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Konflikte bei Gegner des VfB Stuttgart: Das steckt hinter dem Celtic-Ärger

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Die Vereinsführung des Stuttgarter Europa-League-Gegners Celtic Glasgow schließt Teile seiner Anhängerschaft konsequent aus. Ruhe kehrt so nicht ein beim schottischen Traditionsverein.  


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Man stelle sich vor, der VfB Stuttgart würde das Commando Cannstatt von Spielen des eigenen Vereins ausschließen. Die Treuesten der Treuen, die Lautesten der Lauten. Ein Bann gegen die eigenen Ultras, das ist die Situation, welche die Green Brigade bei Celtic Glasgow derzeit erlebt. An diesem Donnerstag (21 Uhr/live im Free-TV) tritt der VfB Stuttgart im Playoff-Hinspiel der Europa League im Celtic Park an. Der Stadionspitzname „Paradies“ passt nicht wirklich, dafür ist der interne Ärger beim schottischen Rekordmeister viel zu groß.

Solidarität mit den Unterdrückten: Das gilt weltpolitisch, aber auch intern bei Celtic 

Politisch steht die Green Brigade weit links, die Unterstützung für Palästina und das wiederholte Zeigen der Flaggen hat bei Celtic Tradition. Viele Celtic-Fans fühlen sich mit Blick auf die aktuelle Situation der Palästinenser ans eigene irisch-katholischen Erbe erinnert. Das war lange geprägt von der Unterdrückung durch Großbritannien. Das Zeichen dahinter: Solidarität mit Unterdrückten. Dass es fürs Schwenken von Palästina-Fahnen immer wieder Geldstrafen der Uefa gab, ist aber nicht der Hauptgrund für den tiefen Graben zwischen Vereinsführung und Fans. Letztere zeigen aktuell Solidarität mit ihren eigenen Unterdrückten, den ausgeschlossenen Celtic-Fans. „Verbannt die Verräter. Beendet die Sperren“, war zuletzt im Celtic Park in großen Lettern im Fan-Block zu lesen.

Anfang November wurde gegen rund 200 Personen der Green Brigade eine zunächst auf sechs Spiele befristete Sperre verhängt, nachdem es bei einem Heimspiel gegen Falkirk am 29. Oktober zu „gewalttätigem und bedrohlichem Verhalten“ gekommen war. Der Ausschluss wurde daraufhin unbefristet verlängert. Nicht wenige Celtic-Anhänger sehen dabei einen direkten Zusammenhang mit den Protesten gegen die eigene Vereinsführung. Mitten hinein fiel nämlich der Ausschluss der eigenen Ultras.

Schon seit Monaten steht der Celtic-Vorstand wegen einer verfehlten Transferpolitik in der Kritik. Von den glorreichen Tagen als Europapokalsieger (1967) ist man weit entfernt. Im Sommer scheiterte Celtic in der Champions-League-Qualifikation kläglich an Qairat Almaty, das passt nicht zum Selbstverständnis eines großen Vereins.

Der Vereinschef warf Ende 2025 entnervt hin

Die Jahreshauptversammlung im November endete bereits nach 25 Minuten im Chaos. Clubchef Peter Lawwell warf wenig später entnervt hin. Die Beschimpfungen und Bedrohungen seien „unerträglich“ geworden, teilte der 66-Jährige mit. „Sie haben meine Familie bestürzt und beunruhigt. In dieser Phase meines Lebens brauche ich das nicht.“ Ruhe ist seither nicht eingekehrt. Was auch daran liegt, dass der Verein trotz aller Proteste gegen den Ausschluss der eigenen Fans hart bleibt.

Anfang Februar wurde das Pokal-Heimspiel gegen Dundee kurzfristig von vielen Fans boykottiert. Das Stadion war nicht mal halbvoll (rund 24.000 Zuschauer). Ein ungewöhnliches Bild, wenn es ansonsten vollkommen reicht, das Flutlicht anzuschalten, damit 60.000 Fans die eigene Arena befüllen. Egal, wer da als Gegner kommt. Jene, die Celtic begleiten und unterstützen, wiederholen immer wieder die gleiche Forderung: Geschäftsführer Michael Nicholson müsse weg, zudem habe der Ausschluss der Green Brigade ebenso zu enden wie die Restriktionen gegen Fan-Medien. Wer wohl auf wen den ersten Schritt zugeht? 

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