Massenschlägerei mit 1000 Ultras vor VfB-Spiel in München – 500 Fans in Gewahrsam
Vor dem VfB-Spiel gegen den FC Bayern ist es am Sonntag nahe des Stadions in München eskaliert: Rund 1000 Ultras haben sich geprügelt. 500 Fans wurden in Gewahrsam genommen – ein „Mordsaufwand“.
Massenschlägerei, Schlagstöcke, Pfefferspray: Vor dem VfB-Spiel in München ist es am Sonntag (19. April) zu Fankrawallen gekommen. Die Polizei musste eingreifen und die Gruppen trennen. Erst nach dem Spiel werden die Dimensionen der Auseinandersetzungen klar: Rund tausend Ultras sollen sich vor dem VfB-Spiel in der Nähe des Stadions in München geprügelt haben – 500 davon sind in Gewahrsam genommen worden. Der VfB Stuttgart verlor beim FC Bayern München, der damit als Deutscher Meister feststeht.
Polizei äußert sich zu Massenschlägerei vor VfB-Spiel: „Hatte den Anschein, als ob die Aktion geplant war“
An der Massenschlägerei vor dem Bundesligaspiel zwischen dem FC Bayern und dem VfB Stuttgart (4:2) waren nach Angaben der Polizei rund tausend Fans beteiligt. Die Ultras trafen sich am Sonntagnachmittag offenbar bewusst zu der Auseinandersetzung auf einem Parkplatz in Stadionnähe, wie Polizeisprecher Christian Drexler am Tag danach sagte. „Es hatte für uns den Anschein, als ob die Aktion geplant war. Es hat nicht spontan ausgeschaut.“
Acht Beamte bei Einsatz vor VfB-Spiel in München verletzt – 500 Ultras in Gewahrsam
Die Polizei setzte Schlagstöcke und Pfefferspray gegen die Randalierer ein. Acht Beamte wurden bei der Aktion verletzt, großteils wegen des Pfeffersprays. Mehr als 500 Fans aus Stuttgart kamen in Gewahrsam. Wie viele von den Anhängern verletzt wurden, war zunächst unklar. Die Kriminalpolizei ermittelt.
Ein Vorfall in derartiger Größenordnung sei für München außergewöhnlich, hieß es. Obwohl sich Fans von Bayern und Stuttgart traditionell eher feindselig gegenüberstehen, war das Match nicht als Risikospiel deklariert gewesen.
Sonderbusse fahren Ultras ins Polizeipräsidium – Ermittlungen nach Vorfall in München laufen
Drexler schilderte, dass zunächst rund 500 Stuttgart-Ultras auf dem Weg von der U-Bahn-Station Fröttmaning zum Stadion plötzlich in eine unerwartete Richtung losrannten. Bei einem Park&Ride-Parkplatz trafen die zum Teil vermummten Personen dann auf etwa ebenso viele Anhänger des FC Bayern. Es kam dann zu den Zusammenstößen zwischen den beiden Gruppen.
Die Polizei konnte die Gruppen umgehend trennen und kesselte die Stuttgarter ein. Etwa 350 von ihnen wurden mit angeforderten Sonderbussen in das Polizeipräsidium in die Innenstadt gefahren, der Rest vor Ort festgesetzt.
Bis zum Abend wurden alle Personen entlassen. Gegen sie wird wegen Landfriedensbruchs, Widerstands gegen Polizeibeamte sowie tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte ermittelt. Einem Polizisten sei ins Gesicht geschlagen worden.
Hinweise auf Absprache unter Stuttgarter Ultras – „solche Chaoten haben hier in München nichts zu suchen“
Dass die Schlägerei abgesprochen war, sei deswegen anzunehmen, weil bei den Stuttgartern unter anderem mehr als 50 Zahnschutze, etliche Handschuhe und mehr als 100 Schlauchschals zur Vermummung sichergestellt wurden. „Solche Chaoten haben hier in München nichts zu suchen. Deswegen greifen wir da durch“, sagte Drexler.
Auf Fotos ist unter anderem zu sehen, wie die Hooligans in der Nähe des Parkplatzes bei einem Zaun von der Polizei eingekesselt sind, welche die Personalien aufnimmt. Aufnahmen zeigen einen MVG-Bus, der als „Sonderfahrt“ gekennzeichnet ist und Fans in die Innenstadt bringt.
So viele Personen zu kontrollieren und festzusetzen, sei „logistisch ein Mordsaufwand“ gewesen, erzählte Drexler. Die Polizei bittet Zeugen, sich zu melden.
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