VfB Stuttgart gewinnt den Krimi nach Traumstart gegen BSC Young Boys
Der VfB Stuttgart trifft beim 3:2-Sieg gegen BSC Young Boys früh doppelt, muss aber dennoch in die Playoffs.
Die künstlerische Gestaltung war beeindruckend. „Die Kings vom Neckarstadion“ und „Come on you Boys in White“ war in der Stuttgarter MHP-Arena auf einem gigantischen VfB-Fanschal zu lesen, der vor einer weiß-roten Wand unsichtbar hochgezogen wurde. Choreografischer 3D-Effekt in XXL-Ausführung – und mit großer Wirkungskraft. Denn mit einem Doppelschlag in der sechsten und siebten Minute gaben die Stuttgarter am Donnerstagabend erst ein Statement ab, um dann krachend einzubrechen und mit einem späten Tor doch noch zu gewinnen. Am Ende stand es gegen die Young Boys Bern 3:2 (2:1), beendete der VfB die Gruppenphase der Europa League auf Tabellenplatz ?? – das Wunder bleib aus, der VfB verpasste den direkten Einzug ins Achtelfinale, muss am 19. und 26. Februar eine Ehrenrunde in den Playoffs drehen.
Undav und Demirovic Auf geht’s ihr Jungs in Weiß: Die künstlerische Gestaltung auf dem Rasen stand der Vorleistung der Fans nicht nach. Deniz Undav verwertete eine Hereingabe von Lorenz Assignon, eine Minute später zog Ermedin Demirovic nach einem Undav-Zuspiel ab durch die Mitte. 2:0, Hausaufgaben in Rekordzeit erst einmal erledigt, Platz acht in der Tabelle und somit die Abkürzung ins Achtelfinale erstürmt.
Bredlow in der VfB-Startelf gegen BSC Young Boys
VfB-Trainer Sebastian Hoeneß hatte vor der achten Partie der Gruppenphase gesagt, dass er keine Sekunde einen Tabellenrechner bedient habe. „Das einzige, was jetzt in unserer Hand liegt, ist, dass wir versuchen bestmöglich zu spielen.“
Besser kann man nicht in ein Spiel starten. Die von Gerardo Seoane trainierten Berner waren beeindruckt, überfordert, chancenlos. Also hatte Sebastian Hoeneß mit seinen Personalwechseln mal wieder alles richtig gemacht. So der erste und zweite Eindruck.
Hoeneß setzte auf sechs neue Kräfte in der Startelf, wobei die überraschendste Personalie Fabian Bredlow war, der für die etatmäßige Nummer eins Alexander Nübel ins Tor durfte. Eine Teambuilding- beziehungsweise Regenerationsmaßnahme, wie der Trainer vorab bei RTL erklärte: Nübel, „der schon wieder viele Spiele in den Beinen hat und bekommen wird“, müsse mal durchschnaufen, Bredlow mal wieder zwischen den Pfosten stehen.
Patzer und Traumtor – VfB Stuttgart wackelt gegen Young Boys
Der 30-Jährige war das erste Mal in der 36. Minute gefordert. Doch der Berner Chris Bedia rutschte weg, schoss am Tor vorbei. Dann unterlief Fabian Bredlow ein Fehlpass (42.) in den Fuß eines Berners, der das Spiel kippen ließ. Sekunden später stand es 2:1. Armin Gigovic hatte den Ball links oben ins Netz befördert. Schön geschossen, einerseits. Ganz schön ärgerlich, andererseits.
Aber deswegen war Platz acht zur Halbzeit nicht futsch – es liefen parallel ja 17 andere Partien und Ausgangspunkt des VfB war beim Anpfiff Platz 13 gewesen. Selbst ein denkbares 5:0, unter anderem traf Finn Jeltsch den Pfosten (31.), hätte am Abrutschen auf Platz neun nichts geändert.
Platz elf und Playoffs für den VfB Stuttgart
Volley zum 2:2 Was am Anfang super souverän ausgesehen hatte, wurde plötzlich wackelig, fehlerhaft. Sandro Lauper traf nach einem Eckstoß (57.) sensationell volley zum Ausgleich. Was den VfB auf Platz 16 fallen ließ. „Bei jedem Teamkollegen hat der Gewinn des DFB-Pokals einen gewissen Erfolgshunger geweckt“, war im Stadionmagazin in einem Interview mit Ermedin Demirovic zu lesen. Wo war dieser Hunger nur hin?
Der VfB erspielte sich nun viele Chancen, wusste sie aber nicht zu nutzen. Und war plötzlich gut bedient, nicht in Rückstand geraten zu sein. Fabian Bredlow hielt einen Kopfball von Alvyn Sanches aus nächster Nähe bravourös (64.). Der VfB blieb fehlerhaft, aber grundsätzlich besser, das Spiel spannend. Nach dem großartigen Beginn und dem großen Einbruch kam die große Überraschung: Dem VfB glückte doch noch das späte 3:2. Was unter dem Strich Tabellenplatz 11 bedeutete.
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