Vor FC Porto

Nur einmal gelang dem VfB Stuttgart in der Europapokal-Fremde noch die Rückspiel-Wende 

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Vor dem Rückspiel beim FC Porto lohnt sich ein Blick zurück auf erfolgreiche Aufholjagden des VfB Stuttgart in K.o.-Spielen der heutigen Europa League. Das Comeback schaffte der VfB einmal.


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Vier Mal drehte der VfB Stuttgart in K.o.-Spielen des Uefa-Cups, dem Vorläufer der heutigen Europa League, eine Hinspiel-Niederlage noch in einen Gesamtsieg und schaffte somit das Weiterkommen. Allerdings zeigt der Blick zurück vor dem Achtelfinal-Rückspiel beim FC Porto an diesem Donnerstag (21 Uhr, live im TV und Stream): Nur einmal gelang das in der Fremde, im September 1998 bei Feyenoord Rotterdam. Ein Blick zurück auf Stuttgarter Comebacks auf internationaler Fußballbühne.

VfB-Fans stecken dem Matchwinner Geld zu

Saison 1973/74, Uefa-Cup-Achtelfinale gegen Dynamo Kiew 0:2 (auswärts)/3:0 (daheim)

Nach der 0:2-Niederlage bei Dynamo Kiew steht der VfB Stuttgart vorm Europa-Aus im Achtelfinale. Die Reise nach Kiew gerät zu einer Odyssee, weil sie von Samstag 19 Uhr bis Montag 13 Uhr dauerte. Schuld ist ein Wintereinbruch mit Orkan und Schnee in Moskau, was den Weiterflug verhindert. „Die Bayern hätten das nächstbeste Flugzeug in die Heimat genommen. Wir aber haben ausgehalten wie sehr brave Schafe“, lamentiert Buffy Ettmayer. Im Rückspiel wird Jungstar Bernd Martin zum Helden, als er kurz vorm Anpfiff das 3:0 erzielt. „Hinterher steckten mir zwei Fans je 50 Mark zu“, erinnerte sich Martin später.  Der VfB schaffte es bis ins Halbfinale gegen Feyenoord Rotterdam.

Saison 1978/79, Uefa-Cup, 2. Runde gegen Torpedo Moskau 1:2 (auswärts)/2:0 (daheim)

Es war die Zeit der ersten jungen Wilden, der VfB war aus Liga zwei nach Europa gestürmt. In der 2. Runde gelingt nach einer knappen Hinspiel-Niederlage vor 63.500 Zuschauern ein 2:0 und damit das Weiterkommen. Das Aus kommt eine Runde später bei Dukla Prag, wo ein 4:1-Hinspielerfolg nicht reicht. Nach dem 0:4 im Rückspiel ist der VfB raus.

Ein VfB-Spiel mit ganz viel Drama und einem Happy End

Saison 1998/99, Uefa-Cup, 1. Runde gegen Feyenoord Rotterdam 1:3 (daheim)/3:0 (auswärts)

Die Saison mit Kurzzeit-Trainerflop Winnie Schäfer (kam vom Erzfeind KSC) produzierte nur wenige positive Emotionen. Dieser eine Abend von Rotterdam, er zählte ganz gewiss dazu. Vor nur 18.000 Zuschauern erlebt der VfB im Hinspiel einen „katastrophalen Abend“ (Schäfer), ist mit dem 1:3 noch gut bedient. Ins Rückspiel geht der VfB quasi ohne Chance, doch die nutzt er. Angetrieben von einem überragenden Krassimir Balakov, der das 1:0 (35.) erzielt, stürmt und drängt der VfB aufs 2:0, das Kristijan Djordjevic nachlegt (70.). Glücklos rackert den ganzen Abend lang Stürmer Fredi Bobic, in der 90. Minute trifft er nur den Pfosten. Ein Tor fehlt zum Weiterkommen aufgrund der Auswärtstorregel, das erst fällt als Schiedsrichter Garcia-Aranda bereits auf die Uhr schaut. Der eingewechselte Alexander Blessin (heute Trainer beim FC St. Pauli) legt Bobic den letzten Schuss auf – und der ist drin. 3:0 für den VfB, der damit eine Runde weiter ist, weil Salomon Kalou beim allerallerletzten Rotterdam-Angriff am Pfosten scheitert. „Das waren die dramatischsten Minuten, die ich je in einem Spiel erlebt habe“, sagte Fredi Bobic später. In der Runde darauf endete die Europareise bei Club Brugge.

Saison 2000/01, Uefa-Cup, 2. Runde gegen Tirol Innsbruck 0:1 (auswärts)/3:1 (daheim)

Heute unvorstellbar. Zum Rückspiel kommen ins Stuttgarter Stadion lediglich 15000 Zuschauer. Die sehen eine 3:1-Heimsieg des vom heutigen österreichischen Nationaltrainers Ralf Rangnick verantworteten VfB Stuttgart. Der später Kurzzeit-VfB-Coach Thomas Schneider besorgt das frühe 1:0 (7.),  Ioan Viorel Ganea (18. und 45.) sorgte für die frühe Vorentscheidung. Das Aus kam im Achtelfinale gegen Celta Vigo.

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