Ein mäßig erfreuliches 1:1 des VfB und eine sehr erfreuliche Dreijahresbilanz
Beim VfB Stuttgart, der berechtigt von der Champions League träumt,geht vieles in die richtige Richtung - wie der Blick zurück zeigt. Alexander Wehrle kündigt Rekordzahl an.

Wie die Ansprüche doch steigen. Das Bundesliga-1:1 des VfB Stuttgart gegen Werder Bremen am Sonntag machte niemanden mit rotem Brustring so recht glücklich – die Champions League ist in Gefahr! Das ist eine berechtigte, wie erfreuliche Sorge. Existenziell war hingegen die Sorge vor exakt drei Jahren nach einem Bundesliga-1:1 beim FC Augsburg, als der VfB auf dem Relegationsplatz stand – der Klassenerhalt war in Gefahr!
Der Blick zurück relativiert, der Blick zurück macht stolz. Alexander Wehrle, Vorstandvorsitzender der VfB Stuttgart 1893 AG, und VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth äußerten sich rund um das Remis gegen Bremen zur enormen Entwicklung des Vereins.
Alexander Wehrle betont die Stabilität des VfB Stuttgart
„Sich dreimal hintereinander für Europa zu qualifizieren, zeigt die Stabilität des VfB und was möglich ist, wenn man mit klugen Transfers, einer guten sportlichen Leitung und einem Trainerteam etwas aufbaut“, sagte Alexander Wehrle bei Sky Sport. Seit seinem Amtsantritt im März 2022 hat sich auch die Finanzsituation verbessert.
„Wir hatten 2024 das höchste Ergebnis der Vereinsgeschichte. 2025 steigern wir das noch einmal.“
Alexander Wehrle
Man habe beim Eigenkapital mit vier Millionen Euro angefangen, so der 51-Jährige, sei „Ende des letzten Geschäftsjahres schon bei über 60 Millionen gewesen. Wir hatten 2024 das höchste Ergebnis der Vereinsgeschichte. 2025 steigern wir das noch einmal. Genaueres kann ich aber noch nicht verraten, weil wir das bei einer Mitgliederversammlung verkünden.“ Die findet am 26. Juli in der Porsche-Arena statt.
Fabian Wohlgemuth sieht Ziele im dritten Jahr in Folge übererfüllt
Fabian Wohlgemuth, der 47-Jährige ist seit Dezember 2022 beim VfB, hält die Ziele der Stuttgarter nach der Vizemeisterschaft 2024, dem DFB-Pokal-Sieg 2025 und der bereits sicheren Qualifikation für die Europa League für „übererfüllt“ – das dritte Jahr in Folge. „Und wenn das i-Tüpfelchen, die Champions League, dazu kommen würde, dann wäre es keine sehr gute, sondern eine absolut überragende Saison.“

Der Dritte im (Erfolgs-)Bunde, Trainer Sebastian Hoeneß, hatte nach dem 1:1 „gemischte Gefühle“ öffentlich gemacht. Mit Blick auf das schwäbische Final Four und die Gegner Hoffenheim, Leverkusen, Frankfurt (alle in der Bundesliga) und München (DFB-Pokal-Finale) sprach der 43-Jährige von „heißen Spielen“.
Weiterhin alles in eigener Hand
„Wir haben es durch den geholten Punkt weiterhin in der eigenen Hand, unser großes Ziel zu erreichen“, sagte Hoeneß, der seit 3. April 2023 Cheftrainer des VfB ist. Die Stuttgarter sind Tabellenvierter, stehen auf dem letzten garantierten Platz für die Champions League Saison 2026/27. „Mit allen Mitteln“, will der VfB unter den Top Vier bleiben, sagte Fabian Wohlgemuth.
„Wenn wir uns für die Champions League qualifizieren, verdienen die Spieler automatisch mehr im Grundgehalt.“
Alexander Wehrle
Apropos Mittel: Welche Auswirkungen hätte die Qualifikation für die Königsklasse, in der man zuletzt 2024/25 spielte? Man habe dann sicherlich mehr Spielraum, erklärte Alexander Wehrle Sky: „Wir haben Verträge so gestaltet, dass wir ein Bundesliga-Gehalt haben, ein Europa-League-Gehalt und ein Champions-League-Gehalt. Wenn wir uns für die Champions League qualifizieren, verdienen die Spieler automatisch mehr im Grundgehalt.“
Wehrle versichert, nichts Verrücktes zu machen
Wer in der Champions League spielt, setzt mitunter eine Finanzspirale in Bewegung. Die Fußball-Welt lauert voller Gefahren: Die Champions League zu verpassen, ist eine Gefahr, sie zu spielen auch. Alexander Wehrle, Cleverle aus Bietigheim-Bissingen, versicherte: „Wenn wir mit den Zusatzeinnahmen in der Champions League planen, dann machen wir das mit Vernunft. Wir machen nichts Verrücktes.“
Pläne sind gut, aber eins nach dem anderen; „no ned hudla“, sagt der Schwabe. Am Samstag (15.30 Uhr/Sky) geht es erst einmal zu den Badenern nach Hoffenheim. Für Sebastian Hoeneß war der Punkt gegen Bremen, das Halten von Platz vier wichtig. Und, dass sich kein Spieler verletzt habe, „dass wir alle Jungs an Bord behalten – für die wichtigen Spiele, die jetzt kommen.“
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