen Zukunft (...). Alles richtig gemacht, mag man den Unterländern zurufen – sie nutzen die Chance, die andere verstreichen ließen.

Im Kreis Ludwigsburg ist der Weggang des langjährigen Aushängeschilds dagegen ein herber Rückschlag. Ob die ohnehin nur spärlich vorhandenen Fans den SGV-Profis ins Exil nach Heilbronn folgen, ist offen. Zumal die Identifikation mit der ersten Mannschaft, die fast ausschließlich mit auswärtigen Kickern  besetzt ist, ohnehin begrenzt ist. Vieles spricht dafür, dass der SGV Freiberg über kurz oder lang in einem Heilbronner Verein aufgeht – und damit seine Wurzeln einbüßt.“

Der Vorsitzende des VfR Heilbronn, Onur Celik (links), hat die Mitglieder über den Frankenstadion-Einzug des Regionalligisten SGV Freiberg informiert. Trainer Andreas Lechner muss derweil den Verbandsliga-Klassenerhalt sichern.
Der Vorsitzende des VfR Heilbronn, Onur Celik (links), hat die Mitglieder über den Frankenstadion-Einzug des Regionalligisten SGV Freiberg informiert. Trainer Andreas Lechner muss derweil den Verbandsliga-Klassenerhalt sichern.  Foto: Altinkaya, Adnan

Zwischen Freiberg und Heilbronn liegen etwa 25 Kilometer

Von einer „geplatzten Bombe“ schreibt der „Kicker“ nach der Bekanntgabe, dass der Regionalligist SGV Freiberg unabhängig von der künftigen Liga-Zugehörigkeit ins rund 25 Kilometer entfernte Heilbronner Frankenstadion umzieht“. Schon am Mittag hatte das Fußball-Fachmagazin von der „weitreichenden Entscheidung“ berichtet. Allerdings geht auch der „Kicker“ auf die Fangruppierung des VfR ein, die auf Social Media unter anderem geschrieben hatten: „Für uns ist klar: Heilbronn verdient höherklassigen Fußball. Aber erarbeitet und nicht geschenkt! Wir wehren uns gegen jede Form der Kooperation oder gar Fusion unseres VfR mit der SGV Freiberg.“

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