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Stadt will Quartier sanieren

VfB-Kultlokal Schwemme in Bad Cannstatt – „bei jedem Heimspiel ist die Hütte voll“

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Die Stadt Stuttgart möchte das Bahnhofsquartier in Bad Cannstatt sanieren. Dort befindet sich die Schwemme. VfB-Fans lieben die Kneipe – trotz oder wegen des Charmes. 


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Hinaus aus dem Bahnhof, an kurzer Halt am Schnell-Imbiss und hinein in die Schwemme – diesen Weg sind Generationen von VfB-Fans in Bad Cannstatt gegangen. Der ikonisch-vieleckige Schnell-Imbiss mit seinem blauen Schriftzug auf weißem Untergrund ist bereits weg – wegen der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes zur EM 2024. Droht dieses Schicksal nun auch der Schwemme, dem Kultlokal der VfB-Fans? 

Schwemme als VfB-Kultlokal am Bahnhof in Bad Cannstatt

„Bei jedem Heimspiel ist da die Hütte voll – das war schon immer so“, sagt Friedrich Grüb, einst Vorsitzender des VfB-Fanclubs Dünsbach/Hohenlohe über die Schwemme. Das Lokal wirkt ebenso aus der Zeit gefallen wie der Schnell-Imbiss – und kommt gerade deshalb so gut an.

Die Einrichtung ist aufs Nötigste beschränkt. Und doch: Zu Stadionbesuchen gehört für viele vorab ein Besuch in der Schwemme, auch wenn Grüb gesteht, dass sein Fanclub vor allem im Sommer vorbeischaut. „Die Kneipe ist einfach immer rappelvoll.“ Und im Sommer gibt’s durch den Biergarten vor dem Lokal mehr Platz. Stilecht sitzen die Gäste dann auf Bierbänken – auch die nächsten Generationen von VfB-Fans? 

Stadt Stuttgart mit Sanierungsplänen für Bad Cannstatt – Folgen für Schwemme?

Wie die Stadt Stuttgart im Februar mitteilte, soll das Quartier zwischen Bahnhof Bad Cannstatt und Wilhelmsplatz umgestaltet werden. Genau die Gegend also, wo sich VfB-Kneipen wie die Schwemme befinden. „Wir haben die Vorstellung eines attraktiven, funktionalen und belebten Stücks Stadt, in dem man sich gerne aufhält“, sagt Thorsten Donn in einer Mitteilung. Er leitet das Amt für Stadtplanung und Wohnen.

Der Eingang zum Schwemme-Biergarten in Bad Cannstatt.
Der Eingang zum Schwemme-Biergarten in Bad Cannstatt.  Foto: IMAGO/Arnulf Hettrich

Großes Problem aus Sicht der Stadt: Der Bereich zwischen Bahnhof und Wilhelmsplatz „wird im Wesentlichen als Transitraum genutzt“. Also eher nicht für längere Aufenthalte – außer, man ist VfB-Fan und Kneipengänger. „Ziel ist die Entwicklung eines gemischt genutzten Quartiers für alle Generationen und Kulturen“, heißt es in der Mitteilung. Auch die Öffentlichkeit soll einbezogen werden. 

Schwemme und weitere VfB-Kneipen rund um Bahnhof Bad Cannstatt

Den Schilderungen zufolge könnten sich also auch VfB-Anhänger einbringen. „Die Schwemme gehört ganz vorne dazu, hier trifft man einfach jeden“, sagt Grüb über die Kneipe, die auch dadurch Ruhm erlangte, dass sich in Google-Bewertungen als Luxustempel angepriesen wird.

Tapio Ferdinand zieht es vor und nach Spielen in ein benachbartes Lokal: Pfiff. „Es sind ganz wichtige Anlaufstellen vor dem Fußball. Dort trifft man auf verschiedene Szenen aus dem VfB-Fanbereich.“

Ferdinand ist Vertreter der Region Heilbronn im VfB-Fanausschuss und betont: „Das Pfiff gehört einfach zu Bad Cannstatt, und der Stadtteil ist die Heimat des VfB.“ Anders als in anderen Städten, wo Arenen auf der grünen Wiese stehen, lasse sich hier noch Kneipenkultur pflegen. „Die gehört zum Fußball dazu.“ Er gehört dem Fanclub Leintal Power an, der bei jedem Heimspiel und auch auswärts dabei ist.  

Schwemme in Bad Cannstatt soll bleiben – aber in welcher Form?

Doch welche Folgen haben nun die Sanierungspläne, die noch ganz am Anfang stehen? Laut eines Medienberichts droht der Schwemme und dem Chef-Imbiss der Abriss. „Die Schwemme findet natürlich Berücksichtigung“, sagt Sven Matis, Pressesprecher der Stadt Stuttgart, nun gegenüber den Stuttgarter Nachrichten. „Es ist unser erklärtes Ziel, sie und den Chef-Imbiss im Quartier zu halten.“ In welcher Form, ist allerdings noch unklar. Die Schwabenbräu-Passage, wo die Gaststäte Pfiff liegt, hat die Stadt vor einigen Jahren bereits gekauft. 

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