Warum Dan-Axel Zagadou beim VfB Stuttgart der Boss ist und der Boss bleibt
Der VfB Stuttgart kann wieder auf Dan-Axel Zagadous Zauber vertrauen. Innenverteidiger ist nach eineinhalb Jahren Verletzungspause zurück. Nächster Gegner ist sein Ex-Club.

Wer ist beim VfB Stuttgart auf dem Spielfeld der Boss: Atakan Karazor? Angelo Stiller? Deniz Undav? Weder noch: Dan-Axel Zagadou. Der Mann mit dem Nachnamen, der klingt wie ein Zauberspruch, erzählte nach dem 3:2-Sieg am Sonntag in der Bundesliga gegen den FC Augsburg: „Sie haben zu mir gesagt: Wenn du spielst, bist du der Boss!“
Der 26-jährige Franzose strahlte, war nach dem achten Heimspielsieg in Serie ganz sicher der glücklichste VfB-Spieler: „Das war erst mein zweites Spiel nach eineinhalb Jahren Pause. Jetzt fühle ich mich nach der harten Zeit endlich wieder als Fußballer.“
Es waren Dan-Axel Zagadous schwere Knieverletzungen vier und fünf
Der 1,96 Meter große Innenverteidiger mit dem feinen linken Fuß, ausgebildet bei Paris Saint-Germain und groß rausgekommen bei Borussia Dortmund, war weg vom (Schau-)Fenster: Kreuzbandriss, anschließend Außenbandverletzung – es waren seine schweren Knieverletzungen vier und fünf.
„Jeder aus dem Team und dem Betreuerstab kam nach dem Spiel zu mir, freute sich für mich.“
Dan-Axel Zagadou
Daxo, so sein Spitzname, arbeitete in aller Stille an seiner Rückkehr, ließ seinen Instagramkanal schweigen. Doch der Daxo stürzte nicht ab. Daxo ist wieder da und erzählte auf Englisch mit dem herzerwärmenden französischen Singsang: „Jeder aus dem Team und dem Betreuerstab kam nach dem Spiel zu mir, freute sich für mich, sagte mir, dass ich wichtig sei. Dafür bin ich sehr dankbar.“
VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth geht das Herz auf
VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth sagte nach Zagadous souveränen 90 Minuten: „Da geht nicht nur mir das Herz auf. Er kann mit seiner altvertrauten Manier der Mannschaft helfen. Er ist ein extrem wichtiger Eckpfeiler für unsere Mannschaft.“ Er ist vor allem für die Französisch sprechenden Profis im Kader wie Lorenz Assignon (25), Ameen Al-Dakhil (23), Bilal El Khannouss (21) und Badredine Bouanani (20) wichtigster Ansprechpartner.
„Daxo ist aber nicht nur für unsere Franzosen wichtig.“
Deniz Undav
„Daxo ist aber nicht nur für unsere Franzosen wichtig“, machte Stürmer Deniz Undav deutlich. „Wir haben seine Qualität auf und neben dem Platz eineinhalb Jahre vermisst. Er ist ein geiler Typ. Ich liebe ihn! Alle lieben ihn!“ Dan-Axel Zagadou hat langsam Fahrt aufgenommen. Erst drei Spiele in der zweiten Mannschaft in der 3. Liga gemacht – zwei Siege, ein Remis und ein Tor (beim 3:1-Erfolg bei der TSG Hoffenheim II erzielte er das 1:0 per Kopf).
Die Länderspielpause kommt dem Franzosen nicht ungelegen
Dann Ende Oktober endlich wieder Bundesliga. Für 75 Minuten von Beginn an gegen Mainz (2:1-Sieg), jetzt 90 Minuten gegen Augsburg mit dem herausgeholten Strafstoß zum 1:1, mit überragender Spieleröffnung und mit 100 Prozent gewonnenen Luftzweikämpfen. Der VfB kann wieder auf Zagadous Zauber vertrauen. Die Länderspielpause kommt dem Mann aus Créteil, einem Vorort von Paris, nicht ungelegen.
„Ich bin jetzt bereit für mehr, fühle mich gut.“
Dan-Axel Zagadou
Nach dem Mainz-Spiel habe er längst vergessene Tiefen seiner Muskulatur schmerzhaft wiederentdeckt. „Aber ich bin jetzt bereit für mehr, fühle mich gut und habe es auf dem Feld einfach genossen.“ Dass es erst am 22. November in der Bundesliga weitergeht, hilft, sich mit Bedacht der regelmäßigen Dauerbelastung anzunähern. Es wird ein besonders für Dan-Axel Zagadou reizvolles Spiel: gegen seinen Ex-Club BVB. „Das ist ein großes Team“, sagte er. „Ich hoffe, dass wir mit einem Sieg zurückkehren.“ Der Boss hat gesprochen.
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