„Positiv bleiben, weitermachen“: Diese VfB-Stars sind schon in WM-Form
Vor allem die Offensivspieler Jamie Leweling und Deniz Undav glänzen beim 4:1-Sieg des VfB Stuttgart in Leverkusen. Lothar Matthäus bringt einen neuen Namen fürs DFB-Team ins Gespräch.

Da stand er also auf dem Rasen, der Man of the Match, und gab ein erstes Interview. Aber eigentlich saß Jamie Leweling auf einem Thron. Ja, so durfte man sich das vorstellen. „Wir nennen ihn Leweking“, erzählte nämlich Deniz Undav, sein Angriffspartner beim VfB Stuttgart. Wirklich königlich hatte Leweling beim 4:1-Sieg in Leverkusen aufgespielt. Zwei Tore schoss er, das wegweisende 1:0 gleich in der 7. Minute und das vorentscheidende 3:0 (45.). Ein weiterer Leweling-Treffer zählte wegen einer vorherigen Abseitsstellung nicht (15.).
Der 24-jährige Stürmer, der sowohl auf der linken wie der rechten Außenbahn eingesetzt werden kann, gehörte zuletzt zum Kader der deutschen Nationalmannschaft, wie auch der Stuttgarter Torhüter Alexander Nübel. Beide VfB-Profis standen allerdings bei den abschließenden Länderspielen 2025 nur in der hinteren Reihe, als Bundestrainer Julian Nagelsmann seine Aufstellungen machte. Die anderen Stuttgarter Asse, die bei früheren Gelegenheiten zum DFB-Aufgebot gehört hatten, waren bei den WM-Qualifikationsspielen im November gar nicht dabei: Deniz Undav, Maxi Mittelstädt und Angelo Stiller.
Auch Chris Führich und Josha Vagnoman, die bei der 4:1-Gala des VfB Stuttgart in Leverkusen zur Startformation gehörten, haben einst schon A-Länderspiele für Deutschland bestritten. Doch sie müssen sich nach ihren zwischenzeitlichen Leistungseinbrüchen erstmal auf Stammplätzen im Club festspielen.
DFB-Sportdirektor Völler ist als Stadion-Augenzeuge beeindruckt vom VfB
DFB-Sportdirektor Rudi Völler saß in Leverkusen im Stadion und war beeindruckt von den VfB-Profis. „Das ist ein gutes Zeichen“, sagte er zu jenen starken Stuttgartern, die sich für den deutschen WM-Kader empfehlen wollen. Aber: „Es werden nicht alle sieben mitfahren, da lehne ich mich mal weit aus dem Fenster.“ Völlers Prognose: „Der eine oder andere“ vom VfB Stuttgart werde beim Turnier in den USA, Kanada und Mexiko schon dabei sein. „Es ist noch ein halbes Jahr hin“, so der DFB-Sportdirektor im Sport1-„Doppelpass“ am späten Sonntagvormittag.
Dass es letztlich darum geht, auch im März, April und Mai in Topform zu sein, wissen die Nationalmannschafts-Kandidaten des VfB. „Ich treffe gerade gut. Jetzt mache ich auch wieder Vorlagen“, sagte Torjäger Deniz Undav nach seinem Treffer zum 4:0 (45.+2) sowie den Assists zum 1:0 und 3:0 in Leverkusen. Seine Devise lautet: „Positiv bleiben, weitermachen. Im Endeffekt liegt es dann nicht mehr in meiner Hand.“ Die WM-Entscheidung trifft der Bundestrainer.
Undav haut gerne mal einen frechen Spruch raus. Am Samstagabend sagte er über seinen Offensivpartner Leweling: „Er hat eigentlich alles, was man als Fußballer haben muss. Nur nicht meine Technik.“
Premier League? Jamie Leweling sieht sich beim VfB Stuttgart sehr gut aufgehoben
König Jamie, der Leweking, hat längst anderswo auf sich aufmerksam gemacht. Der AFC Bournemouth aus der enorm finanzkräftigen englischen Premier League hat offenbar ein Angebot über 40 Millionen Euro abgegeben. Doch den VfB-Nationalstürmer zieht es nicht weg aus Stuttgart. „Wir haben etwas vor hier als Mannschaft. Ich auch noch. Es ist schön, Angebote zu bekommen. Aber ich fühle mich hier wohl, ich spiele meinen Fußball, ich glaube, man hat es heute gesehen, dass mich das nicht beschäftigt, dass ich Gas geben will. Und so wird es weitergehen“, sagte der 24-Jährige, dessen Vertrag noch bis 2029 läuft. „Wir haben nicht vor, Jamie Leweling zu verkaufen“, betonte Sportvorstand Fabian Wohlgemuth. „Definitiv“ werde Leweling die Rückrunde im VfB-Trikot bestreiten – danach will er mit dem DFB-Team ins Weltmeisterschafts-Quartier einziehen: „Ich hoffe, dass ich die eine oder andere Nacht dort schlafen kann.“
Das gilt auch für VfB-Verteidiger Maxi Mittelstädt. Er überzeugte in Leverkusen und verwandelte zudem einen Foulelfmeter souverän zum 2:0 (29.). Große Lobeshymnen verteilte allerdings Deutschlands Rekordnationalspieler Lothar Matthäus als Sky-Experte an VfB-Abwehrchef Jeff Chabot. Die WM, warum nicht? „Er ist für mich auch noch ein Kandidat.“ In dieser Form „müsste er bei Julian Nagelsmann zumindest auf dem Notizblock erscheinen“.
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